Temperaturen bis 42 Grad

Hitzewelle: Jetzt wird das Trinkwasser knapp

Belgrad - Nach einer wochenlangen Hitzewelle mit Temperaturen bis 42 Grad wird in den Ländern Südosteuropas das Trinkwasser knapp. In Kroatien sind unzählige deutsche Touristen betroffen.

Auf der kroatischen Halbinsel Istrien mit hunderttausenden Urlaubern vor allem aus Deutschland und Österreich ist die Talsperre Butoniga als Hauptwasserquelle fast leer, berichteten die Medien am Mittwoch in Zagreb. Die Behörden ordneten an, die Duschen an den Stränden abzustellen und verboten die Gartenbewässerung und das Autowaschen.

In Serbien ist vor allem die Region um die Stadt Gornji Milanovac südlich von Belgrad betroffen, in der rund 300 000 Menschen leben. Der örtliche Trinkwasserfluss sei praktisch ausgetrocknet, so dass sich die Menschen auf eine nur stundenweise Wasserversorgung einstellen müssten, kündigten die Behörden am Mittwoch an. In einigen Städten im Norden Kosovos wie in Mitrovica leiden die Menschen schon seit Wochen unter dem ausbleibenden Regen. In ihren Haushalten kommt zum Teil nur vier Stunden am Tag Wasser aus der Leitung.

Ähnlich ist die Lage im ostbosnischen Srebrenica. Obwohl die städtische Wasserversorgung nach den Zerstörungen des Bürgerkrieges (1992-1995) von Grund auf modernisiert wurde, sind die Trinkwasserquellen nahezu erschöpft. Auf der gesamten Balkan-Halbinsel ist in den kommenden zehn Tagen kein Niederschlag in Sicht, sagen die Meteorologen.

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Auch Italien leidet unter extremer Hitze, vor allem der Süden. Nachdem bereits am Vortag in Enna auf Sizilien 40 Grad gemessen worden waren, musste sich am Mittwoch Agrigento auf höllische 44 Grad einstellen. Für insgesamt 13 Städte, von Bologna im Norden bis Reggio Calabria im Süden, gaben die Behörden einen Hitze-Alarm heraus, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Italiener dort sind damit zu Vorsichtsmaßnahmen gegen Hitzefolgen aufgerufen. Erst an diesem Donnerstag soll es dann eine leichte Abkühlung geben.

Die Rekordtemperaturen dieses Sommers begünstigen weiterhin vor allem auf Sizilien Dutzende Brände. Allein die etwa 20 staatlichen Löschflugzeuge und Helikopter waren am Mittwoch bei 32 Feuern im pausenlosen Einsatz, ein Dutzend davon auf Sizilien. 17 der Brände konnten sie unter Kontrolle bringen oder löschen. Derweil schlägt Italiens Landwirtschaft Alarm, weil die seit Monaten andauernde Trockenheit dazu führt, dass ein Großteil der Ernte gefährdet ist.

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Bei Dauerhitze um 40 Grad wütet auch in Bulgarien wieder ein großer Waldbrand. Betroffen nun ist ein Nadelwald mit einer Fläche von mehr als 120 Hektar bei Beliza im Südwesten des Balkanlandes, berichteten Medien am Mittwoch in Sofia. Mehr als 400 Feuerwehrleute, Förster und Freiwillige sowie zwei Hubschrauber versuchten seit Dienstagabend vergeblich, das Feuer auf dem schwer zugänglichen Bergterrain zu löschen. Drei Dörfer unweit des Brandes blieben von der Feuerflut zunächst verschont.

In Bulgarien kommt es in den Sommermonaten immer wieder zu Großbränden. Seit Jahresbeginn gab es in dem südosteuropäischen Land insgesamt 397 Waldbrände, wie das Agrarministerium in Sofia mitteilte. Neben den hohen Temperaturen sei vor allem Fahrlässigkeit die Brandursache gewesen.

dpa

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