Neue Studie

Klimawandel treibt Kaiserpinguine dem Aussterben entgegen

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Geht die Erderwärmung so weiter wie derzeit, dann würde die Zahl der Kaiserpinguine um mehr als 80 Prozent sinken, schreiben Forscher in einer neuen Studie. Foto: Stephanie Jenouvri/Woods Hole Oceanographic Institution/dpa

New York (dpa) - Wenn die Erderwärmung mit derzeitigem Tempo voranschreitet, könnten Kaiserpinguine einer neuen Studie zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts fast ausgestorben sein.

Bis 2100 würde ihre Zahl dann um 86 Prozent abnehmen, sagte Vogelexpertin Stephanie Jenouvrier von der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI).

Kaiserpinguine können bis zu 130 Zentimeter groß werden und leben in Kolonien auf dem Packeis in der Antarktis. Das Meereis dient den Pinguinen unter anderem als Plattform von der aus sie nach Nahrung tauchen und als Fluchtort vor Feinden. Es beeinflusst zudem die Krillmenge und ist daher wichtig für die Nahrungskette der Vögel. Packeis ist durch den Klimawandel allerdings immer stärker vom Schmelzen bedroht. Das Team um Jenouvrier nutzte und entwickelte verschiedene Computermodelle zur Projektion der Zukunft des Packeises und der Kaiserpinguine.

Ergebnis: Wenn die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden kann - wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen - würden nur rund fünf Prozent des Packeises schmelzen und die Zahl der Pinguin-Kolonien um rund 19 Prozent sinken. Derzeit gebe es 54 bekannte Kolonien.

Wenn die Erderwärmung nur auf 2 Grad begrenzt werden kann, würden fast 15 Prozent des Packeises schmelzen und rund ein Drittel der derzeit existierenden Pinguin-Kolonien verschwinden.

Gehe die Erderwärmung aber so weiter wie derzeit, dann würde die Zahl der Kolonien um 80 Prozent sinken, die Zahl der Pinguine sogar um mehr als 80 Prozent, schreiben die Forscher im Fachjournal "Global Change Biology". "In diesem Szenario liefen die Pinguine effektiv ihrem Aussterben entgegen", sagte Jenouvrier.

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