Nach Feuer: Boeing Dreamliner bleiben am Boden

Everett - Der Flugzeugbauer Boeing sucht weiter nach den genauen Ursachen eines Feuers an Bord eines Dreamliner-Testfliegers. Bis dahin bleibt die gesamte Flotte von sechs Maschinen am Boden.

“Wir werten die Daten aus, um den Unfall zu verstehen“, teilte der Airbus-Konkurrent am späten Donnerstag (Ortszeit) in Everett (US- Bundesstaat Washington) mit. Parallel liefen die Reparaturen an der beschädigten Maschine, hieß es. “Außerdem wägen wir die angemessenen Schritte ab, die nötig sind, um die restliche Testflotte wieder in Flugbereitschaft zu versetzen.“

Das Testflugzeug mit der Kennung ZA002 hatte am Dienstag notlanden müssen, nachdem Rauch in die Kabine gedrungen war. Eine Schalttafel im hinteren Teil hatte Feuer gefangen, soviel ist bislang bekannt. Die Isolierung und sogar Metall in der Nähe schmolzen.

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“Die Untersuchung des umliegenden Bereichs wird noch einige Tage dauern“, ließ Boeing wissen. “Es ist zu früh, um zu sagen, ob die Struktur oder die benachbarten Systeme merklich beschädigt wurden.“ Bis dato seien aber noch keine schweren Schäden festgestellt worden.

Die sogenannte P100-Schalttafel versorgt den Flieger mit Energie, die vom linken Triebwerk kommt. “Die Notfall-Systeme sind während des Vorfalls angesprungen“, erklärte Boeing. Dadurch habe die Crew die Maschine unter Kontrolle halten und sicher landen können.

Der Unfall passierte kurz nachdem bei einem Airbus A380 der Fluggesellschaft Qantas ein Triebwerk teils auseinandergebrochen war. Das löste eine rege Debatte über die Sicherheit von neu entwickelten Maschinen aus. Besonders der Triebwerkhersteller Rolls-Royce geriet in die Schusslinie.

Für Boeing war die Notlandung ein weiterer Schlag. Der Hersteller hat den Auslieferungstermin für seinen Hoffnungsträger 787 Dreamliner wiederholt verschieben müssen. Immer wieder tauchten neue technische Probleme auf.

Fast drei Jahre liegt das Prestigeprojekt inzwischen im Rückstand. Die erste Maschine soll eigentlich um den Februar herum an All Nippon Airways in Japan gehen. Boeing warnte bereits: “Wir können den Einfluss des Vorfalls auf den Zeitplan des gesamten Programms nicht vorhersagen, bis wir uns durch alle Daten gearbeitet haben.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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