Mann hält 122 Kaninchen auf Hochhausbalkon

Berlin - Mehr als 120 Kaninchen hat ein Mann in Berlin-Lichtenberg auf dem Balkon seiner Hochhauswohnung gehalten. Teilweise hätten sechs große Kaninchen in einem Käfig gelebt, der für höchstens zwei Tiere geeignet sei.

Das sagte Ursula Bauer von Aktion Tier Berlin. Insgesamt habe er auf dem im neunten Stock gelegenen Balkon 47 erwachsene Tiere und 75 Jungtiere gehalten. Die Kaninchen hätten sich kaum bewegen können und weder Rückzugs- noch Beschäftigungsmöglichkeiten gehabt, sagte die Biologin. Aufgrund der Enge und frustrierenden Langeweile sei es häufig zu blutigen Beißereien gekommen. “Wir haben stark abgemagerte, verfilzte, verletzte und kranke Tiere festgestellt“, sagte die Aktivistin von Aktion Tier. Außerdem hätten sich die unkastrierten Kaninchen permanent vermehrt. Am vergangenen Freitag zeigte Aktion Tier nach eigenen Angaben die “völlig aus dem Ruder gelaufene Zucht“ beim zuständigen Veterinäramt in Lichtenberg an.

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Daraufhin habe der Amtstierarzt den gesamten Kaninchenbestand beschlagnahmt und in die Tiersammelstelle bringen lassen. Der 45-jährige Besitzer habe ein Tierhalteverbot erhalten, sagte Bauer. Der Hartz-IV-Empfänger sei in der Vergangenheit schon mehrfach negativ aufgefallen, als er mit seinen Kaninchenjungen auf dem Alexanderplatz oder im Park am Weißensee um Spenden gebettelt habe. Auch habe er die Tiere an Privatleute oder an Berliner Zoohandlungen verkauft.

dapd

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