Indien: Todesurteile für Mehrfach-Vergewaltiger

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Proteste gegen Vergewaltiger in Indien.

Mumbai - Die Justiz in Indien setzt Zeichen gegen die sexuelle Gewalt im Land. Am Freitag fielen gleich zwei viel beachtete Entscheidungen.

Erstmals nach der Verschärfung der Gesetze für Sexualtäter in Indien sind am Freitag Mehrfach-Vergewaltiger zum Tode verurteilt worden. Drei Männer sollen an den Strang, weil sie im vergangenen Jahr in Mumbai eine Foto-Journalistin und eine Angestellte einer Telefonvermittlung im Abstand weniger Wochen sexuell missbraucht hatten.

In einer anderen Entscheidung erhielten 24 Männer lange Haftstrafen für eine Gruppenvergewaltigung im Süden des Landes, wie lokale Medien übereinstimmend berichteten. Die Männer hatten im Jahr 1996 eine Jugendliche im Bundesstaat Kerala über Wochen hinweg mehr als 60 Mal in Hotels, Häusern und Autos missbraucht.

Die härteren Strafen für Sexualtäter waren erst vor einem Jahr nach der Gruppenvergewaltigung in einem Bus in Neu Delhi verabschiedet worden. Diese besonders brutale Tat hatte das Land aufgeschreckt und zu zahlreichen Protesten geführt. Politiker gingen mit den neuen Gesetzen auf einige Forderungen der Demonstranten ein.

Auch als die Foto-Journalistin im August in einer heruntergekommenen Fabrikruine im Zentrum Mumbais angegriffen wurde, kam es zu einem landesweiten Aufschrei. Daraufhin meldete sich die Telefonistin bei der Polizei und gab an, kurz zuvor am gleichen Ort vergewaltigt worden zu sein. Nun wurden drei der vier Männer in beiden Fällen schuldig gesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Staatsanwalt Ujjwal Nikam sagte laut dem Sender NDTV, die Täter fürchteten das Gesetz nicht. Sie hätten die Fotografin ausgelacht und sich gerühmt: „Wir sind böse. Wir haben viele Mädchen vergewaltigt, und nie hat uns jemand erwischt.“ Das Gericht erklärte nach Informationen des Senders, „jegliche Milde wäre in diesem Fall Hohn auf die Gerechtigkeit“.

Das Urteil in Kerala hingegen fiel erst nach einer langen Odyssee durch die Gerichte. Es dauerte fast zwei Jahrzehnte, bis nun in Thiruvananthapuram entschieden wurde: Der Anführer muss lebenslang hinter Gitter, 23 weitere Täter erhalten jahrelange Gefängnisstrafen. Die Gang entführte das damals 16 Jahre alte Mädchen in Suryanelli und fuhr dann rund 3000 Kilometer mit ihr durch Kerala und Tamil Nadu, wo sie 40 Tage lang gegen Geld angeboten wurde. Unter den Vergewaltigern sind ein pensionierter Professor, Anwälte und Geschäftsleute.

Im Jahr 2005 hatte ein Gericht 34 der 35 Beschuldigten noch freigesprochen. Das Opfer rief daraufhin den Obersten Gerichtshof Indiens an, der das Gericht in Kerala zur Neuverhandlung verdonnerte. Nun kam die Entscheidung nach nur einem Jahr. Das Justizsystem in Indien arbeitet notorisch langsam, doch wegen des öffentlichen Drucks wurden einige Vergewaltigungsprozesse beschleunigt.

dpa

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