Familien von Germanwings-Opfern kritisieren Verzögerungen

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Inmitten von Blumen steht am Absturzort eine steinerne Gedenkstele mit der Aufschrift "In Erinnerung an die Opfer des Flugzeugunglücks vom 24. März 2015". Foto: Peter Kneffel

Erst die Trauer, dann die Wut: Mehrere Hinterbliebene des Germanwings-Absturzes in Frankreich hatten die geplanten Beerdigungen schon wieder abgesagt - die Überfügung der Leichen verzögerte sich. Doch jetzt scheint eine Lösung gefunden.

Düsseldorf (dpa) - Zweieinhalb Monate nach dem Germanwings-Absturz in Frankreich will Lufthansa die ersten Opfer nach Deutschland überführen. Das kündigte die Fluggesellschaft am Freitag an - und beendete damit ein banges Warten der Angehörigen.

Einige hatten ihrem Anwalt zufolge die geplanten Beerdigungen schon wieder abgesagt, weil sich die Überführung der Leichen weiter verzögern sollte. Nun werde am kommenden Dienstag (9. Juni) ein Sonderflug 30 Särge von Marseille nach Düsseldorf bringen. Damit könnten die Beisetzungen wie geplant stattfinden.

Die Maschine mit den Särgen werde am späten Dienstagabend in Düsseldorf landen, am Mittwoch sollen die Opfer dann an die Angehörigen übergeben werden. Ende kommender Woche seien die ersten Beerdigungen geplant, sagte Anwalt Elmar Giemulla, der nach eigenen Angaben die Angehörigen von 34 Opfern vertritt.

Die Familien hatten zuvor ihrem Unmut Luft gemacht, weil sich die Überführung der Leichen trotz der bereits geplanten Beisetzungstermine erneut verschieben sollte. "Eine Familie ist zur Post gelaufen und hat noch die Trauerbriefe abgefangen. Die können nun erneut versendet werden. Eine andere hatte Hotels storniert", sagte Giemulla der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Umso größer sei nun die Erleichterung bei den Hinterbliebenen. "Damit hat sich für diese Familien ein leidvolles und völlig überflüssiges Problem doch noch rechtzeitig aufgelöst." Für die Familien sei die Beisetzung "ein Abschluss mit der Vergangenheit und ein Schritt in die Zukunft", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Der Germanwings-Flug 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf war am 24. März mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen zerschellt. Die meisten Opfer stammten aus Deutschland, darunter 16 Schüler und 2 Lehrerinnen eines Gymnasiums in Haltern am See am nördlichen Rand des Ruhrgebiets. Sie waren auf einem Austausch in Spanien gewesen.

In der kommenden Woche will zudem der leitende französische Ermittler des Germanwings-Absturzes Angehörige der Opfer treffen. Er werde die Hinterbliebenen am Donnerstag (11. Juni) über die bisherigen Erkenntnisse informieren, sagte der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin. Details zum aktuellen Ermittlungsstand wollte Robin nicht nennen, da er zuerst mit den Angehörigen sprechen will.

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