Schwerer Unfall

Explosion in russischem Waffenlager

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Die umliegenden Häuser mussten evakuiert werden.

Moskau - Nach dem schweren Explosionsunfall in einem russischen Munitionsdepot mitten in einem Wohngebiet ist die Zahl der Verletzten auf mindestens 48 gestiegen.

Bei dem schweren Explosionsunfall in einem russischen Munitionsdepot mitten in einem Wohngebiet ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die Leiche des Arbeiters sei zwischen Trümmern gefunden worden, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes am Mittwoch der Agentur Interfax. Mindestens 48 Menschen wurden verletzt, etwa 10 kamen in Kliniken. Feuerwehrleute kämpften gegen einen Großbrand an.

Neue Detonationen auch in der Nacht zu Mittwoch sorgten für Aufregung bei Anwohnern und Helfern in der zentralrussischen Stadt Tschapajewsk. Nach dem schweren Zwischenfall hatten etwa 6500 Bewohner ihre Häuser verlassen müssen. Der Zivilschutz im Gebiet Samara an der Wolga verhängte den Ausnahmezustand in dem Areal. Nur wenige Menschen durften in aller Eile aus ihren Wohnungen wichtige Dokumente holen.

Die Behörden suchten weiter nach der Unglücksursache. Als Möglichkeiten galten ein Unfall bei der Vernichtung alter Munition oder unsachgemäße Lagerung.

Die Wucht der Detonation am Dienstagabend riss Balkone ab und ließ Fenster zersplittern. Teile des Depots standen auch Stunden nach dem Unfall in Flammen. Das Feuer drohte weiterhin, auf ein Lager mit insgesamt 18 Millionen Granaten überzugreifen.

Kremlchef Wladimir Putin ordnete eine schnelle Finanzhilfe für Anwohner an, deren Wohnungen und Autos durch den Unfall beschädigt wurden. Der Gouverneur des Gebiets rund 800 Kilometer südöstlich von Moskau, Nikolai Merkuschkin, ließ zum Schutz vor Plünderungen Sicherheitskräfte um die leerstehenden Siedlungen patrouillieren.

In vielen Städten des Gebiets riefen Hilfsorganisationen zu Kleiderspenden auf. Die Bewohner von Tschapajewsk, das zu Sowjetzeiten eine geschlossene Stadt war, beklagen seit langem, dass gefährliche Munition so nahe an ihren Häusern lagert.

Mit Spezialflugzeugen habe die Feuerwehr den Brandherd mittlerweile lokalisiert, hieß es. Allerdings würden die hohen Temperaturen sowie eine andauernde Explosionsgefahr die Löscharbeiten massiv behindern. Der Zivilschutz schickte Löschroboter und ein Feldlazarett.

Das Verteidigungsministerium verlegte einen Trupp Pioniere für Aufräumarbeiten an die Unglücksstelle. In russischen Waffendepots kommt es wegen Verstößen gegen die Sicherheitsvorschriften und wegen Schlamperei immer wieder zu schweren Unfällen mit vielen Toten und Verletzten.

dpa

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