“Es muss uns alle aufrütteln“

Mont-Blanc-Gletscher droht zu kollabieren - Eismassen könnten ins Tal stürzen

+
Schmelzender Mont-Blanc-Gletscher droht zu stürzen

Ein Gletscher am Mont Blanc hat Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Teile des Gletschers drohen auf der italienischen Seite ins Tal zu stürzen. 

  • Ein Gletscher auf der italienischen Seite am Mont Blanc bewegt sich seit Wochen bedrohlich. Behörden sind in Alarmbereitschaft. 
  • Gewaltige Teile des Planpinceux-Gletschers drohen abzustürzen. Der vordere Teil des Gletschers, etwa 5.000 Kubikmeter, sind schon zusammengebrochen    

Update vom 4. Oktober 2019: Der Planpincieux-Gletscher auf dem Mont-Blanc-Massiv steht seit geraumer Zeit unter genauester Beobachtung. Mit Fotos und Radar wird jede Bewegung des Gletschers erfasst. Der Grund: Enorme Eismassen sind nach dem warmen Sommer 2019 ins Rutschen geraten und drohen ins Tal zu stürzen. 

Wann die Gletscherfront zusammenbrechen wird, können Wissenschaftler nicht genau sagen. Vorsorglich haben italienische Behörden zwei Straßen im Val Ferret in der Nähe von dem Ort Courmayeur gesperrt. 

In der Nacht auf Montag (30. September 2019) sind etwa 5.000 Kubikmeter von der Vorderseite abgebrochen. Auch in den vergangenen Nächten gab es einen Zusammenbruch, der jedoch mit 650 Kubikmeter von der Stiftung Fondazione Montagna sicura als nicht signifikant bezeichnet wird.

Die Lage am Planpincieux-Gletscher bleibt weiter angespannt, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Der Gletscher bewegt sich nach einem aktuellen Bericht einen Meter pro Tag, obwohl die Temperaturen gesunken sind.  

„Für das Val Ferret gibt es kein Risiko, selbst wenn 250.000 Kubikmeter herunterrutschen“, sagte der Klimatologe Massimiliano Fazzini von der Universität in Ferrara gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Er hält demnach in diesem Fall wenig von überzogenen Warnungen.

Wie sich der Gletscher am Mont Blanc verändert hat, zeigen Aufnahmen die auf der Webseite von Nasa Earth Observertory zu sehen sind.    

Eismassen könnten ins Tal stürzen: Mont-Blanc-Gletscher vor drohendem Kollaps

Erstmeldung vom 25. September 2019: Aosta – Der Mont Blanc ist 4810 Meter hoch und der höchste Berg der Alpen. Doch ein Gletscher auf der italienischen Seite - Region Aostatal - bewegt sich gerade bedrohlich, wie die Stiftung Fondazione Montagna sicura (auf Deutsch: Stiftung für sichere Berge) mitteilt. 

Der Planpincieux-Gletscher am Grandes Jorasses bewege sich mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Zentimeter pro Tag, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die Masse sei instabil, heißt es. Der italienische Ort Courmayeur (Region Aostatal) hat nun die Sperrung von Gemeindestraßen angeordnet. 250.000 Kubikmeter Eis könnten abbrechen. Der Planpincieux-Gletscher ist ungefähr 2,45 Kilometer lang und befindet sich auf einer Höhe zwischen 3660 und 2345 Meter über dem Meeresspiegel.

Fotos von einem Gletschersee am Mont Blanc hatten Anfang Juli für Wirbel gesorgt. Ein französischer Bergsteiger hatte den türkisblauen See entdeckt und vor einer riesigen Flutwelle gewarnt. Diese Wassermassen würden seinen Einschätzungen nach dann auch die Gemeinde Courmayeur treffen. 

Video: Mont-Blanc-Gletscher - Anwohner hörten ein Donnern

Die Sorgen um einen gefährdeten Gletscher am Mont Blanc wachsen. Auf italienischer Seite drohen wegen steigender Temperaturen Teile des Planpincieux-Gletschers abzustürzen. Die Gemeinde Courmayeur sperrt deswegen Straßen. 250.000 Tonnen Eis könnten herunterbrechen. Anwohner berichten von einem Donnern.

Bedrohung am Mont-Blanc-Gletscher: „Der Alarm muss uns erschüttern“

Bricht nun der Gletscher zusammen, seien nach Angaben des Bürgermeisters von Courmayeur gegenüber Ansa keine bebauten Gebiete oder Touristische Einrichtungen betroffen. Alarmierend sei die drohende Gefahr doch allemal. Der Klimawandel ist im vollen Gange.  

„Die Nachricht, dass ein Gletscher auf der Mont-Blanc-Seite zusammenbrechen könnte, ist ein Alarm, der uns nicht gleichgültig lassen kann. Er muss uns alle aufrütteln und uns mobilisieren", sagte der italienische Premierminister Giuseppe Conte in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung, so die Nachrichtenagentur Ansa

In der Arktis tobte ein gewaltiges Feuer. Diese riesigen Brände haben fatale Folgen für den Permafrost und beschleunigen einen Klima-Teufelskreis. Das Meereis in der Arktis erreichte am 18. September seine jährliche Mindestausdehnung, teilte die Nasa via Twitter mit. Es sei dieses Jahr zwar kein Negativ-Rekord zu verzeichnen, doch es wäre ein Trend zu beobachten.

Mont-Blanc: Gletschersee sorgte für Aufregung

Meteorologe Jörg Kachelmann hält wenig davon beim Thema Klima in Hysterie auszubrechen und hält die Hitze für weniger problematisch. Etwas anderes besorgt ihn viel mehr.

ml

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare