Nackter Po „war nur Spaß“ und bringt elf Punkte

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Das Bild sorgt für Aufsehen: Seinen „Kollegen“ mit dem nackten Hinterteil verrät der Fahrer aber nicht.

Hamm - Sie wollten sich nur einen Spaß machen, die zwei Männer, die dem Blitzer den nackten Po hinstreckten - und das gleich fünf Mal! Doch jetzt wird's teuer. So geht die Geschichte weiter:

19 Jahre jung ist der Fahrer, der auf der Münsterstraße in Hamm nicht etwa nur drei Mal, sondern gleich fünf Mal geblitzt wurde und dessen Beifahrer seinen nackten Hintern in die Kamera streckte. Die Identität des Beifahrers will er immer noch nicht preisgeben. „Es war ein Kollege, ein Deutscher, der einen schönen runden Hintern hat und eine lange Nase. Mehr sage ich nicht“, erklärte der junge Mann am Donnerstag im Gespräch mit dem Westfälischen Anzeiger.

1067 Euro muss er bezahlen, außerdem bekommt er auf einen Schlag elf Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. „Ich habe zurzeit keine Arbeit, woher soll ich das Geld nehmen?“, fragte er.

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Mit nacktem Hintern in die Radarfalle

Jetzt hat er erst einmal Ratenzahlungen bei der Stadt beantragt. „Wenn ich Arbeit finde, können die das von meinem Konto abbuchen, aber nicht auf einmal“, sagt er deutlich. Er möchte gern zur Bundeswehr, aber ob das etwas wird, weiß er noch nicht.

Zum „Tathergang“ berichtete der 19-jährige Pole, dass sein „Kollege“ nach dem ersten Blitzer gesagt habe: „Komm, wir machen uns einen Spaß und fahren noch einmal dadurch.“ Dann habe er die Hose heruntergelassen und sein nacktes Hinterteil in die Kamera gehalten. „War doch wirklich nur ein Spaß“, sagt er auch nach Erhalt des Bußgeldbescheides, gegen den er – da gestern die Frist abgelaufen ist – keinen Widerspruch eingelegt hat.

Stadtsprecher Christian Strasen bestätigte die Höhe des Bußgeldbescheides und auch, dass der junge Mann schriftlich einen Antrag auf Ratenzahlungen gestellt habe. Damit sei der Bußgeldbescheid rechtskräftig.

Die elf Punkte werden jetzt von der Hammer Straßenverkehrsbehörde – das ist der übliche Gang – ans Kraftfahrtbundesamt in Flensburg gemeldet. Ob es dann noch Sanktionen für den jungen Mann gibt, liege im Ermessen der Flensburger Behörde, sei aber wahrscheinlich. „Ab neun Punkten in der Verkehrssünderkartei verschickt das Kraftfahrtbundesamt meistens einen freundlichen Brief an die Sünder“, weiß Strasen.

Auch weitere Bußgelder könne es noch geben. Da der 19-Jährige aufgrund seines Alters noch unter die Kategorie Fahrer mit „Führerschein auf Probe“ falle, könne man davon ausgehen, dass er sicherlich zur Nachschulung in einer Fahrschule gebeten werde. „Aber das liegt nicht mehr im Ermessen der Stadt“, sagt Strasen, der auch einen längeren Führerscheinentzug nicht ausschließen will.

Der Beifahrer, der seinen nackten Hintern in die Kamera gehalten hatte und dessen Identität nicht bekannt ist, kommt dagegen glimpflich davon. Wie berichtet, hätte er wegen „Beleidigung des Staatsapparates“ mit einer Anzeige rechnen müssen. Aber: Freunde verrät man nicht.

ms

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