Karfreitagspredigt

Kardinal Marx: Christen sollen auf Muslime in Deutschland zugehen

+
Kardinal Reinhard Marx.

Kardinal Reinhard Marx hat die Christen in Deutschland aufgerufen, auf Muslime und Nicht-Glaubende zuzugehen.

Update vom 20. April 2018: Im Streit um die Kommunion für evangelische Christen hat Papst Franziskus den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nach Rom zitiert. 

München - In seiner Predigt beim traditionellen „Kreuzweg der Völker“ rief Marx laut vorab verbreitetem Redemanuskript am Karfreitag zu Versöhnung und Freundschaft zwischen den Völkern, Kulturen und Religionen auf. „Es scheint mir wieder neu eine Zeit der verbalen, politischen und militärischen Aufrüstung zu sein“, beklagte der Erzbischof von München und Freising, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist. „Man will Frieden schaffen, so sagt man, mit immer mehr Waffen. Wie soll das gehen? Ich kann eine solche Logik nicht akzeptieren.“

Christen seien aufgerufen, überall in der Welt zu verkünden: „Nicht die Gewalttätigen werden das Land besitzen, sondern die Gewaltlosen“, sagte Marx. Der Kreuzweg, den Christen in der Münchner Innenstadt gehen, spreche „die Sprache der Gewaltlosigkeit und der Liebe, die sich verschenkt und so rettet“. Er sei auch ein Zeichen für diese Stadt und für dieses Land, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen, Sprachen und Hautfarben zusammenleben könnten, betonte der Kardinal. „Wo Hass und Gewalt gepredigt werden, da müssen wir als Christen Nein sagen.“

Marx regte an, Christen müssten noch mehr auf Nachbarn zugehen, die einer anderen Religion angehören. „Oder umgekehrt, sie auch zu uns einladen, so dass Begegnung immer wieder möglich wird“. Nur so könnten Vorurteile und Missverständnisse überwunden werden, ein Geist des Friedens entstehen und eine Gesellschaft zusammenfinden.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare