Kindsmörder-Urteil: "Schlag ins Gesicht der Eltern" 

Berlin - Das Schmerzensgeld-Urteil zugunsten des Kindsmörders Magnus Gäfgen hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Aus Reihen der SPD-Bundestagsfraktion kommt hingegen Zustimmung für die Entscheidung.

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“Das Urteil ist ein Schlag ins Gesicht der Eltern und Angehörigen des Opfers Jakob von Metzler“, sagte der CDU-Politiker und Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach der “Bild“-Zeitung (Freitagausgabe). “Dass hier ein Mörder eine Entschädigung bekommt, ist für mich völlig unverständlich.“ Er bedauere die Entscheidung der Richter sehr. Gäfgen erhält nach einem Urteil des Frankfurter Landgerichts 3.000 Euro vom Land Hessen, weil ihm ein Polizist Gewalt angedroht hatte, um den Aufenthaltsort des Jungen zu erfahren.

Polizeigewerkschaft kritisiert Gäfgen-Urteil

Die Entschädigungszahlung an Gäfgen sendet nach Angaben der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) ein falsches Signal. “Das Urteil lässt die eigentliche ungeheuerliche Tat - die Ermordung eines Kindes - in den Hintergrund treten“, sagte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt am Donnerstag. Die Justiz sei dem Ansinnen des Täters, sich als Opfer darzustellen nachgekommen.

Urteil stößt bei Weißem Ring auf Unverständnis

Auch der Opferverband Weißer Ring hat das Schadensersatz-Urteil scharf kritisiert. Die Entscheidung des Frankfurter Landgerichts sei nicht nachvollziehbar, sagte der Sprecher des Vereins, Veit Schiemann, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Bei allem Respekt vor den Regeln eines modernen Rechtsstaates dürfe nicht übersehen werden, dass der Begriff “Todesangst“, auf den sich Gäfgen berufen habe, viel stärker mit dem ermordeten Kind zu tun haben sollte.

Wiefelspütz (SPD) verteidigt Gäfgen-Urteil

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, hat das Urteil zugunsten des Kindsmörders Magnus Gäfgen hingegen verteidigt. “Wenn das Gericht die Androhung der Folter als erwiesen ansieht, ist das Urteil in Ordnung“, sagte der Politiker dem Berliner “Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). “Falls die Androhung von Folter in Deutschland zulässig wäre, hätten wir keinen Rechtsstaat.“

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dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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