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Spektakulärer Dresdner Juwelendiebstahl: Wachleute ließen Täter einfach flüchten

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Ein Angeklagter (r) im Prozess um den Juwelenraub im Grünen Gewölben wird zu Prozessbeginn in den Verhandlungssaal geführt. Im Prozess um den Einbruch ins Dresdner Grüne Gewölbe will die Kammer des Landgerichts mit der Beweisaufnahme beginnen.
Der Prozess um den Dresdner Juwelendiebstahl ist am Dienstag fortgesetzt worden. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild-Pool | Sebastian Kahnert

Der Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe ist am Dienstag fortgesetzt worden. Zeugenaussagen zufolge sollen Wachleute die Täter nicht aufgehalten haben.

Dresden - Mit Zeugenvernehmungen ist der Prozess um den Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden am Dienstag fortgesetzt worden. Zeugenaussagen zufolge sollen die damals anwesenden Wachleute die Täter nicht an der Flucht gehindert haben. Die Mitarbeiter des Wachdienstes hätten es vermeiden wollen, von den Tätern erkannt zu werden wollen. Sie hätten sich deshalb vor ihnen versteckt, so ein Polizist bei der Verhandlung am Dresdner Landgericht: „Sie hatten nicht aktiv gehandelt, um sie aufzuhalten, weil sie Angst hatten.“

Dresdner Juwelendiebstahl: Täter konnten ungehindert flüchten

Der 31 Jahre alte Polizeimeister war am 25. November 2019 gemeinsam mit einer Kollegin als erster am Tatort. Es sei ihnen zunächst darum gegangen, Informationen zu dem Fluchtfahrzeug zu bekommen, um die Täter zu ergreifen. Ein Wachmann habe ein Video von deren Abfahrt gedreht, was allerdings leider zu kurz gewesen sei. So habe man nicht feststellen können, in welche Richtung das Fluchtfahrzeug abbog. Auf dem Video sei der Wagen zudem nur schemenhaft zu erkennen gewesen.

Dresden: Prozess um Juwelendiebstahl wird mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt

Am dritten Prozesstag wurden am Vormittag zwei Zeuginnen vernommen, die am Tag des Einbruchs auf dem Weg zur Arbeit waren und am Grünen Gewölbe vorbeikamen. Eine 35 Jahre alte Frau - Sicherheitsmitarbeiterin der Semperoper - gab zu Protokoll, am Tatort zwei Männer und ein Auto mit offenem Kofferraum gesehen zu haben. Die Männer hätten in einer fremden Sprache miteinander gesprochen - sie vermutete eine osteuropäischen Sprache. Da der Kofferraum beleuchtet war, habe sie ihn trotz Dunkelheit wahrnehmen können.

Juwelendiebe wurden nicht von Wachleuten gestoppt

Eine zweite Zeugin, die am Einlass des Sächsischen Landtages arbeitet, hatte unter anderem zwei Männer an der Schinkelwache gegenüber des Grünen Gewölbes beobachtet. Zu diesem Zeitpunkt sollen die Juwelendiebe den Tatort allerdings schon wieder verlassen haben. Sie habe sich ein wenig gefürchtet, da der gesamte Straßenzug nicht beleuchtet war, erinnerte sie sich. Deshalb sei sie auch in Panik geraten, als sie die beiden Männer sah. Allerdings wären diese dann in entgegengesetzter Richtung weggegangen, so die Dame.

Dresdner Juwelendiebstahl: Sechs Männer stehen vor Gericht

In dem Verfahren stehen sechs Männer im Alter zwischen 23 und 28 Jahren vor Gericht. Die Deutschen stammen aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie und sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Sie sollen 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro aus der Schatzkammer gestohlen und im Zuge des spektakulären Coups auch Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben. Sie wurden bei mehreren Razzien in Berlin gefasst.

Juwelendiebstahl aus Grünem Gewölbe: DNA-Spuren führten zu den Verdächtigen

Nach den Worten des Vorsitzenden Richters Andreas Ziegel will sich die Kammer nun schnell damit befassen, wie die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen auf die Angeklagten stieß. Im Kern geht es dabei um DNA-Spuren und Spuren, die Mantrailer (Spürhunde) fanden. Das Gericht will dabei auch einen Chemiker als Sachverständigen hören, der darüber Auskunft geben soll, inwieweit Spürhunde Geruchsmoleküle auch nach längerer Zeit wahrnehmen können. Am 22. März will das Gericht Michael John, Leiter Bau, Technik, Sicherheit bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, verhören. (dpa)

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