Gastbeitrag der Initiative „Erdlinge“

Münchner Mutter: Das sagen wir allen, die unseren ersten veganen Kindergarten belächeln

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München bekommt seinen ersten veganen Kindergarten.

München bekommt seinen ersten veganen Kindergarten. Die Eltern der Initiative Erdlinge verteidigen ihren Plan gegenüber Skeptikern und Kritikern. Lesen Sie den Gastbeitrag einer engagierten Mutter.  

München - Über den veganen Kindergarten „Erdlinge“ diskutieren die Münchner schon, bevor er überhaupt eröffnet (vermutlich im November 2018 in München-Sendling). Für manche sind das richtig gute Nachrichten, so einen Kindergarten haben sie sich gewünscht. Andere jedoch kritisieren den Plan der Elterninitiative, den Kindern ein Mittagessen ohne Fleisch, Wurst, Eier und Milchprodukte zu servieren. Sogar die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigt sich skeptisch. In einer Stellungnahme für Die Welt schreibt die DGE, die Entwicklung und die Gesundheit der Kinder könne Schaden nehmen. Die Eltern der „Erdlinge“ verteidigen ihren Kindergarten. 

Lesen Sie die den Gastbeitrag der Mutter Michaela Senz:

Dass sich die Suche nach einem geeigneten Kita- oder Kindergartenplatz bisweilen schwierig gestaltet, da sind sich vermutlich alle Eltern einig. Selbst, wenn man keine Ansprüche hätte, wäre es oft Glückssache, einen bezahlbaren und erreichbaren Platz zu finden.

Da die meisten Eltern aber doch auf einige Dinge achten, wenn es darum geht, wo ihre Kinder betreut werden sollen, gestaltet sich das Ganze oft noch schwieriger.

Wir standen vor demselben Problem.

Wir wünschten uns einen Kindergarten, in dem die Kinder veganes, vollwertiges Essen bekommen. Einer, in dem keine Zoos besucht werden. Einer, in dem sich die Kinder frei entwickeln können und zum Beispiel tragen dürfen, was sie wollen. In dem es egal ist, dass das Mädchen blaue Dinos mag und der Junge rosa Glitzershirts. In dem der Junge weinen und das Mädchen klettern darf. 

Wir haben uns einen Kindergarten gewünscht, in dem auf Augenhöhe mit den Kindern kommuniziert wird. In dem es natürlich eine gewisse Struktur geben soll, aber keine Strafen oder ähnliches. Und das Ganze sollte dann auch noch bezahlbar und möglichst zentral liegen und die Möglichkeit bieten, dass die Kinder viel draussen sein können.

Dieses Foto entstand bei einem Treffen der Elterninitiative. Es gibt weitere Mitglieder. 

Und genau damit ist auch schon beantwortet, wieso dieser Kindergarten von Eltern gegründet wurde.

In unserem Kindergarten Erdlinge e.V. geht es letztlich vor allem darum, Respekt voreinander, vor anderen Lebewesen und vor der Umwelt zu haben. Darum, dass Kinder einfach Kinder sein dürfen, auf Bäume klettern und im Matsch spielen. Und in logischer Konsequenz daraus auch darum, das Ganze möglichst nachhaltig zu gestalten. Deshalb gehört hier eine vegane Ernährung auf jeden Fall zum Konzept.

Aktuell gibt es Gespräche mit diversen, erfahrenen Cateringfirmen, die vollwertige, vegane Mahlzeiten in Bio-Qualität anbieten, sodass mit dieser Mahlzeit alles, was in diesem Rahmen möglich ist, abgedeckt werden kann.

Das haben wir Eltern unseren Kritikern zu sagen

Gastautorin Michaela Senz.

Natürlich gibt es bei solch einem Projekt auch Kritiker*innen. Die Ernährung ist wohl der am häufigsten kritisierte Punkt. Die Kritik reicht von „Den Kindern wird der Wille der Eltern aufgezwängt“ bis hin zu „Die Kinder sind alle mangelernährt, weil man mit vegan nicht alle Nährstoffe abdecken kann“. Und in einem Artikel wurden die Eltern dieses Kindergartens sogar mit Extremist*innen und gewalttätigen Sekten verglichen.

Ich möchte gar nicht im Detail auf jeden einzelnen Punkt eingehen. Letztendlich lässt sich alles mit folgenden Punkten ganz gut zusammenfassen:

  • Alle Gründungsmitglieder sind aufgeklärte, informierte Menschen, die außerdem sehr darauf achten, dass es den Kindern an nichts fehlt.
  • Der Vergleich mit Extremist*innen und gewaltbereiten Menschen hinkt wohl etwas. Denn auf die Bedürfnisse der Kinder und anderer Menschen und Lebewesen zu achten und sich um ein nachhaltiges Leben zu bemühen, ist genau das Gegenteil von Gewalt.
  • Zudem wird hier keiner Person etwas weggenommen. Im Gegenteil. Es wurde durch viel Einsatz und Arbeit etwas geschaffen, das Mangelware ist: Kindergartenplätze.

Und wir freuen uns sehr darauf, diesen Kindergarten im November mit vielen glücklichen Kindern zu füllen. Unsere Erzieher*innen stehen auch schon in den Startlöchern.

Diesen Gastbeitrag schrieb die Mutter Michaela Senz. Wer das Konzept so gut findet wie die engagierten Mamas und Papas, kann Erdlinge e.V. unterstützen

Was denken Sie über Münchens ersten veganen Kindergarten? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare oder diskutieren Sie darüber auf Facebook mit anderen Usern. 

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