Erreger greift um sich

Ebola-Ausbruch in Guinea - Dutzende Tote

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Das Ebola-Virus greift in Guinea um sich.

Conakry - Hohes Fieber, innere Blutungen: Gegen Ebola gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel. Im westafrikanischen Guinea greift der Erreger um sich und fordert viele Menschenleben.

Bei einer Ebola-Epidemie im westafrikanischen Guinea sind etwa 60 Menschen ums Leben gekommen. Ebola ist eine der gefährlichsten Krankheiten. Der Erreger ist hochansteckend und meistens tödlich. Das Gesundheitsministerium habe fast 100 Infizierte registriert, berichtete Radio France Internationale am Sonntag. 59 davon seien gestorben. Der US-Auslandssender VOA hatte zunächst von geringeren Opferzahlen berichtet. Das Kinderhilfswerk Unicef warnte am Sonntag, dass die Epidemie mittlerweile auch Conakry, die Hauptstadt Guineas, erreicht hat.

„In Guinea, einem Land mit einer schwachen medizinischen Infrastruktur, kann ein derartiger Ausbruch verheerend sein“, sagt der Unicef-Vertreter für Guinea, Mohamed Ag Ayoya.

Erstmals ist das Ebola-Virus nach Behördenangaben im vergangenen Monat im Süden des Landes festgestellt worden. Besonders betroffen sind die Präfekturen Macenta und Guéckédou an der Grenze zu Sierra Leone. Verschiedene Medien berichteten von Anzeichen, dass der Erreger bereits auf das Nachbarland übergegriffen haben könnte.

Drei der zwölf Proben, die zur Untersuchung nach Frankreich gesandt worden waren, seien als Ebola bestätigt worden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums dem Sender. Nach Angaben der Behörden habe der Ausbruch ein epidemisches Ausmaß angenommen.

Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Es existiert weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie.

Die Hilfsorganisation Ärzte Ohne Grenzen (MSF) startete einen Notfalleinsatz in der südlichen Region. „Wir richten eine Isolationsstation in Guéckédou ein“, sagte die MSF-Ärztin Esther Sterk dem Sender VOA. Eine weitere Isolierstation werde in der Stadt Macenta aufgebaut. Mehr als 30 Tonnen von Medikamenten seien auf dem Weg nach Guinea. Auch Experten der Weltgesundheitsorganisation reisten in das Gebiet.

Die Krankheit war erstmals 1976 im damaligen Zaire, dem heutigen Kongo, am Fluss Ebola aufgetaucht. Das Virus taucht immer wieder in entlegenen Dörfern Afrikas in der Nähe von Regenwäldern au. Ebola zählt zur Gruppe der sogenannten hämorrhagischen Fieber.

dpa

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