US-Sex-Branche sauer

Kondom-Sheriffs spannen beim Porno-Dreh

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Los Angeles - In Kalifornien herrscht künftig Präser-Pflicht beim Porno-Dreh. Um die Einhaltung des Gesetzes sollen sich vor Ort speziell geschulte Beamte kümmern. Nur: Wie soll das aussehen?

Bereits zu Jahresbeginn hatte der Stadtrat von Los Angeles den Kondomzwang bei Sex-Filmen festgelegt, per Volksentscheid hatten die Kalifornier kürzlich für das Gesetz gestimmt. Wie die "Los Angeles Times" berichtet, sollen Inspektoren der Gesundheitsbehörde am Set sicherstellen, dass der Geschlechtsverkehr vor laufender Kamera tatsächlich "safe" abläuft.

Das geht nicht ohne erheblichen bürokratischen Aufwand und große Kosten: 300.000 US-Dollar soll die Umsetzung der Verhüterli-Verordnung im ersten Jahr kosten. Mit dem Geld sollen unter anderem Schulungen zum Thema "Umgang mit Körperflüssigeiten" für die künftigen Überzieher-Überprüfer finanziert werden. Die müssen auch lernen, wie sie bei Gesetzesverstößen das Beweismaterial sicherstellen. Doch wie fotografiert man ein nicht vorhandenes Gummi? Soll gar das ungeschützte Geschlechtsteil selbst als Bildmotiv herhalten?

Der Chef der Los Angeles AIDS Healthcare Foundation, Michael Weinstein zum Thema Kondom-Kontrolleure: "Hot-Dog-Stände werden auch regelmäßig überprüft, ob sie sich an die Vorlagen halten", zitiert die "Los Angeles Times" Weinstein. "So exotisch ist das nicht." Aber schwierig ist es - nicht zuletzt, weil viele Porno-Drehs nicht behördlich gemeldet werden und in Privathäusern stattfinden, zitiert das US-Blatt einen Experten.

Die kalifornischen Sex-Filmer wollen jetzt gegen das Gesetz prozessieren: Ihren Kunden vergehe die Lust, wenn sie Lümmeltüten sehen, lautet ihr Argument. Gleichzeitig drohen sie, nach Ungarn auszuwandern, dem europäischen Mekka der Schmuddelfilm-Industrie. Sie wollen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter wie bisher selbst überwachen und die Akteure auf HIV und andere Erreger untersuchen lassen. Die Effektivität dieser Methode ist jedoch spätestens umstritten, seitdem 2005 ein Darsteller nachweislich drei Kolleginnen mit dem HIV-Virus infizierte, ein weiterer Fall wurde 2010 bekannt. Über die Dunkelziffer wurde immer heiß spekuliert.

Die meisten amerikanischen Sexfilme - etwa 5.000 pro Jahr - werden im Großraum Los Angeles gedreht, 10.000 Arbeitnehmer verdienen ihr Geld dort in der Erwachsenen-Unterhaltung.

hn

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