Hurrikan "Irene": Lufthansa streicht Flüge

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Regen und hohe Wellen sind die Vorboten von Hurrikan "Irene"

Washington - Der riesige Hurrikan “Irene“ läßt Millionen Amerikaner an der Ostküste den Atem anhalten. In New York werden ab Mittag die fünf größten Flughäfen geschlossen - mit Auswirkungen auf Deutschland.

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Banges Warten auf den Monstersturm “Irene“: Nach seinem Zerstörungszug durch die Karibik soll der Hurrikan der Kategorie 2 am Samstag auf die US-Ostküste treffen. Bereits am Freitag kündigte sich der gewaltige Wirbelsturm dort mit heftigem Regen und Sturmböen an. Für New York, wo “Irene“ dann am Sonntag erwartet wird, gaben die Behörden eine Hurrikanwarnung heraus. US-Präsident Barack Obama und seine Familie brachen ihren Sommerurlaub ab.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete die Evakuierung tieferliegender Gegenden der Millionenmetropole an - seinen Worten zufolge eine Premiere in der Geschichte der Stadt. Davon seien rund 300.00 Menschen betroffen. “Man muss nur auf die Wetterkarten schauen, und man versteht wie groß und einzigartig dieser Sturm ist.“

Fernsehbilder zeigten in der Nacht zum Samstag bereits eine kräftig aufgepeitschte See vor der Küste des Bundesstaates North Carolina. Mindestens zehn Bundestaaten an der Ostküste erklärten vorsorglich den Notstand, mehr als 100.000 Mitglieder der Nationalgarde hielten sich für Katastropheneinsätze bereit. Alle Bundesstaaten, die den Notstand erklärt haben, könnten nun auf die Einsatzkräfte zurückgreifen, teilte die Nationalgarde am Freitag mit. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden zudem 18 Militärhubschrauber in den Nordosten des Vereinigten Staaten verlegt, um mögliche Rettungsaktionen zu unterstützen.

Laut dem US-Sender CNN könnten 65 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen sein. Vielerorts kam es zu Hamsterkäufen, in Supermärkten wurde Mineralwasser knapp.

Meteorologen erwarten, dass “Irene“ an der Inselkette der Outer Banks im US-Bundesstaat North Carolina auf Land trifft, bevor er weiter nach Norden in Richtung New York und die Neuengland-Staaten zieht. Der Wirbelsturm von der ungefähren Größe Europas bewegte sich in der Nacht zum Samstag (MESZ) mit einer Geschwindigkeit von rund 20 Stundenkilometer nordwärts. Im Zentrum des Sturms wurden Windgeschwindigkeiten von um die 160 Stundenkilometer gemessen. Die größte Sorge des Nationalen Hurrikanzentrums der USA ist eine Sturmflut von womöglich bis zu knapp dreieinhalb Metern Höhe. Zwei Millionen Menschen wurden aufgefordert, sich vor dem Hurrikan in Sicherheit zu bringen.

Barack Obama sprach vor seiner Abreise von der Prominenteninsel Martha's Vineyard (US-Staat Massachusetts), für die ebenfalls eine Hurrikanwarnung herausgegeben wurde, von einem voraussichtlich “historischen Hurrikan“. “Irene“ werde wahrscheinlich “extrem gefährlich und kostspielig“, warnte der Präsident weiter.

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Die Behörden warnten vor großflächigen Stromausfällen und Überschwemmungen entlang der Atlantikküste. In beliebten Badeorten wurden die Gäste aufgefordert, sich unverzüglich in Sicherheit zu bringen. Strandpromenaden waren verwaist. Restaurantbesitzer klagten kurz vor Ende der Sommersaison über massive Einnahmeausfälle.

Ab Samstagmittag geht an den fünf größten Flughäfen im Großraum New York nichts mehr: Die US-Behörden wollen sie wegen des Hurrikans “Irene“ für ankommende Passagierflugzeuge schließen. Laut CNN sagten US-Fluggesellschaften wegen des Sturms für die nächsten Tage bislang bereits tausende Flüge ab, davon mehr als 2000 alleine die Gesellschaften Delta Air Lines und JetBlue. Von der Regelung betroffen, die für Inlandsflüge als auch internationale Flüge gilt, ist auch der JFK-Flughafen in New York. Der Betreiber der Flughäfen, die Hafenbehörde von New York und New Jersey, erklärte, die Maßnahme werde getroffen, um ein Chaos von gestrandeten Passagieren an den Flughäfen zu vermeiden.

Auch in Deutschland wirbelt Hurrikan “Irene“ die Flugpläne durcheinander: Die Lufthansa strich für Samstag alle Flüge ab Frankfurt am Main, München und Düsseldorf zu den New Yorker Flughäfen JFK und Newark, wie ein Sprecher auf dapd-Anfrage sagte. Sieben Abflüge aus Deutschland wurden annulliert, insgesamt sind wegen nicht stattfindender Rückflüge 14 Verbindungen betroffen. Es sei geplant, am Samstag weiterhin nach Boston und Philadelphia zu fliegen, sagte der Sprecher weiter.

Für Sonntag würden Flüge in diese beiden Städte sowie nach New York gestrichen. Am Sonntag sollen elf Abflüge annulliert werden. Insgesamt sind 22 Flüge betroffen. Weiter angeflogen werden soll Washington.

In der 15-Millionen-Metropole New York begann bereits die Evakuierung von Klinken Altersheimen in gefährdeten Straßenzügen. Am Samstag soll in New York der öffentliche Nahverkehr eingestellt werden, weil eine Überflutung der U-Bahn-Schächte und Tunnel befürchtet wird. Außer den U-Bahnen und Bussen der Stadt sind auch die Nahverkehrszüge nach Long Island und in den Norden der Stadt betroffen. Konzerte und Broadway-Musical wurden abgesagt. In Washington wurde zudem die Einweihung eines Denkmals für den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King verschoben.

Sogar auf dem Broadway in New York werden am Wochenende keine Vorstellungen stattfinden. Alle 23 Musicals und Stücke seien gestrichen worden, sagte der Verband der Besitzer, Manager und Produzenten von Theatern, Broadway League. Es ist das erste Mal seit einem Stromausfall 2003, dass der Broadway Vorstellungen absagt.

dpa/dapd

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