Flucht mit Trick

Mörder "entlassen sich selbst" aus Gefängnis

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Die beiden Häftlinge fälschten die Unterschrift des zuständigen Richters.

Orlando - Mit einem einfachen Trick sind zwei US-Häftlinge auf freien Fuß gelangt. Die Flucht fliegt erst Tage später auf. Von den Männern fehlt bisher jede Spur.

Mit gefälschten Entlassungspapieren sind zwei wegen Mordes verurteilte Männer im US-Staat Florida aus dem Gefängnis entkommen. Wie US-Medien berichteten, trugen die Dokumente die - vermeintlichen - Unterschriften eines Richters und eines Bezirksstaatsanwaltes und besagten, dass die jeweilige Haftstrafe reduziert worden sei.

Beide Häftlinge hatten die gefälschten Entlassungspapiere offenbar der zuständigen Stelle beim Bezirksgericht zugeleitet, die den Eingang mit ihrem Stempel bestätigte. Danach landeten die Papiere bei der Gefängnisbehörde, die die Entlassung veranlasste. Experten vermuten, dass sich die Häftlinge im Internet kundig machten. In Florida könnten Gerichtspapiere online eingesehen werden, „und jeder mit ein bischen Menschenverstand“ könne sie nachahmen, wird der Jurist Mark O'Mara im „Orlando Sentinel“ zitiert. Als Konsequenz aus den Vorfällen sollen künftig alle Unterschriften auf Entlassungspapieren überprüft werden.

Ein Häftling war bereits Ende September auf freien Fuß gekommen, der andere am 8. Oktober. Die Fälle wurden erst jetzt bekannt. Zeit hatte den Geflohenen ein weiterer Trick verschafft: Drei Tage nach ihrer „Freilassung“ tauchten die beiden Männer jeweils in der Verwaltung eines anderen Gefängnisses auf und ließen sich als verurteilte Schwerverbrecher registrieren. Das ist in Florida so vorgeschrieben.

Dem Sender CNN zufolge flog der Betrug erst auf, nachdem sich ein Verwandter eines der Mordopfer nach den Gründen für die Freilassung erkundigt hatte. Da waren die beiden 34-Jährigen aber schon über alle Berge.

Der zuständige Bezirkssheriff Jerry Demings, der die Fahndung leitet, sprach von einem „Versagen des Systems“. Die Sache sei „frustrierend“, zitierte ihn die Zeitung „Orlando Sentinel“. Die Männer waren den Berichten zufolge zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der eine hatte bei einem Einbruch in ein Haus einen Familienvater getötet, der andere einen Mann an einer Straßenecke erschossen. Beide saßen im Franklin-Gefängnis in Carrabelle ein, ob sie sich kannten, blieb zunächst offen.

dpa

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