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Keine Bahn für Ungeimpfte in Italien: Amnesty International kritisiert Corona-Kurs

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Von: Christian Weihrauch

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In Italien dürfen nur noch frisch genesene oder geimpfte Menschen Bus und Bahn fahren
In Italien dürfen nur noch frisch genesene oder geimpfte Menschen Bus und Bahn fahren (Archivbild). © Fabio Frustaci/dpa

Amnesty International sieht im Corona-Kurs Italiens eine Diskriminierung von ungeimpften Menschen. Sie dürfen beispielsweise keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutzen.

Rom – Italien erhält Gegenwind für seinen Corona-Kurs: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert die Regierung auf, die unverhältnismäßige Diskriminierung von Ungeimpften zu beenden. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Die Regierung um Ministerpräsident Mario Draghi hatte zum Jahreswechsel eine Impflicht für alle Menschen über 50 Jahren* eingeführt und harte Regeln für Ungeimpfte verabschiedet. Sie dürfen beispielsweise bis zum 15. Juli keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen und kommen so nicht zur Arbeit, wenn sie kein eigenes Fortbewegungsmittel besitzen. Einzige Ausnahme: Sie sind frisch genesen. Wer über 50 Jahre alt und nicht gegen Corona* geimpft ist, darf außerdem nicht mehr an seinen Arbeitsplatz.

Corona in Italien: Amnesty International kritisiert „Diskriminierung“

Eine Impfpflicht und Einschränkungen müssten stets „verhältnismäßig“ bleiben, heißt es in einer Erklärung von Amnesty, die der FAZ vorliegt. Die Menschenrechtsorganisation fordert die italienische Regierung dazu auf, „zu gewährleisten, dass die gesamte Bevölkerung ihre Grundrechte wahrnehmen kann“. Dazu zählt sie das Recht auf Ausbildung und Arbeit. Ungeimpfte müssten „ohne Diskriminierung“ das Recht haben, am Arbeits- und Sozialleben teilzunehmen, erklärte Amnesty International. Maske tragen und Corona-Tests seien alternative Maßnahmen.

Auch der Unmut vieler Menschen scheint zu wachsen, wie die steigende Zahl an Demonstrierenden zeigt. Etwa 5000 Personen nahmen am Samstag an einer Protestkundgebung in Rom in der Nähe des Kolosseums teil. Auch in anderen Städten wie Mailand kam es zu Demonstrationen.

Zahl der Corona-Erstimpfungen in Italien steigt

Die Impflicht in Italien scheint jedoch Wirkung zu zeigen. Die Zahl der Erstimpfungen nahmen im Januar so stark zu, wie seit Herbst nicht mehr, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Vor allem Menschen über 50 lassen sich zunehmend gegen das Coronavirus impfen. (chw) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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