Papst-Besuch: BKA-Beamte wohnten im Neonazi-Hotel

Erfurt - Das Bundeskriminalamt kämpft mit einem Skandal: BKA-Beamten waren während des Papst-Besuchs in einem von Neonazis genutzten Hotel untergebracht. Das Haus soll auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Die Verbindung der Unterkunft zur Neonazi-Szene sei dem BKA vor der Buchung aber nicht bekanntgewesen, sagte eine BKA-Sprecherin am Donnerstag. Einem Bericht des MDR Thüringen zufolge wurden Personenschützer während des Papstbesuches im September in einem Hotel im thüringischen Kirchheim einquartiert, das seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Das Bundesverwaltungsamt habe die Unterkunft nach vorwiegend haushalterischen Gründen ausgewählt und vermittelt, sagte die BKA-Sprecherin. “Uns lagen aus Thüringen keine Informationen über Bedenken im Zusammenhang mit dem Hotel vor.“ Es sei aber auch nicht üblich, vor jeder Buchung mögliche Verbindungen in die Szene zu prüfen.

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Die Mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus (Mobit) forderte Aufklärung, ob die Beamten bewusst im “mit Abstand meistbesuchten Neonazi-Veranstaltungsort in Thüringen“ eingemietet worden seien. In dem Fachwerkhof finden laut MDR regelmäßig Konzerte statt, zu denen Rechtsextremisten aus ganz Deutschland anreisen. Zudem hielt die Thüringer NPD dort bereits Parteitage ab.

“Die Unterbringung von BKA-Beamten in einem Neonazi-Hotel ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die sich tagtäglich gegen Neofaschisten zur Wehr setzen“, kritisierte die innenpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion, Ulla Jelpke. Hier sei mit Bundesmitteln ein “Nazi-Stützpunkt“ subventioniert worden. Das Kirchheimer Hotel sei seit Jahren einschlägig bekannt, erklärte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar.

dpa

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