Insolvenzgericht bestätigt: Müller-Brot ist pleite

Neufahrn - Die wegen eines Hygieneskandals schwer angeschlagene Großbäckerei Müller-Brot in Bayern ist pleite. Das Unternehmen hat heute beim Landgericht in Landshut Antrag auf Insolvenz gestellt.

Rund zwei Wochen nach dem behördlich verfügten Produktionsstopp hat das Unternehmen Insolvenzantrag gestellt, wie die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag aus Unternehmenskreisen erfuhr. Betroffen sind rund 1100 Beschäftigte in der Großbäckerei in Neufahrn bei München.

Ursprünglich wollten die Behörden an diesem Freitag prüfen, ob die Produktion wieder aufgenommen werden sollte. Das Unternehmen hatte nach Bekanntwerden der Hygienemängel massive Umsatzverluste hinnehmen müssen.

Die Produktion in der Fabrik war am 30. Januar von den Lebensmittelbehörden gestoppt worden, nachdem gravierende Hygienemängel wie Mäusekot oder Maden im Mehl nicht abzustellen waren. Am vergangenen Samstag hatte sich die Geschäftsführung bei einer Betriebsversammlung etwa 500 Beschäftigten gestellt. Mehrheitseigentümer Klaus Ostendorf erschien nicht und hatte sich entschuldigen lassen.

Scharfe Kritik an dem Vorgehen des Unternehmens kam von Seiten der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Die Beschäftigten durch Lug und Trug in Sicherheit wiegen und parallel das Insolvenzverfahren betreiben. Das ist wirklich das Letzte,“ sagte Mustafa Öz von der NGG. Das Vorgehen der Eigentümer sei „menschenverachtend“. Auch die Behörden hätten sich schuldig gemacht.

dpa

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