Nach Moratorium müssen mehrere AKW vom Netz 

Berlin - Als Konsequenz aus dem Aussetzen der Laufzeitverlängerung für AKW werden mehrere Anlagen in Kürze abgeschaltet. Unterdessen hält Umweltminister Röttgen eine völlige Abkehr von der Laufzeitverlängerung für möglich.

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Angesichts der Katastrophe in Japan und dem damit verbundenen Stopp der AKW-Laufzeitverlängerungen in Deutschland wird das seit 1976 laufende Atomkraftwerk Neckarwestheim 1 in Baden-Württemberg vom Netz genommen. Dies machte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Montag in Berlin deutlich. Der südhessische Atommeiler Biblis A geht nach Angaben der hessischen Landesregierung im Juni für zunächst einmal acht Monate vom Netz. Geplant seien Revisionsarbeiten, sagte Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) in Wiesbaden.

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Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) will das umstrittene Kernkraftwerk Isar I abschalten. Das sagte Söder nach Angaben informierter Kreise am Montag bei einer Telefonschalte des CSU-Präsidiums. Mit der Laufzeitverlängerung hatten Union und FDP jedem der 17 Atomkraftwerke bestimmte neue Reststrommengen zugestanden. Dies ergab in Jahre umgerechnet für die sieben bis 1980 ans Netz gegangenen Akw acht Jahre längere Laufzeiten und für die anderen 14 Jahre mehr. Mit den Entscheidungen vom Montag deutet sich eine Zäsur in der Atompolitik an. Erst im Herbst 2010 hatte die Regierung die Laufzeitverlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre beschlossen.

Röttgen: Abkehr von Laufzeitverlängerung möglich

Umweltminister Röttgen hält unterdessen eine völlige Abkehr von der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für denkbar. Das am Montag von der Koalition beschlossene dreimonatige Moratorium der Verlängerung müsse für eine tabufreie Diskussion über die Sicherheit und Beherrschbarkeit der Kernenergie genutzt werden, sagte Röttgen am Montag in Berlin. Dabei dürfe es keine Vorfestlegungen geben.

Auch ein Verzicht auf die Laufzeitverlängerung stehe zur Debatte. Eine der Konsequenzen aus den Ereignissen in Japan bestehe darin, “so schnell wie möglich raus aus der Kernenergie zu gehen“, erklärte der CDU-Politiker. Der Einstieg in die erneuerbaren Energien müsse noch konsequenter als bisher verfolgt werden.

dpa

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