"Unterhosen-Bomber" bekennt sich schuldig

+
Umar Farouk Abdulmutallab steht vor Gericht, weil er mit einem Sprengsatz in seiner Unterhose versucht haben soll, ein Flugzeug in die Luft zu sprengen.

Washington - Mit einem Sprengsatz in seiner Unterhose wollte er einen vollen Passagierflieger in die Luft jagen - und scheiterte nur knapp. Vor Gericht hat der Nigerianer seine Tat eingeräumt.

Der in den US-Medien als “Unterhosen-Bomber“ bekannt gewordene Terrorverdächtige hat sich vor Gericht schuldig bekannt. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab äußerte sich am Mittwoch in Detroit an seinem zweiten Prozesstag. Ihm wird vorgeworfen, zu Weihnachten 2009 versucht zu haben, auf einem Flug von Amsterdam nach Detroit eine Bombe zur Explosion zu bringen, die in seiner Unterhose versteckt war. Der Sprengsatz funktionierte nicht wie geplant, Abdulmutallab erlitt aber schwere Verbrennungen. Im Krankenhaus erklärte der Verdächtige, er arbeite für Al-Kaida im Jemen.

Umar Farouk Abdulmutallab muss sich seit Dienstag vor dem Bundesgericht in Detroit (Michigan) wegen Mordversuchs in 289 Fällen verantworten. Ziel des Angeklagten sei es gewesen, alle Insassen des Flugzeuges umzubringen, sagte Staastanwalt Jonathan Tukel in seinem Eröffnungsplädoyer. “Er glaubte, er kommt in den Himmel, weil er ein Märyterer ist.“ Mit einem Urteil wird in etwa vier Wochen gerechnet. Sollte der Nigerianer schuldig gesprochen werden, droht ihm lebenslange Haft.

Laut Anklage versuchte der heute 24-Jährige am Weihnachtstag 2009, auf dem Flug vom niederländischen Amsterdam in die US-Stadt kurz vor der Landung einen Sprengsatz zu zünden. Die Bombe hatte er unentdeckt ins Flugzeug geschmuggelt. Der Anschlag schlug laut der Anklage nur fehl, weil der Sprengstoff nicht richtig zündete. Andere Passagiere bemerkten Rauch und konnten den Mann überwältigen.

Verbindung zu Al-Kaida-Prediger Anwar al-Awlaki

Der Nigerianer, der laut Medienberichten darauf besteht, sich in dem Prozess selbst zu verteidigen, verzichtete auf ein eigenes Plädoyer. Lediglich für die Eröffnung des Verfahrens wollte sich der Angeklagte durch einen Anwalt vertreten lassen. Die Verteidigung beantragte, dass keine Fotos des verbrannten Genitalbereichs des Angeklagten gezeigt werden dürften. Diese hätten “keinen Mehrwert“ für das Verfahren.

Der Prozess erfährt besondere Aufmerksamkeit, da Abdulmutallab mit dem Al-Kaida-Prediger Anwar al-Awlaki in Verbindung gestanden haben soll. Der amerikanische Staatsbürger war jüngst im Jemen durch eine US-Drohne getötet worden. Er hatte lange auf einer “Todesliste“ der US-Regierung gestanden, unter anderem, weil er junge Männer wie Abdulmutallab zu Terroranschlägen angestiftet haben soll.

Der vereitelte Terroranschlag des “Unterhosenbombers“ von Detroit war die erste ernste Attacke dieser Art in der Präsidentschaft von Barack Obama gewesen. Als Konsequenz wurden Sicherheitskontrollen auf Flughäfen verschärft und Körper-Scanner verstärkt eingeführt.

dpa/dapd

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare