„Humanitäre Notlage“

Tropensturm verwüstet Haiti womöglich noch mehr - Zahl der Todesopfer nach schwerem Erdbeben steigt

Am Samstag erlebt Haiti erneut ein schlimmes Erdbeben. Hunderte Menschen kommen ums Leben, etliche werden vermisst. Nun nähert sich ein Tropensturm.

Saint-Louis-du-Sud / München - Immer wieder suchen Katastrophen den bitterarmen Karibikstaat Haiti heim. Am Samstag (14. August) erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 das Land. Um 8.30 Uhr (Ortszeit) erzitterte die Erde.

Schweres Erdbeben erschüttert Haiti - Zahl der Todesopfer steigt auf über 700

Der Nationale Wetterdienst der USA (NOAA) gab nach dem Erdbeben zunächst eine Tsunami-Warnung für Haiti heraus. Kurze Zeit später hob er diese wieder auf. Starke Nachbeben hielten die Region in Atmen und brachten zahlreiche Menschen Berichten zufolge dazu, die Nacht auf Sonntag im Freien zu verbringen.

Einheimische, die die Nacht in Schlafsäcken im Freien verbracht haben, wachen am Tag nach einem Erdbeben in Haiti auf.

Indes steigt die Zahl der Todesopfer. Wie Jerry Chandler, Leiter von Haitis Zivilschutzbehörde, am Sonntag bei einer Pressekonferenz bekannt gab, ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 724 angestiegen. Hunderte Menschen werden vermisst, mehr als 2800 Menschen trugen Verletzungen davon. Das Erdbeben richtete schwere Schäden an. Bilder zeigen eingestürzte Wohnhäuser, Hotels, Schulen, Kirchen. Menschen seien darunter begraben, berichtete ein Augenzeuge aus Les Cayes, einer der größten Städte des Landes, dem Onlineportal Haiti Press Network.

  • Epizentrum: Rund 160 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince
  • Stärke des Erdbebens: 7,2
  • Mehr als 700 Menschen kamen ums Leben, mehrere Hunderte werden vermisst.

„Gefühle sind wieder da und jagen uns“: Erinnerungen an Katastrophe im Jahr 2010

Schnell kommen in Haiti indes Erinnerungen an eine frühere Katastrophe hoch. „Die Gefühle vom 12. Januar 2010 sind wieder da und jagen uns“, schrieb Bocchit Edmond, Botschafter Haitis in den USA, auf Twitter. „Naturkatastrophen verfolgen Haiti weiter.“ In Folge des verheerenden Erdbebens der Stärke 7,0 starben mehr als 220.000 Menschen, mehr als eine Million Menschen verloren 2010 durch die Katastrophe ihr Zuhause.

Die Region im Süden Haitis, in der das Zentrum des neuen Bebens liegt, wurde zudem bereits 2016 von Hurrikan Matthew schwer getroffen - mehr als 500 Menschen starben damals.

„Inmitten einer humanitären Notlage“ - Tropensturm steuert auf Haiti zu

Das Ausmaß der aktuellen Katastrophe wird sich wohl erst im Lauf der Bergungsarbeiten in den kommenden Tagen zeigen. „Inmitten einer humanitären Notlage“ befinde sich Haiti, so äußerte sich Leila Bourahla, die Landesdirektorin der Kinderhilfsorganisation Save the Children. Regierungschef Ariel Henry rief einen einmonatigen Ausnahmezustand in den vier von dem Beben betroffenen Verwaltungsbezirken aus. Er appellierte an die Bevölkerung, „Solidarität zu zeigen“.

Derweil steuert ein Tropensturm geradewegs auf den Karibikstaat zu. „Grace“ soll am Montagabend mit heftigen Regenfällen auf Land treffen. Die Rettungs- und Sucharbeiten dürften damit noch einmal zusätzlich erschwert werden. „Er könnte die gleichen Gegenden treffen, die vom Erdbeben getroffen wurden“, warnte bereits das Internationale Rote Kreuz, das in der besonders betroffenen Region im Einsatz ist. (mbr/dpa)

Rubriklistenbild: © Joseph Odelyn/dpa

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