Mediziner: Grippewelle im Anmarsch

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Laut Experten ist eine Grippewelle im Anmarsch auf Deutschland.

Berlin - Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie erwartet eine Grippewelle in Deutschland. Die Zahl der Grippefälle in Deutschland werde sich in den nächsten Wochen voraussichtlich deutlich erhöhen.

Davor warnte Bernhard Ruf, Leiter der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin am Leipziger Klinikum St. Georg und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), am Mittwoch. Noch könne man sich gegen Grippe impfen lassen. Viel Zeit bleibe aber nicht mehr, weil es nach der Impfung 10 bis 14 Tage dauere, bis der Organismus einen wirksamen Impfschutz aufgebaut habe.

“Wir empfehlen die Impfung, weil eine Influenza-Infektion selbst bei gesunden Menschen zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann“, erklärte der Infektionsmediziner. Ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf durch die saisonale Grippe hätten ältere Menschen, Schwangere und chronisch kranke Patienten. Für sie sei der Impfschutz unbedingt anzuraten.

Nach Angaben des europäischen Zentrums für Krankheitsprävention und -kontrolle werden derzeit England, Irland und Dänemark bereits von einer heftigen Grippewelle heimgesucht. 15 europäische Länder registrierten mittlerweile eine steigende Influenzaaktivität, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen, hieß es.

Erkrankte zum Teil ohne Vorerkrankungen

Die Zahl der mit Schweinegrippe infizierten Toten steigt derweil. In Göttingen starb nach Angaben des örtlichen Gesundheitsamtes eine 75-Jährige am Dienstag in einer Klinik an den Folgen der Virusinfektion. Der Tod sei nach einem kurzen, sehr heftigen Krankheitsverlauf eingetreten, hieß es. Vorerkrankungen der Frau waren den Angaben zufolge nicht bekannt. Ende Dezember und Anfang Januar waren in Göttingen bereits ein dreijähriges Mädchen und ein 51 Jahre alter Mann mit Schweinegrippe gestorben. Ob das Virus ursächlich für diese Todesfälle war, ist aber unklar.

In einer Kölner Klinik starb eine 25-jährige Frau, die mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert war. Sie habe allerdings auch schwer wiegende Krankheiten gehabt, sagte eine Stadtsprecherin am Mittwoch. In einem weiteren Fall aus Köln, wo am Wochenende ein sechs Jahre altes Mädchen gestorben war, ist die Todesursache noch unklar.

Der Tod einer 54-Jährigen Frau in der Uni-Klinik Münster lässt sich hingegen eindeutig auf die Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus zurückführen. Die Patientin sei am Dienstag an multiplem Organversagen gestorben, sagte eine Sprecherin der Klinik.

Ebenfalls am Mittwoch wurde bekannt, dass ein Mann aus dem Kreis Minden-Lübbecke an der Schweinegrippe gestorben ist. Der 36-Jährige sei auf der Intensivstation eines Krankenhauses im Kreis behandelt worden und am Wochenende gestorben, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Vorerkrankungen waren bei dem Mann den Angaben zufolge nicht bekannt.

dapd/wsd/iha

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