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FDP-Politiker „droht“ seinem eigenen Sohn: „Dich holt der Habeck“

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Von: Moritz Serif

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FDP-Politiker Rülke hat besondere Erziehungsmethoden (Archivbild).
FDP-Politiker Rülke hat besondere Erziehungsmethoden (Archivbild). © Uli Deck/dpa/picture alliance

Ein FDP-Politiker aus Mannheim hat über seine Erziehungsmethoden geplaudert. Wenn sein Sohn nicht spurt, droht Rülke mit dem Wirtschaftsminister.

Mannheim - Hans-Ulrich Rülke, Fraktionschef der FDP in Baden-Württemberg, hat besondere Taktiken, um seine Kinder zum Energiesparen zu bringen. „Einer meiner Söhne duscht zu lange. Als er klein war, hat seine Oma gedroht, ihn hole der Waldrapp. Nun drohe ich ihm: Dich holt der Habeck“, sagte Rülke dem Mannheimer Morgen. Darüber berichtete außerdem das RND.

Haushalten macht er indes bei einer Priorisierung Hoffnung. „Erst muss die Wirtschaft abschalten, dann kommen die Privathaushalte an die Reihe“, erklärte der FDP-Politiker. Rülke äußerte sich außerdem zu einer Laufzeitverlängerung der drei noch aktiven Atomkraftwerken, die eigentlich Ende des Jahres abgeschaltet werden sollen.

Atomkraftwerke: Nächster FDP-Politiker will Laufzeitverlängerung

„Sechs Prozent der Bruttostromerzeugung stammen aus der Atomkraft, in Baden-Württemberg sind es aktuell rund 25 Prozent. Dazu verstromen wir neun Prozent des Gases. Wenn Sie die drei Kernkraftwerke über das Jahresende hinaus weiterlaufen lassen, können wir viel Gas einsparen“, sagte er.

Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie, warnte vor übertriebene Erwartungen an den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken. „Atomkraftwerke können rein technisch nicht das ersetzen, was Gaskraftwerke leisten“, sagte Peter der Rheinischen Post.

Frühere Grünen-Chefin: Atomenergie verdrängt erneuerbare Kapazität

Außerdem führe der „zu einem massiven Verdrängen erneuerbarer Kapazität aus den Netzen“. Vielmehr müsse jetzt das Potenzial bei den erneuerbaren Energien ausgeschöpft werden, forderte die frühere Grünen-Chefin. Heimisches Biogas könne noch mehr beisteuern.

„Und bei der Stromversorgung stecken viele Wind- und Solarprojekte in der Genehmigung, die kurzfristig angeschlossen werden können“, sagte Peter. „Das gilt es aus unserer Sicht vorrangig zu prüfen.“ Durch eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen Atomkraftwerke ließen sich lediglich 0,6 beziehungsweise ein Prozent des Erdgases ersetzen.

Atomkraftwerke: Peter hat Sicherheitsbedenken

Peter äußerte zudem Sicherheitsbedenken. Notwendige Prüfungen seien in den vergangenen Jahren aufgrund des bevorstehenden Ausstiegs nicht vorgenommen worden. Diese müssten zunächst nachgeholt werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren. (mse/afp)

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