Möglichst viel Präsenzunterricht

Schulstart in NRW: Die Einschulung steht vor der Tür - das ist wichtig für Eltern und Schüler

Schulstart in NRW: Trotz Corona-Pandemie gibt es nach den Sommerferien 2020 wieder Präsenz-Unterricht. Die Einschulung der 5. Klasse beginnt heute. Ein Überblick über die wichtigsten Regeln.

  • In NRW beginnt das Schuljahr 2020/21 wegen des Coronavirus im sogenannten „angepassten Schubetrieb“.
  • An allen Schulen muss dabei das Thema Bildung mit dem Gesundheitsschutz in Einklang gebracht werden.
  • Welche Regeln dabei gelten und was Eltern jetzt wissen müssen, fassen wir an dieser Stelle zusammen.

Düsseldorf - Schulstart für das neue Schuljahr in NRW: Den Kindern an Grund- und weiterführenden Schulen so viel wie möglich im Präsenzunterricht vermitteln, dabei aber in Corona-Zeiten nie den Gesundheitsschutz mit den Abstands- und Hygieneregeln aus den Augen verlieren: Vor diesem Spagat stehen in Nordrhein-Westfalen zum jetzt beginnenden Schuljahr 2020/21 Bildungsministerium, Schulleitungen und Kollegien.

Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) betonte: „Wir stehen vor einem in vielerlei Hinsicht besonderen Schuljahr: Die anhaltende Coronavirus-Pandemie ist für alle am Schulleben Beteiligten weiter mit Herausforderungen verbunden.“ Dazu zählt auch die Maskenpflicht im Unterricht. Wir fassen möglichst umfangreich, aber ohne Anspruch auf Vollständigkeit zusammen, was auf Schülerinnen, Schüler und Eltern zukommt und beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Schulstart in NRW.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
Fläche 34.110
Gründung23. August 1946
Einwohnerzahl17.947.221 (Stand: 31. Dezember 2019)
RegierungschefMinisterpräsident Armin Laschet (CDU)

Schulstart in NRW: Diese Regeln gelten für das neue Schuljahr 2020

Am Mittwoch, 12. August müssen sich alle Schülerinnen und Schüler ab dem zweiten Schuljahr aufwärts wieder zum Unterricht in ihrer Grund- oder weiterführenden Schule einfinden. Die Erstklässler haben ihren ersten Schultag einen Tag später - sie werden alos am Donnerstag, 13. August zum neuen Lebensabschnitt an den Grundschulen willkommen geheißen. Einschulungsfeiern finden unter den Vorgaben der aktuellen Coronaschutzverordnung statt.

Die Details dazu, wie der Schulstart abläuft, wann der Unterricht beginnt,wie lange er dauert und welche Corona-Auflagen konkret gelten, teilen die Schulen jeweils mit. Die üblichen Nach-Unterrichts-Angebote an den Schulen (Betreuung, Offener Ganztag) finden vom ersten Schultag ein im bewährten Umfang statt.

Start ins Schuljahr 2020/21: Wie viele Schulen, Schüler und Lehrkräfte gibt es?

In den NRW-Schuleckdaten für das Schuljahr 2019/20 wurden 5436 Schulen aufgelistet (4892 öffentliche und 544 private). In 98.272 Klassen wurden hier 2.462.531 Schülerinnen und Schüler von 205.753 Lehrkräften unterrichtet. Die neuen Zahlen liegen noch nicht vor.

Schulstart trotz Corona: Wie wird an den Schulen unterrichtet?

Gab es vor den Sommerferien in NRW angesichts des schwer kalkulierbaren Infektionsrisikos nur wenige Präsenz-Unterrichtstage, so soll das Schuljahr 2020/21 möglichst vollständig im Präsenzunterricht stattfinden. Dafür sind zahlreiche Regeln aufgestellt worden.

Die Mund-Nasen-Bedeckung darf bis zum 31. August nur bei Grundschülern während des Unterrichts abgelegt werden.

An allen Schulen werden wie vor der Corona-Pandemie Stundenpläne erstellt, nach denen der Unterricht nur in solchen Klassen- und Kursräumen in festen Lerngruppen stattfinden darf, die ausreichend gelüftet werden können.

Fallen Unterrichtsfächer im neuen Schuljahr jetzt ganz aus?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist nicht möglich. Fakt aber ist, dass es beispielsweise Schulen in NRW gibt, die wegen der Corona-Pandemie im Sport-Unterricht aufs Schwimmen verzichten (müssen) oder aber im Musik-Unterricht nicht mit Instrumenten arbeiten. Weil es auch zum Thema Singen unterschiedliche Studien zur Gefahr von Aerosolen gibt, dürften an vielen Schulen vokalpädagogische Kurse nicht stattfinden.

Start ins Schuljahr 2020/21: Wie viele Lehrkräfte stehen nicht zur Verfügung?

Zahlen zu nennen, ist sehr schwierig. Im Durchschnitt sollen ca. 85 Prozent der Lehrkräfte im Unterricht eingesetzt werden können. Wer als Lehrer/in wegen möglicher Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehört und vom Präsenzunterricht befreit werden möchte, muss ein entsprechendes neues Attest vorweisen. Eine entsprechende „arbeitsmedizinische Begutachtung“ hat nach Kriterien zu erfolgen, die das Robert-Koch-Institut (RKI) definiert hat.

Um mögliche Ausfälle in den Kollegien kompensieren zu können, dürfen laut Maßnahmenkatalog zur Verstärkung der Personalausstattung an Schulen.....

  • ..Lehramtsanwärter mehr Unterricht geben.
  • ...Lehrkräfte ihre übliche Zahl der wöchentlichen Pflichtstunden aufstocken
  • ...sozialpädagogische Fachkräfte bis zu 400 freie Lehrerstellen an den Grundschulen besetzen
  • ...an Schulen ohne freie Stellen zusätzlich 400 befristete Einstellungen vorgenommen werden
  • ...für befristete Lehrerstellen auch geeignete Personen ohne Lehramtsbefähigung in Teilzeit eingestellt werden
  • ...insgesamt 800 Stellen für unbefristete Einstellungen an Gymnasien schon jetzt besetzt und diese Lehrkräfte dann auch an anderen Schulformen eingesetzt werden.

Was ist die Alternative zum Präsenzunterricht, falls der Schulstart nicht wie geplant funktioniert?

Sollte Präsenzunterricht auch nach Ausschöpfen aller Möglichkeiten wegen des weiterhin notwendigen Infektionsschutzes oder deshalb nicht vollständig möglich sein, weil Lehrkräfte dafür nicht eingesetzt werden können und auch kein Vertretungsunterricht erteilt werden kann, findet Distanzunterricht statt.

Schülerinnen und Schüler mit relevanten Vorerkrankungen können vom Präsenzunterricht befreit werden, wenn der Schulbesuch eine Gefährdung bedeuten würde. Dazu allerdings muss belegt werden, dass für die Schülerin oder den Schüler eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 besteht. Die Teilnahme an Prüfungen und am Distanzunterricht bleibt dann verpflichtend.

Das Land NRW hat eigens Handreichungen für den Präsenz- und Distanzunterricht veröffentlicht.

Schule von Zuhause aus: Förderung von digitalen Endgeräten

Die NRW-Landesregierung unterstützt die Schulen bei der Ausstattung von Schülerinnen und Schülern mit digitalen Endgeräten, um das Lernen von zu Hause zu ermöglichen. „Hierzu werden Kinder und Jugendliche mit digitalen Endgeräten ausgestattet, die aufgrund der finanziellen Verhältnisse des Elternhauses bislang nicht auf solche Endgeräte zurückgreifen können“, so das Land, das zusammen mit Bund und Kommunen insgesamt 178 Millionen Euro bereitstellt. 

Die Schulträger können die Mittel bei den Bezirksregierungen beantragen. Die Endgeräte bleiben im Besitz der Schulträger und werden den Schülerinnen und Schülern leihweise zur Verfügung gestellt. „Im Rahmen des Sofortausstattungsprogramms wird die Anschaffung mobiler Endgeräte, also Laptops, Notebooks und Tablets, mit einem Höchstbetrag von 500 Euro pro Gerät gefördert. Der Bund (105 Millionen Euro) und das Land Nordrhein-Westfalen (55 Millionen Euro) finanzieren im Rahmen einer Zusatzvereinbarung zum DigitalPakt Schule insgesamt 90 Prozent der Ausgaben. Die Schulträger leisten einen Eigenanteil in Höhe von mindestens 10 Prozent.“

Start ins Schuljahr 2020/21: Für wen gilt wo Maskenpflicht an der Schule?

Grundschüler müssen einen Mund-Nase-Schutz immer dann auf dem Schulgelände und im Schulgebäude tragen, wenn sie nicht an einem fest zugeordneten Platz sitzen und wenn nicht Unterricht stattfindet.

Im Gegensatz dazu müssen an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen die Masken auch im Unterricht getragen werden. Diese Maßnahme zum Infektionsschutz ist vorerst bis zum 31. August 2020 befristet.  NRW ist bisher das einzige Bundesland mit einer solchen scharfen Regelung.

Zu der Frage, ob die Verpflichtung auch mit Blick auf die aktuell hohen Temperaturen zumutbar sei, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: „Ja, das ist zumutbar. Es gibt bestimmte Regeln für Kinder, die erkrankt sind oder die besondere Dinge zu berücksichtigen haben.“ Ein Sprecher der Bundesschülerkonferenz hatte die Maskenpflicht im Unterricht gerade im Sommer als Zumutung bezeichnet.

Schülerinnen und Schüler müssen eine eigene Maske von zuhause mit in die Schule bringen. Eltern müssen sicherstellen, dass die Kinder immer ausreichend Mund-Nase-Bedeckungen zur Verfügung haben. Ein bis zwei Masken pro Tag sollen ausreichen.

Schulstart nach den Sommerferien: Gibt es Corona-Tests an den Schulen?

Alle an öffentlichen wie privaten Schulen Beschäftigte können sich in der Zeit vom 10. August bis 9. Oktober 2020 alle 14 Tage „anlasslos und freiwillig“ außerhalb der Unterrichtszeit testen lassen, so das Land NRW, das die Kosten dafür trägt.

Für Schülerinnen und Schüler sind grundsätzlich keine Corona-Tests vorgesehen. Nur für den Fall, dass positive Corona-Tests bekannt werden, soll bei Bedarf umfangreich bei Kontaktpersonen getestet werden - „um lokale Cluster und Infektionsketten zu identifizieren und möglichst frühzeitig zu unterbrechen.“

Bei Corona-Verdachtsfällen müssen die jeweiligen Schülerinnen und Schüler sofort isoliert werden. Die Gesundheitsämter vor Ort entscheiden dann über das weitere Prozedere. Ein exakter Ablaufplan für solche Fälle ist vom Land NRW veröffentlicht worden.

Start ins Schuljahr 2020/21: Was gilt im Bus zur Schule?

Bei der Nutzung von „Beförderungsleistungen des Personenverkehrs und seiner Einrichtungen“ müssen unverändert Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden. Das gilt entsprechend auch für den Schülerverkehr

Start ins Schuljahr 2020/21: Tipps für den sicheren Weg zur Schule

Insbesondere für die Erstklässler, die nicht immer von einem Elternteil begleitet werden, ist der Weg zur Schule eine neue, große Herausforderung. Daher wird die Polizei in den kommenden Wochen wieder verstärkt im Umfeld der Schulen kontrollieren. Geahndet werden Tempo- und Parkverstöße, auch Schulbusse und die Sicherung von Kindern in Autos werden kontrolliert.

Eltern müssen beim Transport von Kindern im Auto auf die richtige Sicherung in Kindersitzen achten. Während des Absetzens von Kindern an der Schule müssen sie vorsichtig sein und langsam wieder abfahren. Reflektierende Kleidung und Hilfsmittel sind insbesondere in der dunklen Jahreszeit unentbehrlich. Denn Kinder sind aufgrund ihres Alters, ihrer geringen Größe und mangelnden Erfahrungen mit dem Straßenverkehr auf dem Schulweg besonders gefährdet.

Die Polizei rät konkret:

  • Reduzieren Sie im Bereich von Schulen das Tempo auch dann, wenn Sie keine Kinder sehen können.
  • Bleiben Sie stets bremsbereit. Kinder können zwischen abgestellten Pkw plötzlich die Fahrbahn betreten.
  • Beachten Sie alle Halt- und Parkverbote - Autos sind ein gefährliches Sichthindernis für Kinder.
  • Lassen Sie Kinder grundsätzlich nur auf der Gehwegseite ein- und aussteigen.
  • Üben Sie mit ihren eigenen Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr.
  • Wählen Sie immer den sichersten Schulweg, nie den Kürzesten. Nehmen Sie auch Umwege in Kauf.
  • Seien Sie durch ihr eigenes Verhalten ein Vorbild für andere Verkehrsteilnehmer.

Tipps für Erstklässler und Grundschul-Kinder: Tornister nicht zu voll packen

Die Helios Klinik Wipperfürth weist vor dem Start ins neue Schuljahr darauf hin, dass Eltern auf den Inhalt des Ranzens/Rucksackes achten sollen. Zu schwer solle er nicht sein, „da das wachsende Skelett von Kindern weniger belastbar ist.“ Es solle täglich überprüft werden, welche Materialien notwendig seien, sodass unnötiges Gewicht zu Hause bleibe, erklärte Dr. Bahman Ajali, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

„Die Knochenstruktur junger Schulkinder ist weicher als die von Erwachsenen. Schwere Schulranzen führen beim Tragen zu Fehlhaltungen und können Rückenbeschwerden verursachen. Die Belastungsgrenze für jedes Kind ist individuell, als Faustregel gibt aber, dass Kinder nicht mehr als 10 bis 15 Prozent ihres Körpergewichts tragen sollten.“

Schulstart in NRW: Das sollte für die Pause eingepackt werden

Zwei bis drei Stunden nach dem Frühstück zuhause sei ein Pausenbrot in der Schule wichtig, um Kindern wieder ausreichend Energie zu geben, damit sie sich nach der Pause erneut auf den Unterricht konzentrieren könnten, so die Helios-Experten. Dabei müsse das Pausenbrot auch nicht immer das klassische Wurst- oder Käsebrot sein: „Inzwischen gibt es viele Brotaufstriche, die eine leckere Alternative darstellen können. Auch Obst und Rohkost, besonders in klein geschnittener Form, eignet sich als toller Snack.“

Start ins Schuljahr 2020/21: Viel Schlaf ist für Schüler besonders wichtig

Für viele Kinder bedeutet das neue Schuljahr, den Schlafrhythmus aus den Ferien - spät ins Bett, langes Ausschlafen - wieder umzustellen. Sechsjährige benötigen 9 bis 13 Stunden Schlaf, Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren etwa acht bis zehn Stunden. Auf moderne Medien sollte unmittelbar vor dem Schlafengehen verzichtet werden, um Einschlafstörungen durch Smartphone, Tablet und Co. zu verhindern.

„Die Bildschirmhelligkeit hindert unseren Körper daran, in den ‚Ruhemodus‘ zu schalten. Der Hormonhaushalt von Kindern und Jugendlichen reagiert dabei noch sensibler auf das bläuliche Licht der Bildschirme als der von Erwachsenen. Bettrituale wie das Vorlesen einer schönen Gute-Nacht-Geschichte können zu einem guten und entspannten Schlaf beitragen. Dann steht einem ausgeruhten Start in den Schultag nichts mehr im Wege“, so die Experten.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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