Abschlussbericht

Kampusch-Entführer war Einzeltäter

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Wolfgang Priklopil hatte Natascha Kampusch entführt.

Wien - Hatte der Entführer von Natascha Kampusch Helfer? Ein internationales Expertenteam kommt zu einem anderen Schluss. Verstummen jetzt die Verschwörungstheorien?

Die Evaluierung hat ergeben, dass Wolfgang Priklopil die Entführung mit hoher Wahrscheinlichkeit alleine durchgeführt hat“, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Montag in Wien. Auch Verbindungen in das Rotlichtmilieu oder zu einem Kinderpornoring „konnten trotz umfangreicher Ermittlungen nicht festgestellt werden“.

Kampusch ist heute 25 Jahre alt.

Kampusch wurde als Zehnjährige gekidnappt und war acht Jahre in in einem Kellerverlies bei Wien gefangen. Im August 2006 gelang ihr die Flucht. Priklopil warf sich daraufhin vor einen Zug und beging Selbstmord. Seitdem wird spekuliert, dass der Entführer Helfer oder Mitwisser hatte. Eine zwölf Jahre alte Zeugin, die bei der Entführung zwei Männer gesehen haben will, hat sich den Experten zufolge geirrt. Die heute 25-jährige Kampusch, die für die neuen Ermittlungen nicht nochmal befragt wurde, hatte die Theorien von Mittätern immer als Hirngespinste bezeichnet. Auch die Untersuchungen der österreichischen Polizei hatten ergeben, dass Priklopil alleine handelte.

Ein Untersuchungsausschuss des österreichischen Parlaments empfahl trotzdem eine neue Evaluierung, um mögliche Ermittlungspannen zu prüfen. Seit Juli 2012 nahmen die Teams des BKA und der US-Bundeskriminalpolizei FBI den Fall deshalb nochmal unter die Lupe.

Gleichzeitig kritisierte die Kommission, der auch das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) und das FBI angehörten, Ermittlungsfehler in dem Fall: Hinweisen auf Priklopil sei in der Anfangsphase nicht nachgegangen worden, sagte Ziercke. Allerdings hätten Beamte das Verlies im Keller ohne konkrete Hinweise kaum finden können, so Zierke.

dpa

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