Führungskrise bei Netzwerk Recherche: Vorstand geht

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dpa

Hamburg - Führungskrise bei der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche: Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von Tagungszuschüssen haben zum Bruch im Vorstand der renommierten Organisation geführt.

Der Vorsitzende Thomas Leif steht nicht mehr zur Verfügung, nachdem er vom restlichen Vorstand dazu gedrängt worden war. Leif selbst will diesen Schritt aber nicht als Rücktritt verstanden wissen. Er sagte am Samstag der dpa, seine Amtszeit wäre ohnehin ausgelaufen. Der stellvertretende Vorsitzende Hans Leyendecker (“Süddeutsche Zeitung“) machte klar, dass es keine gemeinsame Arbeit mit Leif mehr geben könne. “Es sind gravierende Fehler gemacht worden, die die Glaubwürdigkeit eines Vereins wie Netzwerk Recherche bedrohen könnten, wenn nicht alle Konsequenzen gezogen werden“, sagte er der dpa. Zugleich betonte er, dass die Probleme lösbar seien und der Verein sich nun neu aufstellen müsse. “Wir kriegen das hin“.

Anlass des Streits sind mögliche Unstimmigkeiten bei Zuschüssen der Bundeszentrale für politische Bildung an das Netzwerk Recherche, um dessen Jahrestagungen mit zu finanzieren. Vor rund einer Woche hatte SWR-Chefreporter Leif auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung die “Verantwortung für mögliche Abrechnungsfehler“ übernommen. Dies geht aus einem Schreiben von Leif und Leyendecker an die mehr als 500 Mitglieder des Vereins hervor, das der dpa vorliegt. Netzwerk Recherche sieht sich als Qualitätshüter im deutschen Journalismus.

Vorstandsmitglieder waren bei der Vorbereitung zum Aufbau einer Stiftung auf fehlerhafte Abrechnungen gestoßen und hatten daraufhin einen Wirtschaftsprüfer mit der Kontrolle der Abrechnungen beauftragt. Die Bundeszentrale für politische Bildung hatte für die Jahrestagungen 2007 bis 2010 des Netzwerkes Defizit-Zuschüsse in Höhe von 75 000 Euro gezahlt. Diese wurden inzwischen zurückgezahlt, weil es Hinweise gibt, dass es mehr Einnahmen zur Finanzierung der Veranstaltungen gegeben hat, als angegeben worden waren.

dpa

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