Während Olympia-Eröffnungsfeier

Dieser Mann wollte das Flugzeug entführen

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Der Mann (Mitte) konnte überwältigt werden.

Sotschi - Laut OK-Chef Dmitri Tschernyschenko hat die versuchte Flugzeugentführung während der Olympia-Eröffnungsfeier keine konkrete Gefahr dargestellt, aber den Organisatoren Sorge bereitet.

Die versuchte Flugzeugentführung während der Eröffnungsfeier hat die Organisatoren der Olympischen Winterspiele zwar beunruhigt, eine konkrete Gefahr für die Veranstaltung in Sotschi habe der Zwischenfall laut OK-Chef Dmitri Tschernyschenko aber nicht dargestellt. „Wir waren wegen des Vorfalls besorgt“, sagte Tschernyschenko am Samstag: „Es gab keinerlei Bedrohung, und ich weiß, dass die ukrainischen und türkischen Behörden alles Nötige getan haben, um diesen Zwischenfall in Ordnung zu bringen.“

Die im ukrainischen Charkow gestartete Maschine war am Freitagabend von zwei türkischen Kampfjets bei der Landung in Istanbul begleitet worden, nachdem ein ukrainischer Passagier gedroht hatte, eine Bombe zu zünden, sollte das Flugzeug nicht Kurs auf Sotschi nehmen. Laut der ukrainischen Spezialeinheit SBU wollte der 45-Jährige in den Olympiaort, um politische Gefangene in der Ukraine freizupressen.

„Er forderte, das Flugzeug nach Sotschi umzuleiten, wo, seinen Angaben nach, sich Putin und Janukowitsch befanden, die, seinen Angaben nach, Blut an den Händen haben“, sagte der SBU-Ermittlungsleiter Maxim Lenko. Der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainisches Pendant Wiktor Janukowitsch wohnten der Eröffnungsfeier bei. Der Mann, der angeblich betrunken und unbewaffnet war, wurde noch vor der Landung überwältigt. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Luftpirat möglicherweise psychisch instabil

Die fehlgeschlagene Flugzeug-Entführung ist nach Einschätzung eines Behördenvertreters aus Charkiw die Tat eines psychisch instabilen Mannes. Er kenne den mutmaßlichen Täter Artem K. und habe bei ihm in letzter Zeit "nicht ganz normale Verhaltensweisen" beobachtet, sagte der Regionalberater Iwan Wartschenko am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir konnten ihn nicht beruhigen, aber niemand häte gedacht, dass er so weit gehen würde, eine Flugzeugentführung zu versuchen."

Artem K. solllte "von Psychiatern untersucht werden", empfahl Wartschenko. Er habe gesagt, er wolle den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch "retten", der eine "Geisel" seines russischen Kollegen Wladimir Putin sei. Während des Entführungsversuchs und in seinen ersten Vernehmungen soll er nach Angaben der türkischen und ukrainischen Sicherheitsbehörden aber auch gesagt haben, Putin und Janukowitsch hätten "blutverschmierte Hände" und er fordere die Freilassung aller inhaftierten ukrainischen Oppositionellen.

Der 45-Jährige wurde am Samstag von türkischen Ermittlern verhört. Ein Gericht soll entscheiden, ob der Mann in Untersuchungshaft genommen wird. Flugzeugentführungen werden nach türkischen Recht mit Freiheitsstrafen von bis zu 20 Jahren bestraft. Der Ukrainer hatte damit gedroht, eine Bombe zu zünden, sollte die Maschine nicht Kurs auf Sotschi nehmen. Der Mann wurde in Istanbul überwältigt.

Die Winterspiele in Sotschi finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Ende Dezember hatten zwei Anschläge in Wolgograd mit über 30 Todesopfern und anschließende Drohungen islamistischer Terroristen die Angst um die Sicherheit in der Stadt am Schwarzen Meer verstärkt.

sid/AFP

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