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Schweden nach Sensationsfund aus dem 17. Jahrhundert aus dem Häuschen

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Von: Patrick Freiwah

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Begeisternder Unterwasserfund in Schweden: Aufnahmen der „Äpplet“ vor dem Hafen in Stockholm
Begeisternder Unterwasserfund in Schweden: Aufnahmen der „Äpplet“ vor dem Hafen in Stockholm. © TT/Imago

Schwedische Forscher sind verzückt: Nach Untersuchungen gibt es keine Zweifel mehr - das verschollene Schwesterschiff der legendären „Vasa“ ist gefunden worden.

Stockholm - Die Suche nach der Vergangenheit eines Schiffswracks hat zu einer Erkenntnis geführt, die Schweden in Verzückung setzt: Es handelt sich tatsächlich um die „Äpplet“, einem der größten gebauten Kriegsschiffe des 17. Jahrhunderts und Schwesterschiff der legendären „Vasa“, die heute in einem Museum in Stockholm steht.

Unterwasserarchäologen hatten das über Jahrhunderte verschollene Schwesterschiff Ende 2021 am Boden einer Meerenge vor der Insel Vaxholm gefunden, nach mehreren Monaten Forschung gibt es Gewissheit: Die Auswertung von technischen Details, Messungen, sowie Holzproben ergab, dass es sich bei dem gefundenen Schiffswrack um die „Äpplet“ handelt (dt.: „Apfel“), so das schwedische Wrack-Museum.

Schweden: „Vasa“ sank bereits nach einem Kilometer – nun wurde das Schwesterschiff gefunden

Die legendäre und heute bereits ausgestellte „Vasa“ konnte ihren ursprünglichen Zweck nie wirklich erfüllen: Das 69 Meter lange, schwer bewaffnete Kriegsschiff sollte als Symbol von Schwedens militärischer Macht dienen, sank aber stattdessen bereits nach etwa einem Kilometer. 1961 wurde dieses Schiff dann geborgen.

Vasa-Museum in Stockholm: Schweden-König Willem Alexander und Königin Maxima auf dem ausgestellten Schiffswrack der „Vasa“
Vasa-Museum in Stockholm: Schweden-König Willem Alexander und Königin Maxima auf dem ausgestellten Schiffswrack der „Vasa“. © Remko de Waal/Imago

Die nun gefundene „Äpplet“ sollte erfolgreicher sein: Das 1629 vom Stapel gelaufene Kriegsschiff wurde vom selben Schiffsbauer konstruiert wie die „Vasa“, Hein Jakobsson. Nach der mängelbehafteten „Vasa“ wurde dieses Schiff jedoch breiter gebaut, um die Stabilität des schwedischen Kriegsschiffes zu verbessern. Im Gegensatz zum etwa gleich großen Schwesterschiff stand die „Äpplet“ schließlich wesentlich länger zu Diensten: Auch im Dreißigjährigen Krieg gegen Deutschland konnte Schweden auf das Schiff zählen. Erst 1658 wurde die „Äpplet“ schließlich vor Vaxholm versenkt, weil es sie nicht mehr seetüchtig galt.

Sensationsfund „Äpplet“: „Wichtiger Faktor in Schwedens Aufstieg zur Großmacht“

Bereits im Jahr 2019 hatte das Museum den Fund zweier Wracks in derselben Gegend verkündet. Doch damals hatten Archäologen irrtümlich geglaubt, die „Äpplet“ sei darunter. Stattdessen waren dies zwei kleinere Kriegsschiffe aus der gleichen Zeit. Doch nun konnten die schwedischen Forscher tatsächlich das Schwesterschiff der „Vasa“ ermitteln, die in Stockholms Vasa-Museum ausgestellt wird, einer extra dafür errichteten Touristenattraktion.

Unterwasserarchäologe Patrik Hoglund sagte, der Fund der „Äpplet“ werde „uns helfen zu verstehen, wie große Kriegsschiffe sich entwickelt haben“. Dies sei ein „entscheidender Faktor in Schwedens Aufstieg zu einer Großmacht“ im 17. Jahrhundert gewesen.

Und was geschieht mit der „Äpplet“? Das spektakuläre Schiffswrack soll auf dem Meeresboden bleiben, wie die Nachrichtenagentur TT schildert. Meeresarchäologe Jim Hansson wird mit den Worten zitiert, „ihr gehe es dort am besten“.

Auch heutzutage ist die Schifffahrt nicht frei von Problemen: Eine Familie berichtet vom Horror ihrer AIDA-Kreuzfahrt. (PF mit Material der dpa)

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