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Johnny Depp siegt im Prozess über Amber Heard – ist aber auch Verlierer der öffentlichen Schlammschlacht

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Von: Kim Hornickel, Vincent Büssow, Alina Schröder, Delia Friess

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Die US-Schauspieler Johnny Depp und Amber Heard werfen sich vor Gericht verschiedene Formen von Gewalt vor. Das Urteil ist gefallen.

Update vom Donnerstag, 2. Juni, 6.50 Uhr: Schauspieler Johnny Depp ging am Mittwoch (1. Juni) als Sieger aus dem Verleumdungsprozess gegen seine Ex-Frau Amber Heard hervor, aber er ist auch Verlierer in einer zur Schau getragenen Schlammschlacht, mit heftigen Anfeindungen, im Livestream von Gerichtskameras weltweit übertragen. Keiner der beiden wird die geschilderten Szenen einer Ehe gänzlich abschütteln. Eine abgetrennte Fingerkuppe, mit Blut geschriebene Botschaften, Fäkalien auf der Bettdecke – nur einige der Details, die jetzt in Gerichtsprotokollen verewigt sind.

Kurz nach der Urteilsverlesung drückte Heard auf Twitter ihre tiefe Enttäuschung aus. Dass die Jury ihr trotz eines „Bergs an Beweisen“ größtenteils nicht geglaubt habe, breche ihr Herz. Schlimmer noch, dies sei ein „Rückschritt“ für andere Frauen in ähnlicher Situation, schrieb Heard. Für Johnny Depp dagegen habe nun endlich ein neues Kapitel begonnen, schrieb der „Fluch der Karibik“-Star am Mittwoch. Die Jury habe ihm sein Leben zurückgegeben, nachdem er sechs Jahre unter falschen Anschuldigungen zu leiden hatte.

Johnny Depp gestikuliert vor Gericht nach den Schlussplädoyers im Fairfax County Circuit Courthouse. Er gewinnt den Prozess gegen Ex-Frau Amber Heard.
Johnny Depp gestikuliert vor Gericht nach den Schlussplädoyers im Fairfax County Circuit Courthouse. Er gewinnt den Prozess gegen Ex-Frau Amber Heard. © Steve Helber/dpa

Prozess Johnny Depp gegen Amber Heard: Geschworene sprechen am Ende für Depp

+++ 21.56 Uhr: Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard hat sich die Jury größtenteils auf die Seite von Depp gestellt – aber auch Heard in einigen Punkten recht gegeben. Das teilten die sieben Geschworenen der Richterin Penney Azcarate am Mittwoch (1. Juni) vor Gericht im Bezirk Fairfax im US-Bundesstaat Virginia mit. Laut diesen muss Heard ihrem Ex-Mann 15 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen, während Depp seiner früheren Frau zwei Millionen Dollar zahlen soll.

Zuvor hatte sich die Verkündung des Urteils verzögert, weil die Jury den von ihr als angemessen betrachteten Schadenersatz nicht auf dem entsprechenden Formular eingetragen hatte.

Update vom Mittwoch, 1. Juni, 21.27 Uhr: Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp (58) und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard (36) ist die siebenköpfige Jury zu einem Urteil gekommen. Geschworene befinden Amber Heard im Rechtsstreit für schuldig. Johnny Depp selbst war bei der Urteilsverkündung nicht im Gerichtssaal anwesend.

Die Ex-Eheleute hatten sich in dem Prozess sechs Wochen lang gegenseitig mit schweren Vorwürfen überzogen – die über Kameras per Livestream in alle Welt verbreitet wurden. Der „Fluch der Karibik“-Star beschuldigt Heard in seiner Zivilklage, in einem 2018 von der Washington Post veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Dies habe seinem Ruf geschadet. Wegen Verleumdung fordert er 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz. Heard pocht in ihrer Gegenklage auf 100 Millionen Dollar.

Gerichtsprozess Johnny Depp gegen Amber Heard: Schlussplädoyers öffentlich

+++ 22.35 Uhr: In dem Prozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp und Ex-Ehefrau Amber Heard sind am Freitag (27. Mai) nach sechs Wochen Prozess die Schlussplädoyers gehalten worden. Depps und Heards Verteidiger beschuldigten die jeweilige Gegenseite vor dem Gericht in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia, der anderen Person schweren Schaden zugefügt zu haben.

Depps Anwältin Camille Vasquez erneuerte den Vorwurf, Heard habe dem Schauspieler mit falschen Anschuldigungen der häuslichen Gewalt schwer geschadet. Heards Anwältin Bredehoft sagte in ihrem Schlussplädoyer am Freitag, Depps Klage habe „das Leben ihrer Mandantin zerstört“. Heard bekomme Morddrohungen. Depp hingegen habe sich den Schaden an der eigenen Karriere selbst zugefügt. „Wir bitten Sie, diesen Mann endlich zur Verantwortung zu ziehen“, sagte sie zur Jury. Depp habe „nie für irgendetwas in seinem Leben Verantwortung übernommen“.

Depps Anwältin Vazquez sagte in ihrem Schlussplädoyer über Heard, diese habe „sein Leben ruiniert, indem sie der Welt fälschlicherweise gesagt hat, Opfer häuslicher Gewalt durch Herrn Depp geworden zu sein“. In Wahrheit sei Heard in der Beziehung „die Misshandlerin“ gewesen. Benjamin Chew, ein weiterer Anwalt des 58-jährigen „Fluch der Karibik“-Stars, sagte an die Jury gerichtet: „Wir flehen Sie an, ihm seinen Namen, seinen Ruf, seine Karriere zurückzugeben.“ Nach den Schlussplädoyers der Anwälte beider Seiten nahm die siebenköpfige Jury ihre Beratungen auf. Ihr Urteil dürften sie frühestens in der kommenden Woche fällen.

Verleumdungsprozess: Amber Heard und Johnny Depp verklagen sich auf hohe Summen

Update vom Freitag, 27. Mai, 14.24 Uhr: Im Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp und seiner Ex-Frau Amber Heard stehen an diesem Freitag (27. Mai) die Schlussplädoyers an. Im Anschluss beginnen die Geschworenen des Gerichts in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia ihre Beratungen. Die ehemaligen Eheleute Depp und Heard verklagen sich gegenseitig auf hohe Summen Schadenersatz.

Der von einem großen Medieninteresse begleitete Prozess hatte am 11. April begonnen. Kritikerinnen und Kritiker bemängeln den harschen Umgang mit Amber Heard im Internet und einer Vorverurteilung der Schauspielerin durch Fans von Johnny Depp und der Öffentlichkeit. Auch ein #metoo-Backclash wird befürchtet. Gleichzeitig werden auch Vorwürfe gegen Amber Heard laut, die teilweise gelogen habe und der von Johnny Depp ebenfalls vorgeworfen wird, gewalttätig gewesen zu sein.

Amber Heard, Schauspielerin aus den USA, hört im Gerichtssaal des Fairfax County Circuit Courthouse in Fairfax zu. Der Verleumdungsprozess gegen ihren Ex-Ehemann und Hollywood-Star Johnny Depp hat der US-Schauspielerin Amber Heard eigener Aussage zufolge unzählige Belästigungen und Bedrohungen eingebracht. „Ich werde jeden einzelnen Tag belästigt, gedemütigt und bedroht, alleine schon wenn ich in diesen Gerichtssaal laufe“, sagte Heard vor dem Gericht.
Amber Heard, Schauspielerin aus den USA, hört im Gerichtssaal des Fairfax County Circuit Courthouse in Fairfax zu. Der Verleumdungsprozess gegen ihren Ex-Ehemann und Hollywood-Star Johnny Depp hat der US-Schauspielerin Amber Heard eigener Aussage zufolge unzählige Belästigungen und Bedrohungen eingebracht. „Ich werde jeden einzelnen Tag belästigt, gedemütigt und bedroht, alleine schon wenn ich in diesen Gerichtssaal laufe“, sagte Heard vor dem Gericht. © Michael Reynolds / dpa

Gerichtsprozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard geht in die letzte Runde

Erstmeldung vom Donnerstag, 26. Mai, 23.00 Uhr: Fairfax – Der Rechtsstreit zwischen den US-Schauspielern Johnny Depp und Amber Heard geht in die letzte Runde. Am Freitag (27. Mai) werden die Abschlussplädoyers in dem Verfahren um das ehemalige Ehepaar erwartet. Der Prozess hat für weltweites Aufsehen gesorgt, auch, weil sich Depp und Heard schwere Anschuldigungen von verbaler, physischer und sexualisierter Gewalt machen.

Seit sechs Wochen läuft der Gerichtsprozess in den USA um Johnny Depp und Amber Heard. Die beiden Schauspieler, die etwa 15 Monate miteinander verheiratet waren, werfen sich gegenseitig Verleumdung vor. Depp hat in dieser Angelegenheit bereits einen Prozess in England gegen die Boulevardzeitung Sun verloren, die ihn als Frauenschläger bezeichnete. Heard hingegen wirft Depp und seinen Anwälten eine Schmutzkampagne vor, die ihrem Ansehen geschadet hat.

Johnny Depp gegen Amber Heard: Gerichtsprozess in den USA steht kurz vor dem Ende

Im Detail geht es in dem Prozess zwischen Amber Heard und Johnny Depp um Gewaltvorwürfe, welche die beiden gegeneinander erheben. Die Anschuldigungen sind heftig und detailliert. Es geht um Aufnahmen übelster Beschimpfungen sowie Schilderungen einer abgetrennten Fingerkuppe, sexuellem Missbrauch und Fäkalien im Bett.

Johnny Depp und Amber Heard im Gericht.
Im Gerichtsprozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard werfen sich die Schauspieler aus den USA gegenseitig Gewalt vor. © Brendan Smialowski/dpa

„Lächerlich“: Johnny Depp weist Gewaltvorwürfe von Amber Heard zurück

Der Prozess ist öffentlich zu verfolgen, zum einen per Livestream im Internet, aber auch vor Ort, wo sich hunderte Menschen schon nachts anstellen, um einen Platz im Gerichtssaal zu bekommen. Dabei ist schon vor langem das Urteil der Masse zugunsten von Johnny Depp ausgefallen. Amber Heard muss sich seitdem mit Belästigungen, Demütigungen und Drohungen auseinandersetzen, wie sie am Donnerstag im Gericht sagte. Depp hingegen wehrte sich am Mittwoch erneut gegen sämtliche Vorwürfe der Gewalt, die er als „wahnwitzig“, „lächerlich“ und „völlig falsch“ bezeichnete.

Nachdem am Freitag die Abschlussplädoyers gehalten werden, liegt es an den sieben Geschworenen, über Johnny Depp und Amber Heard zu urteilen. Die Verleumdungsklage von Depp beläuft sich dabei auf rund 50 Millionen Dollar, die von Heard auf das doppelte. (vbu/kh mit dpa)

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