Waffensammler vor Gericht

Panzer im Villen-Keller - 84-Jähriger muss seinen „Panther“ verkaufen

Ein alter Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg in dem Keller seiner Villa brachte einen Waffensammler vor Gericht. Nun ist das Urteil gefallen.

Kiel - Der Fund sorgte 2015 für Aufsehen. Im Sommer holten Soldaten einen Wehrmachtspanzer aus dem Keller einer Villa an der Kieler Förde. Bei einer Hausdurchsuchung war die Staatsanwaltschaft auf eine Waffensammlung gestoßen.

Darunter auch ein Kampfpanzer Typ „Panther“, Baujahr 1944, aus dem Zweiten Weltkrieg. Zudem wurde in dem Anwesen eine Flak vom Kaliber 8,8 Zentimeter sowie ein Torpedo, ein Mörser, Maschinen- und Sturmgewehre, halb- und vollautomatische Pistolen und mehr als 1000 Schuss Munition sichergestellt.

Der 84-jährige Waffensammler wurde wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie waffenrechtlicher Verstöße* vor dem Kieler Landgericht angeklagt. Nun ist das Urteil in dem Prozess gefallen.

Nach dem Fund wurde der Wehrmachtspanzer 2015 aufwändig aus dem Keller des Rentners geborgen.

Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben sich auf eine Bewährungsstrafe für den Panzer-Eigentümer verständigt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Im Gegenzug für das am Dienstag über seinen Anwalt verlesene Geständnis und eine Verpflichtung zum Verkauf eines Panzers vom Typ „Panther“ und einer Flugabwehrkanone vom Kaliber 8,8 Zentimeter soll der 84-Jährige eine Bewährungsstrafe von höchstens einem Jahr und fünf Monaten wegen unerlaubten Besitzes von Waffen, Munition und Sprengstoff erhalten.

Hinzu kommt eine Geldauflage in Höhe von 250.000 Euro. Vier Monate sollen wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung als verbüßt gelten.

Panzer im Keller - Sammlerstück oder Kriegswaffe

Der Besitzer hatte den Panzer in den späten 1970er-Jahren schrottreif in England gekauft und restaurieren lassen. Der Kampfpanzer landete im Keller des Rentners. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, soll die Bundeswehr den Motor für rund 28.000 Euro gewartet haben. Vom Panzer als Lebenswerk sei nach dem Fund die Rede gewesen. Der Panzer-Fund sorgte international für Aufsehen. Ein Militärmuseum in den USA soll wohl schon Interesse an dem Stück haben. (ml mit Material der dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/picture alliance/dpa

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