Rechtsstreit um Entlassung

Rotlicht-Zweitjob eines Lehrers fliegt auf - aber er darf weiter unterrichten

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Ein Bordell-Betreiber an der Tafel: Ist dieser Zweitjob für einen Lehrer unangemessen?

Ein Lehrer verdient sich im Rotlicht-Milieu etwas dazu. Das wusste sein Arbeitgeber vorerst nicht, zieht nach der Enthüllung allerdings harte Konsequenzen. 

Linz - Ein Lehrer im österreichischen Linz verdient sich in einem zweifelhaften Milieu etwas dazu. Neben seinem Beruf an einer Handelsakademie ist er Geschäftsführer eines Bordells. 

Geschäftsführer eines Bordells: Lehrer verschweigt zweifelhaften Zweitjob

Der Betriebswirtschaftslehrer hatte seine pikante Nebentätigkeit zwar gemeldet, berichtet die Kronen-Zeitung, ganz offen war er seinem Arbeitgeber gegenüber jedoch nicht. Er leite die Geschäfte einer „Gesellschaft“, so seine undurchsichtige Angabe gegenüber dem Magistrat.

Als aufflog, dass es sich dabei um ein Bordell handelt, zog die Verwaltung drastische Konsequenzen und erteilte die fristlose Kündigung. Doch die wurde vom obersten Gerichtshof gekippt.

Gericht muss Lehrer recht geben: Bordell-Leitung nicht illegal 

Er habe sich lediglich um die „Abwicklung des Zahlungsverkehrs“ gekümmert, beteuerte der Lehrer und verweist darauf, dass sein Arbeitgeber hätte nachfragen müssen, welches Gewerbe er nun genau betreue. In diesem Punkt gab ihm das Oberlandesgericht Linz recht und musste zugestehen, dass das Betreiben eines Puffs nun mal nicht illegal sei.

Dennoch wird sich der Mann bald auf seine Karriere im Rotlicht-Milieu konzentrieren müssen. Denn auch wenn das Gericht die fristlose Kündigung untersagte, stimmte sie doch einer ordentlichen Entlassung zu. Es handle sich um „eine besonders schwere Dienstverfehlung“ und nachdem Lehrer „ein besonderes Ansehen und eine besondere Verpflichtung“ gegenüber der Gesellschaft besäßen, sei das Engagement in einem Bordell schlichtweg nicht mit dem Schuldienst vereinbar. 

Fristlose Kündigung gekippt - Puff-Betreiber verliert dennoch Job als Lehrer

So ordnete der Richter eine normale Kündigung an, die den Lehrer nicht unvermittelt in die (halbe) Arbeitslosigkeit stürzt. Weitere rechtliche Konsequenzen muss er nicht befürchten, gegen das Gesetz an sich hatte der Lehrer schließlich zu keinem Zeitpunkt verstoßen. 

mb

Dass der Job an einer österreichischen Schule allerdings kein Zuckerschlecken sein muss, wurde im Mai dieses Jahres deutlich, als ein Lehrer in Wien so heftig gemobbt wurde, dass er auf ekligste Art und Weise zurückschlug und einen Schüler bespuckte

In London musste die Schulleitung einen Lehrer aus einem noch deutlich kurioserem Grund entlassen. Nachgewiesenermaßen eignete er sich überhaupt nicht für den Beruf. 

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