Menschen verachtende Party-Aktion

Kleinwüchsiges "Jagdopfer" landet im Krankenhaus

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Ein 42-jähriger kleinwüchsiger Mensch hat sich bei einem Party-Event in einer Disco in Cuxhaven verletzt.

Cuxhaven - Er war gebucht, um sich von den Besuchern einer Großraumdisco jagen zu lassen. Doch ein 42-jähriger kleinwüchsiger Animateur verletzte sich bei dem diskriminierenden Party-Event schwer.

Mit dem unglaublichen Motto "Wer den Liliputaner einsperrt, bekommt einen Flatscreen!" hatte eine Cuxhavener Großraumdisco am Samstagabend sein Publikum zu einer ganz "besonderen" Veranstaltung gelockt. Bei der "Liliputaner Action", einer Erfindung von Janssen´s Tanzpalast, sollte tatsächlich ein kleinwüchsiger Mensch von den Partygästen gejagt und eingesperrt werden - genau das passiert nämlich in der US-Filmkomödie "Projekt X", auf der der fragwürdige Spaß beruht.

Das "Opfer" des Abends war ein 42-Jähriger, der vor dem eigentlichen Höhepunkt des Abends, der Hatz, mit einer Showgruppe auftrat. Während seiner Tanz-Performance stürzte der Mann aus Hannover von einem Podest und verlor das Bewusstsein. Wie die "Cuxhavener Nachrichten" berichten, musste er reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden. Diskotheken-Inhaber Janßen steht mit der Familie des Verunglückten in Kontakt: "Seine Situation ist durchaus ernst", sagte er dem Blatt.

Im Netz tauchten schnell Spekulationen auf, nach denen der 42-Jährige geschubst worden sei. Janßen schafft Klarheit: Es sei ein Arbeitsunfall beim Tanzen gewesen, ein Bezug zu der "Liliputaner-Fang-Aktion" habe nicht bestanden. "Es hätte genauso jeden anderen Besucher treffen können. Eine Einwirkung über eine zweite Person hat nicht stattgefunden", so Janßen.

Dass das Event (genau wie die Bezeichnung als "Liliputaner") behinderte Menschen diskriminiere, streitet der Disco-Besitzer ab. Das angekündigte Einsperren wäre "harmlos und innerhalb von wenigen Sekunden" durchgeführt worden. Der Sprecher des Bundesverbandes "Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien", Wolfgang Küssner, sieht das hingegen ganz anders. Er hält derartige Veranstaltungen für "skandalös": "Das hat etwas mit Menschenwürde zu tun, solche Auftritte empfinde ich daher als unter aller Kanone."

mm

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