Angriff auf iranisches Zentrum

Attentäter jagen zwei Autos in die Luft

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Bei einem Doppelanschlag auf ein iranisches Kulturzentrum im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut sind drei Menschen getötet und rund 70 weitere verletzt worden.

Beirut - Bei einem Doppelanschlag auf ein iranisches Kulturzentrum im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut sind drei Menschen getötet und rund 70 weitere verletzt worden.

Die Al-Kaida-nahe Dschihadistengruppe Abdallah-Assam-Brigaden bekannte sich zu den Angriffen vom Mittwoch und sprach von Selbstmordanschlägen. In der Umgebung der Angriffe hat die Schiitenmiliz Hisbollah ihre Hochburg - sie unterstützt ebenso wie der Iran die Führung in Damaskus im syrischen Bürgerkrieg.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, dass es sich um zwei Selbstmordattentäter handelte, die jeweils ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Luft gejagt hätten. Ein AFP-Fotograf berichtete, dass sich der Anschlag am Kulturzentrum ereignete. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna bestätigte die Angriffe. In der Nähe befinden sich demnach auch die Büros der örtlichen Irna-Reporter sowie des iranischen Senders Irib.

Attentäter jagen zwei Autos in die Luft

Attentäter jagen zwei Autos in die Luft

Über dem Viertel Bir Hassan hing eine riesige Rauchwolke, die Straßen waren übersät mit Schutt. Anwohner unterstützten die Feuerwehr mit Feuerlöschern, und Rettungsteams trugen Verletzte davon. Dem Roten Kreuz zufolge gab es drei Tote und mindestens 70 Verletzte, von denen viele in Lebensgefahr waren.

Der libanesische Regierungschef Tammam Salam bezeichnete die Anschläge als eine "Botschaft feindlicher Kräfte", die entschlossen seien, dem Libanon Leid zuzufügen. Die Regierung werde entsprechend darauf reagieren.

Die verantwortliche Dschihadistengruppe erklärte im Internetportal Twitter, die "Brüder der Abdullah-Assam-Brigaden bekennen sich zu dem Angriff auf das iranische Kulturzentrum". Es habe sich um einen doppelten Selbstmordanschlag gehandelt. Die Gruppe steht dem Terrornetzwerk A-Kaida nahe und hatte in der Vergangenheit bereits Anschläge unter anderem auf die iranische Botschaft in Beirut verübt.

Der Iran unterstützt die im Libanon ansässige schiitische Hisbollah-Miliz und steht an der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, der sich einer vorwiegend sunnitisch geprägten Rebellion gegenüber sieht. Auch die Hisbollah schickte Kämpfer nach Syrien, die dort auf der Seite der Regierungstruppen stehen.

dpa

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