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Der Saturn verliert seine Ringe - und zwar viel schneller, als Forscher bislang dachten

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Von: Nadja Pohr

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Den Planeten Saturn erkennen viele anhand der Ringe, von denen er umgeben ist. NASA-Forscher entdeckten nun allerdings, dass der Planet die Ringe zunehmend verliert.

Washington D.C. - Kürzlich haben Forscher der NASA untersucht, auf welchen Himmelskörpern im Sonnensystem am ehesten Leben möglich ist. Neben Mars und Pluto führten die Wissenschaftler auch zwei Monde des Saturns auf. Enceladus und Titan haben Atmosphären, die Leben begünstigen können. Doch der Saturn wird sich in naher Zukunft stark verändern.

Ringe des Saturns verschwinden schneller als zunächst angenommen

Der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems wird nicht nur von den beiden Monden umkreist, sondern auch von sieben Ringen. Dieses Ringsystem wurde von Galileo Galilei 1610 entdeckt und besteht aus Milliarden von Wasser-Eis-Partikeln mit einer Spurenkomponente von Gesteinsmaterial. Durch die NASA-Sonde „Cassini“ entdeckten Forscher nun allerdings, dass die Ringe nach und nach verschwinden.

Der Saturn verliert seine Ringe schneller, als bisher von den Forschern angenommen. Aktuell regnet es 10.000 Kilogramm von zerfallenen Überresten der Ringe pro Sekunde auf den Planeten. Die Partikel aus Eis und Gestein stehen dauerhaft unter Beschuss durch UV-Strahlung der Sonne und anderen kleinen Meteoriten. Bei einer Kollision verdampfen die Eispartikel und bilden geladene Wassermoleküle, die mit dem Magnetfeld des Saturns interagieren. Schließlich fallen die Partikel in die Richtung des Planeten und verglühen in der Atmosphäre.

Eine Darstellung des Saturn
Der Saturn ist bekannt für seine Ringe, die ihn umgeben. Diese wird er aber in der Zukunft verlieren. © IMAGO/CHROMORANGE

Im Jahr 1980 bemerkte die NASA zum ersten Mal den Ringregen. Damals schätzten die Forscher, dass die Ringe des Saturns in 300 Millionen Jahren vollständig entleert sein würden. Doch die Beobachtungen der „Cassini“-Raumsonde sind Grundlage für eine düsterere Prognose: Die Aufnahmen der Sonde deckten auf, dass es stärker regnete als bisher angenommen. Durch diese genauen Informationen errechneten die Wissenschaftler einen neuen Zeitraum: In nur 100 Millionen Jahren werden die Ringe vollkommen verschwunden sein.

Der Saturn war nicht immer von den berühmten Ringen umgeben

Der Saturn entstand vor etwa 4,5 Milliarden Jahren und war für einen Großteil seiner Existenz nicht immer von dem berühmten Ringsystem umgeben. Eine Studie deutet darauf hin, dass die Ringe höchstens 100 bis 200 Millionen Jahre alt sind - das ist jünger, als mancher Dinosaurier, der auf der Erde lebte.

Der Verlust der Ringe könnte für die Wissenschaft erheblich sein. Denn die Bemühungen der Forscher, die Ringe zu untersuchen, führte sie auch zu anderen Entdeckungen in unserer Galaxie. Unter anderem wurden während der Erforschung des Saturnmondes Enceladus Spuren von Eis und Gas entdeckt, die auf den sogenannten E-Ring des Saturns zurückzuführen sind und ihn zum weißesten und am stärksten reflektierenden Mond in unserem Sonnensystem machen.

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