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Stiko äußert sich zu Omikron-Impfstoffen – Details des Beschlussentwurfs

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Von: Jan-Frederik Wendt, Sarah Neumeyer

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Corona-Impfung
Die Stiko will ihre Impfempfehlung anpassen. © Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild

Die Stiko will sich heute zu den neuen Omikron-Impfstoffen äußern. Vorab nennt ein Gremiumsmitglied bereits Details.

Update vom Dienstag, 20. September, 16.25 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich bei Covid-19-Auffrischimpfungen für den bevorzugten Einsatz der neuen, an die Omikron-Variante angepassten Präparate aus. Zu einer vierten Corona-Impfung wird aber nach wie vor nur bestimmten Gruppen wie Menschen ab 60 Jahren geraten, wie aus einer Stiko-Mitteilung zu einem Beschlussentwurf hervorgeht. Es handelt sich noch nicht um eine finale Empfehlung.

Der Entwurf bezieht sich sowohl auf die kürzlich zugelassenen BA.1-Impfstoffe als auch auf ein noch etwas neueres BA.4/BA.5-Vakzin. Beide lösten verglichen mit den bisherigen mRNA-Impfstoffen eine verbesserte Antikörperantwort gegenüber verschiedenen Omikron-Varianten aus, hieß es. Hinzu kämen gleichbleibend gute Antworten gegen die Variante aus der frühen Phase der Pandemie.

Eine weitere, fünfte Corona-Auffrischungsimpfung will die Stiko besonders gefährdeten Menschen wie Hochbetagten und Patienten mit Immunschwäche empfehlen. Kindern von fünf bis elf Jahren soll laut der Stiko weiterhin die bisherigen Impfstoffe geimpft werden, die für diese Altersgruppe empfohlen und zugelassen sind.

Nach Einschätzung des Expertengremiums dürften insbesondere Menschen, die sich im Zuge der Omikron-Welle seit Ende 2021 nicht mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, von einer Auffrischung mit einem fortentwickelten Impfstoff profitieren. Wer aber kürzlich bereits gemäß der bisherigen Empfehlung eine Auffrischimpfung mit den herkömmlichen Präparaten erhalten habe, benötige „keine gesonderte Extra-Impfdosis mit einem angepassten Impfstoff“.

Stiko will sich zu Omikron-Impfstoffen äußern – Erste Details bekannt

Erstmeldung vom Dienstag, 20. September: Berlin – Die Ständige Impfkommission (Stiko) will laut Gremiumsmitglied Christian Bogdan den Einsatz der neuen, an Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffe empfehlen. An den bisherigen Kriterien für die erste und zweite Auffrischimpfungen soll sich zunächst nichts ändern, wie der Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Erlangen ankündigte.

Eine vierte Impfung gegen das Coronavirus wird aktuell nur Menschen ab 60 Jahren, Bewohner von Pflegeheimen und Risikogruppen empfohlen. Diese Empfehlung der Stiko soll demnach nicht angepasst werden.

Am Dienstag (20. September) soll eine offizielle Mitteilung zum Entwurf der Impfempfehlung erscheinen, kündigte das Informations-Netzwerk Science Media Center (SMC) an. Es wird sich somit noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung handeln. Änderungen sind noch möglich.

Corona: Stiko äußert sich zu neuen Omikron-Impfstoffen

In den vergangenen Wochen sind in der Europäischen Union mehrere der auf die Omikron-Variante angepasste Corona-Impfstoffe zugelassen worden. Möglich ist der Einsatz bei Menschen ab 12 Jahren als Auffrischimpfung. Es geht um an die Sublinie BA.1 angepasste Präparate sowie um einen noch etwas neueren BA.4/BA.5-Impfstoff. Neben Omikron wird mit den neuen Vakzinen auch noch das ursprüngliche Coronavirus berücksichtigt. Ziele sind eine bessere Immunantwort gegen Omikron und eine Auffrischung in Bezug auf den sogenannten Wildtyp.

Die Stiko nehme in ihrem Beschluss keine Unterscheidung zwischen den BA.1-Impfstoffen und dem neueren BA.4/BA.5-Präparat vor, sagte Bogdan. Schwierig für das Expertengremium war demnach die relativ dünne Datenlage. Insbesondere betrifft dies das neuere BA.4/BA.5-Präparat – die Stiko sei „nicht besonders glücklich“, dass hierzu noch keine Daten aus Studien an Menschen vorliegen, sagte Bogdan. Für die Zulassung stützten sich Behörden im Kern auf Daten aus Versuchen an Mäusen, aber etwa auch auf Erkenntnisse zu den Vorläuferimpfstoffen. Fachleute sprechen beim BA.1-Impfstoff im Vergleich zu BA.4/BA.5 von der besseren Datenlage, hierzu gebe es Erkenntnisse aus Untersuchungen am Menschen.

Neue Omikron-Impfstoffe: Auffrischimpfung sollte nicht aufgeschoben werden

Verschiedene Puzzlesteinchen hätten verknüpft und Analogieschlüsse gezogen werden müssen, bemängelte auch Stiko-Mitglied Jörg Meerpohl, Direktor des Instituts für Evidenz in der Medizin vom Uniklinikum Freiburg. Aber man müsse mit dem leben, was man habe. Bogdan betonte, dass angesichts der umfangreichen Erfahrung mit den bisherigen Covid-19-Impfstoffen nicht zu erwarten sei, dass man in ein Problem hineinlaufen werde.

Aus Deutschland eliminieren lasse sich das Virus auch mit den angepassten Impfstoffen nicht, sagte Bogdan. Das Impfziel sei, schwere Erkrankungen, Krankenhausbehandlungen und Tod infolge von Corona-Infektionen zu verhindern. Es gehe hingegen nicht darum, Inzidenzen niedrig zu halten oder harmlosere Infektionen zu verhindern. Mittlerweile sei eine Situation erreicht, in der „eine sehr gute Basisimmunität in der Bevölkerung“ existiere.

Der Rat von Fachleuten lautet, im Fall einer fälligen Auffrischung verfügbare Präparate zu nutzen und den Schritt nicht in Hinblick auf einen vermeintlich besseren, neueren Impfstoff aufzuschieben. Sonst laufe man Gefahr, in der Zwischenzeit zu erkranken. Trotz der geplanten Empfehlung können auch die bisherigen Covid-19-Impfstoffe weiter benutzt werden. Bogdan betonte, alle vorhandenen Impfstoffe schützten sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen. Mit den neuen Präparaten gehe es darum, sich für eventuell künftig auftretende weitere Sublinien von Omikron aufzustellen. (dpa/sne)

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