Erneut Angriff auf NATO-Tankwagen

Peshawar - Mutmaßliche Extremisten haben am Dienstag im Nordwesten Pakistans erneut einen Nachschubweg der NATO-Truppen in Afghanistan attackiert.

Eine kleiner Sprengsatz beschädigte nach Behördenangaben einen Tankwagen am Grenzübergang Torkham nach Afghanistan, wo derzeit mehr als 100 Lastwagen auf die Genehmigung zur Weiterfahrt warten. Es war bereits der fünfte Angriff auf die wichtige Versorgungsroute des westlichen Bündnisses seit der Schließung des Übergangs am Donnerstag.

Am Montagabend hatte der pakistanische Geheimdienst mit einer Meldung für Aufsehen gesorgt, vermutlich fünf deutsche Islamisten seien bei einem US-Raketenangriff in Nord-Waziristan ums Leben gekommen. Die Frequenz der Angriffe und Anschläge nimmt damit merklich zu, es handelt sich aber offenbar um Ereignisse, die unabhängig von einander stattfinden. Zum einen haben die Taliban mit der NATO-Nachschubroute durch Pakistan einen Schwachpunkt der westlichen Truppen ausgemacht. Zum anderen verstärkt der US-Geheimdienst die Angriffe mit unbemannten Fluggeräten, sogenannten Drohnen, auf mutmaßliche Extremisten.

Die am Montagabend getöteten Deutschen sollen sich zur Terrorausbildung im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet befunden haben. Gesicherte Erkenntnisse aus unabhängigen Quellen lagen jedoch zunächst nicht vor. Seit mehreren Hubschrauber-Angriffen der westlichen Allianz auf Ziele in Pakistan, bei denen auch drei pakistanische Soldaten getötet wurden, ist das Verhältnis zwischen der NATO und Islamabad zerrüttet. Erst am Montag hatte sich NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bei der pakistanischen Regierung entschuldigt. Der geschlossene Grenzübergang blieb aber zunächst gesperrt. Bei dem jüngsten Bombenanschlag auf ein Versorgungsfahrzeug wurde nach Angaben der örtlichen Behörden niemand verletzt. Es lief aber Öl aus dem beschädigten Tankwagen.

dapd

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