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Marburg-Virus: Symptome und Verlauf der tödlichen Krankheit

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Von: Sven Schneider

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Zwei Menschen sind in Ghana am Marburg-Virus gestorben. Die Sterblichkeitsrate der Krankheit ist sehr hoch. Die WHO ist in Alarmbereitschaft.

Hamm - Etwa vor zwei Wochen kam der erste Verdacht auf, nun ist es Gewissheit: In Ghana haben sich erstmalig zwei Menschen mit dem Marburg-Virus infiziert. Wer erkrankt, hat oftmals einen tödlichen Verlauf. Das bestätigten jetzt auch die beiden Fälle in der Ashanti-Region des Landes. Der 26-Jährige und der 51-Jährige sind in folge der Erkrankung gestorben.

Marburg-Virus hat hohe Sterblichkeitsrate - Symptome und Verlauf

Die Kontaktnachverfolgung der beiden Verstorbenen ist bereits im vollen Gange, wie ein unabhängiges Labor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im senegalesischen Dakar bestätigte. Inzwischen sollen mehr als 90 Kontakte informiert worden sein. Diese werden nun zudem überwacht. Das Marburg-Virus gehört zur gleichen Familie wie Ebola, ist hochansteckend und löst hämorrhagisches Fieber aus. Einmal erkrankt, ist ein schwerer bis tödlicher Verlauf wahrscheinlich. Ob das Marburg-Virus wie schon die Affenpocken den Weg nach Europa finden, kann aktuell nicht prognostiziert werden.

Die Sterblichkeitsrate schwankte bei früheren Ausbrüchen enorm. Je nach Virusstamm und Fallzählung lag sie zwischen 24 und 88 Prozent. Zugelassene Impfstoffe oder antivirale Medikamente gibt es bislang nicht. Die beiden Patienten in Ghana, wo das Marburg-Virus zum ersten Mal auftaucht, kämpften zuvor mit Symptomen wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Fieber.

Es ist bereits das zweite Mal in den vergangenen Monaten, dass das Marburg-Virus in Westafrika nachgewiesen wurde. Im vergangenen September wurde ein Fall in Guinea bekannt. Zu einem großen Ausbruch wie in der Demokratischen Republik Kongo (1998) und Angola (2004) kam es aber nicht. Damals starben mehrere Hundert Menschen.

Marburg-Virus: WHO in Alarmbereitschaft - Krankheit beginnt abrupt

Die WHO und die örtlichen Gesundheitsbehörden sind in Alarmbereitschaft. So soll ein nationales Untersuchungsteam in der betroffenen Region Nachforschungen eingeleitet haben und Tests und Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. „Die Gesundheitsbehörden haben schnell reagiert und sich einen Vorsprung auf einen möglichen Ausbruch verschafft“, wird Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektor für Afrika, zitiert.

Noch ist nicht genau definiert, wo und wie sich die Menschen in Ghana angesteckt haben. Vermutlich wird das Marburg-Virus über Flughunde übertragen. Übertragen wird das Virus über infektiöse Körperflüssigkeiten, auch auf Oberflächen. Viele Patienten entwickeln innerhalb von sieben Tagen einen schweren Verlauf, der mit Fieber-Kopfschmerzen und Unwohlsein beginnt. Das Marburg-Virus wurde in der gleichnamigen Stadt Deutschlands im Jahr 1967 erstmalig bei einem Laborangestellten dokumentiert.

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