Gericht entscheidet

Mieter in Innenstädten müssen Glockenspiele ertragen

Solingen - In Innenstädten, vor allen in Fußgängerzonen, müssen Mieter mit mehr Lärm rechnen. Auch Glockenspiele gehören dazu.

In Innenstädten müssen Mieter mit mehr Lärm rechnen. Das gilt vor allem für Wohnungen in Fußgängerzonen. Daher kann der Betrieb eines Glockenspiels nicht einfach untersagt werden, befand das Amtsgericht Solingen wie die „Neue juristische Wochenschrift“ berichtet. Auch wenn dieses zeitweise einen Geräuschpegel von bis zu 90 Dezibel erreicht, muss ein Mieter dies hinnehmen.

In dem verhandelten Fall hatte ein Mieter gegen das Glockenspiel eines Juweliers geklagt. Die insgesamt zwölf Glocken läuteten Werktags zwischen 9.00 Uhr und 19.00 Uhr alle Viertelstunde, und das schon seit 1955. Dagegen wandte sich der Mieter einer nahe gelegenen Wohnung. Er hatte die Räume zuvor nur als Arztpraxis genutzt. Nachdem er dort eingezogen war, verlangte er, dass das aus seiner Sicht zu laute Glockenspiel abgeschaltet wird.

Ohne Erfolg: Der Juwelier betreibe das Glockenspiel bereits seit vielen Jahren. Daher stelle es mittlerweile ein die Solinger Innenstadt prägendes Kulturgut dar. Außerdem machten die Richter geltend, dass der Mieter von dem Glockenspiel wusste, als er seine frühere Praxis zu Wohnzwecken einrichtete.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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