Neue Studie

Keine Atemnot trotz Corona: Forscher finden Antwort auf Phänomen - und retten womöglich Leben

Einige Corona-Patienten müssen beatmet werden.
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Einige Corona-Patienten müssen beatmet werden.

Die Erforschung des Coronavirus und seiner Folgen hält Wissenschaftler weltweit auf Trab. Eine neue Studie könnte behandelnden Ärzten weiterhelfen.

  • Weltweit erforschen Wissenschaftler das Virus SARS-CoV-2.
  • Eine Forschergruppe widmete sich dem Phänomen der stillen Hypoxämie.
  • Die Erkenntnisse könnten behandelnden Ärzten weiterhelfen.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland*. Außerdem finden Sie hier aktuelle Fallzahlen in Deutschland als Karte*. Derzeit gibt es die folgenden Empfehlungen zu Corona-Schutzmaßnahmen*.

Chicago - Forscher einer US-amerikanischen Universität wollen eine Erklärung dafür gefunden haben, warum viele Corona-Patienten keine Atemnot verspüren, obwohl sie bedenkliche Sauerstoffwerte aufweisen. Gemeint ist ein erniedrigter Sauerstoffgehalt im arteriellen Blut (Hypoxämie). Das geht aus einer Studie der Loyola University of Chicago hervor. 

Corona-Phänomen stille Hypoxämie - Das steckt dahinter

Das Phänomen wird als stille Hypoxämie (silent hypoxemia) bezeichnet und sei besonders für Ärzte verwirrend, da es als Widerspruch zur grundlegenden Biologie gelte. Die Forschergruppe berichtet von einem Covid-19-Patienten, dessen Sauerstoffsättigung auf 62 Prozent gesunken war. Er wies nur noch einen Sauerstoffpartialdruck von 34 mmHg auf. Auf Nachfrage verneinte er, jegliche Atemprobleme zu haben.

Als Gründe, woran das liegen könnte, führten die Forscher Martin Tobin, Franco Laghi und Amal Jubran mehrere mögliche Aspekte an. Zum einen könnte der Fakt, dass die Reaktion auf Atemnot bei Patienten über 65 um 50 Prozent geringer ausfällt. Daher neigen ältere Menschen stärker zu einer stillen Hypoxämie. Fünf der sieben untersuchten Patienten, die das Phänomen aufwiesen, seien über 64 gewesen, so die Forscher in ihrem Bericht.

Corona-Forschung: Unnötiges Beatmen könnte vermieden werden

Außerdem könnte es eine Rolle spielen, dass bei Diabetikern die Fähigkeit, Atemschwierigkeiten wahrzunehmen, deutlich schwächer ausgeprägt ist. Aber auch Messungenauigkeiten und Fieber könnten die Sauerstoffwerte verzerren. Ohne Kenntnis dieser Mechanismen operierten Ärzte im Dunkeln und könnten für die Patienten in ein erheblicheres Risiko versetzen.

„Die neuen Erkenntnisse könnten dabei helfen, unnötige Intubation und mechanische Beatmung, was auch Risiken mit sich bringen kann, zu vermeiden“, sagte Martin Tobin laut Newswise. Vor allem, wenn eine zweite oder wie Virologe Hendrik Streeck befürchtet sogar eine dritte Corona-Welle eintreten sollte, könnte das hilfreich sein.

Video: Studie COVID Kids Bavaria startet: Corona-Ansteckungsgefahr von Kindern

Auf dem gesamten Globus erforschen Wissenschaftler das Coronavirus und den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Eine europaweite Studie legte offen, welche Kinder am stärksten betroffen sein könnten. Experten und Ärzte äußern sich öffentlich und bewerten die Pandemie aus ihrer Perspektive. Ein Hamburger Kardiologe erhob schwere Vorwürfe* gegen die deutschen Virologen - auch gegen Christian Drosten*. In Euskirchen wurde bei der Glaubensgemeinschaft der Mennoniten das Coronavirus entdeckt. Doch wer sind die Mennoniten eigentlich?*

Forscher haben in einer neuen Studie einen Zusammenhang zwischen einem Neandertaler-Gen und schweren Corona-Verläufen festgestellt. Ärzte in Italien berichten von Menschen, die auch Wochen nach einer überstandenen Infektion noch an mindestens einem Symptom leiden. Indes warnen Experten vor extremen Spätfolgen - selbst bei leichten Corona-Symptomen.  (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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