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Corona: Spahn mahnt Bürger, Wieler spricht von Club-Schließungen in „Stufe zwei“ - „Fünf nach Zwölf“

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Von: Tim Althoff

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Die Corona-Fallzahlen in Deutschland erreichen stetig traurige neue Rekorde. Jens Spahn und Lothar Wieler erklären die Lage in einer Pressekonferenz. Der Live-Ticker zum Nachlesen.

Update vom 12. November, 12.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Zugang zu öffentlichen Veranstaltungen angesichts der massiv steigenden Corona-Neuinfektionszahlen deutlich erschweren. Es solle hier künftig die sogenannte 2G-Plus-Regel greifen, sagte Spahn am Freitag in Berlin. Das bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene mit einem aktuellen Coronatest Einlass bekommen. "Das ist ein schwerer Schritt, aber ein Schritt, den wir gehen müssen", sagte Spahn.

Der Bundesgesundheitsminister kündigte außerdem an, noch am Freitag eine Verordnung für die Wiedereinführung kostenloser Bürgertests zu unterzeichnen. Er gehe davon aus, dass dann ab Montag diese Tests wieder angeboten werden könnten. Außerdem kündigte Spahn an, die Vergütung für Mediziner für Corona-Impfungen deutlich zu erhöhen. Pro Impfung würden künftig 28 Euro statt bislang 20 Euro bezahlt, am Wochenende sogar 36 Euro. Per Verordnung werde er außerdem sicherstellen, dass die Impfzentren der Länder bis Mitte April hälftig vom Bund finanziert seien.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sprach von einer dramatischen Lage. "Es ist fünf nach zwölf", sagte Wieler. Er forderte, bei Großveranstaltungen über eine Reduzierung der Besucherzahlen oder eine Absage zu sprechen. "Am besten wäre es, wenn man bestimmte Großveranstaltungen absagen würde - ganz klar."

Coronavirus: Impfungen für Kinder von 5-12 ab Jahreswechsel

Update vom 12. November, 11.25 Uhr: Mit Blick auf Kindern bestätigt Wieler, dass die Zahlen und Inzidenzen zwar sehr hoch sind, aber die Gefahr für die Jüngeren eher gering ist. Schwere Verläufe seien eine Seltenheit- allerdings wolle man auch schlimme Einzelfälle vermeiden. Weiterhin werden regelmäßige Tests und Lolli-PCRs empfohlen. Positiv: Ab dem Jahreswechsel können wohl auch Fünf- bis Zwölfjährige geimpft werden. Damit ist die Pressekonferenz mit Jens Spahn und Lothar Wieler beendet.

Coronavirus: RKI streicht den Begriff „Herdenimmunität“

Update vom 12. November, 11.20 Uhr: Wieler erinnert daran, dass der bisherige Impf-Anteil von zwei Drittel der Bevölkerung nicht ausreichen. Auch das Boostern könne nicht zur Herdenimmunität führen, werde aber starken Schutz bewirken können. Der Begriff Herdenimmunität wurde beim RKI gestrichen. Das Virus sei endemisch, könne also nicht endgültig eingedämmt werden. Mit Impfungen sei dafür der Schutz gegeben und das Risiko werde eingedämmt. „Je mehr Menschen eine Immunität haben, desto geringer wird die Krankheitslast“.

Bei 90 Prozent einer immunisierten Gesamtbevölkerung könne man das Virus „vernünftig kontrollieren“. Irgendwann gehöre es zum normalen Leben, werde aber kein Risiko für die Gesundheit der meisten Menschen darstellen.

Update vom 12. November, 11.15 Uhr: Die Vergütung für das Impfen wird von 20 auf 80 Euro für die Ärzteschaft erhöht und am Wochenende auf 36 Euro. Booster-Möglichkeiten von Apotheken werden vorerst ausgeschlossen, dafür sei die gesamte Einrichtung der Möglichkeit innerhalb der nächsten zwei Wochen zu komplex.

Coronavirus: Spahn schließt Impfpflicht weiterhin vehement aus

Update vom 12. November, 11.08 Uhr: Es wird erneut gemahnt, sich verantwortungsvoll zu verhalten. Partys sollen vermieden werden. Er selbst werde auch an keiner Silvester-Party teilnehmen erklärt Wieler eher vorsichtig auf eine Frage nach den Empfehlungen für den Jahreswechsel. Sollte man trotzdem den Drang nach Kontakten haben, solle man versuchen, höchsten Schutz zu erreichen. Vor dem Besuch der Oma könne man vielfach verfügbare Selbsttests nutzen, um sich und andere zu schützen.

Update vom 12. November, 11.01 Uhr: Die Auffrischungsimpfung wird laut Spahn nach sechs Monaten, nicht wie es beispielsweise Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vorgeschlagen hat, schon nach fünf Monaten, empfohlen. Auch nach sechs Monaten sei der Impfschutz noch da, allerdings gebe es tendenziell mehr Ansteckungen ab diesem Zeitpunkt. Eine etwas frühere Booster-Impfung sei aber ebenfalls möglich.

Jens Spahn wird nach einer allgemeinen Impfpflicht gefragt. „Heißt das, dass wir von Haustür zu Haustür gehen und jeder muss der Polizei einen Impfnachweis zeigen? Und was machen wir, wenn sie ungeimpft sind? Was machen wir mit denjenigen, die sich weigern?“ Der Bundesgesundheitsminister glaubt nicht, dass diese Maßnahme den notwendigen Zusammenhalt in der aktuellen Lage bringen würde*.

Coronavirus: Spahn bestätigt - Österreich wird Hochrisikogebiet

Update vom 12. November, 10.57 Uhr: Jens Spahn bestätigt außerdem, dass Österreich zum Hochrisikogebiet erklärt wird*: „Wer nicht geimpft oder getestet ist, muss nach der Rückkehr in Quarantäne.“

Wieler erklärt, dass die Impfeffektivität durch die Delta-Variante im Gegensatz zur Alpha-Variante etwas abgenommen hat. Trotzdem würden die Impfungen immer noch sehr gute 90 Prozent vor einem Krankenhaus-Aufenthalt schützen. Außerdem würden sich die Auffrischungsimpfungen bewähren. Spahn betont, dass diese auch für vulnerable Gruppen weiter empfohlen werden.

Update vom 12. November, 10.53 Uhr: Die Schwierigkeit in Hinblick auf den Personalmangel in Klinken liegt laut Spahn nicht bei den Stellen, sondern bei der Besetzung der Stellen. Die Ausbildung des Pflegepersonals brauche einige Jahre Zeit. Auch die Debatte über die Bezahlung der Kräfte müsse diskutiert werden. Nach fünf Jahren intensivster Ausbildung gebe es Jobs, die besser vergütet seien.

Coronavirus: Wieler und RKI empfehlen, Bars und Clubs wieder zu schließen

Update vom 12. November, 10.50 Uhr: Bezüglich der Fußballstadien und Größen der Veranstaltungen bezieht sich Wieler auf die Größen vom letzten Jahr. Diese hätten sich bewährt: „Großveranstaltungen sind generell wirklich kritisch zu sehen“, sagt er. Auf Nachfrage bezüglich der Intensivstationen mahnt Wieler und will nicht das Ziel einsehen, die Stationen voll zu machen oder sogar auszubauen. „Das Ziel muss doch sein, dass die Menschen gar nicht erst eingewiesen werden müssen“. Grundsätzlich sei die Lage aufgrund des Personalmangels auf den Intensivstationen schwieriger als letztes Jahr.

Update vom 12. November, 10.44 Uhr: Wieler mahnt außerdem, weiter die bekannten Maßnahmen und Regeln zu befolgen. Auch bei 2G solle eine Maske getragen werden und die AHA-Regeln eingehalten werden. Kontakte sollen reduziert werden und man solle für „Stufe 2“ in Erwägung ziehen, Bars und Clubs wieder zu schließen. „Bitte lassen Sie uns doch einfach gemeinsam jetzt handeln“. Alle empfohlenen Maßnahmen des RKI seien für alle einsehbar und sollten laut Wieler möglichst bald umgesetzt werden.

Coronavirus: Spahn will 2G+ einführen - Tests auch für Geimpfte

Update vom 12. November, 10.40 Uhr: Jetzt kommt Lothar Wieler zu Wort. „Es ist fünf nach zwölf“, leitet er ein und zeigt eine Karte mit Inzidenzzahlen. In einigen Bundesländern verschärfe sich die Lage immer weiter. „Die vierte Welle trifft uns mit voller Wucht“. Von 50.000 Fällen, die gestern gemeldet wurden, müssten 3.000 Fälle in Klinken und 350 auf die Intensivstation. Circa 200 Personen könnten sterben. „Das ist die Bilanz von einem Tag mit 50.000 Fällen“. Vor uns lägen anstrengende und schwere Monate. „Wenn sie noch nicht geimpft sind, lassen sie sich bitte impften. Wenn sie ein Auffrischungsimpfung brauchen, lassen sie sich impfen“, appelliert Wieler weiter.

Update vom 12. November, 10:37 Uhr: „Wir werden uns auch über die Auflagen von Veranstaltungen unterhalten müssen“, erklärt Spahn weiter. 3G sei eine gute Alternative gewesen, aber könne man sich in der aktuellen Lage nicht mehr erlauben. Öffentliche Veranstaltungen sollen nur noch für Geimpfte und Genesene gelten - allerdings: In einer 2G-Plus-Form. Auch Getestete und Genesene müssen sich also vor Veranstaltungen testen lassen.

Coronavirus: Jens Spahn spricht bei aktueller Entwicklung von „bitterem Dezember“

Update vom 12. November, 10.34 Uhr: Positive Nachrichten gebe es laut Spahn von der aktuellen Impfkampagne. Die Bestellungen hätten sich im Gegensatz zu den vergangenen Wochen vermehrt. Per Verordnung wolle Spahn sicherstellen, dass die Impfzentren der Länder bis nächsten Sommer mindestens zur Hälfte vom Bund finanziert wird. „Impfen macht den entscheidenden Unterschied, das Impfen braucht aber auch Zeit.“ Deswegen werden kostenlose Testmöglichkeiten wieder eingeführt, diese gilt schon ab morgen. „Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, die angebotenen Testmöglichkeiten auch zu nutzen.“

Update vom 12. November, 10.30 Uhr: Jens Spahn und Lothar Wieler sind pünktlich auf ihren Plätzen, die Pressekonferenz kann losgehen. In Ansprache mit der Bundespressekonferenz, erklärt Spahn, soll nun wieder wöchentlich eine Pressekonferenz einberufen werden. Die Lage sei aktuell sehr ernst. „Was so hohe Inzidenzzahlen bei der aktuellen Impfquote bedeuten, sehen wir aktuell auf den Intensivstationen.“ Für das ganze Land könne es ein bitterer Dezember werden, „wenn wir nichts tun“.

Corona in Deutschland: Spahn und RKI-Chef Wieler erklären die Lage auf Pressekonferenz

Vorbericht vom 12. November: Berlin - Inmitten der vierten Corona*-Welle und täglicher neuer Rekordinzidenzen werden sich Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI)*, und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagvormittag zur aktuellen Lage in Deutschland äußern. In der Bundespressekonferenz wird es unter anderem darum gehen müssen, wie die aktuellen Zahlen* gedrückt werden können und auf welche Art und Weise Deutschland durch den zweiten Corona-Winter gehen wird.

Auch am Freitag sind die Zahlen wieder gestiegen, über 48.000 Neuinfektionen wurden vom Robert-Koch-Institut verzeichnet. Die Inzidenz steht schon bei 263,7. Im neuesten Wochenbericht des RKI heißt es, dass sich auch Geimpfte besser schützen müssen*. Man solle größere Veranstaltungen absagen oder meiden und Kontakte reduzieren. Ob Wieler und Spahn weitere Maßnahmen und Schließungen planen, wird sich auf der Pressekonferenz zeigen.

Coronavirus: „Pandemie der Ungeimpften“? Was sagen Lothar Wieler und Jens Spahn?

Außerdem werden Fragen zum Impffortschritt gestellt werden, der in Deutschland schon seit Wochen nicht mehr spürbar in den Gang kommt. Aktuell sind 56, 1 Millionen Menschen doppelt geimpft, über drei Millionen haben die notwendige Auffrischungsimpfung bekommen. 2G und eine mögliche Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen werden immer konkreter diskutiert.

Zuletzt wurde immer wieder von einer „Pandemie der Ungeimpften“ geredet, in den Kliniken liegen zum Großteil Menschen ohne Immunisierung und vulnerable Bevölkerungsgruppen ohne erhaltene Auffrischungsimpfung. Experte Christian Drosten wollte das Bild eines reinen Ungeimpften-Problems zuletzt aber widerlegen*. Er ist der Meinung, zur aktuellen pandemischen Lage trügen auch die Geimpften bei. „Bei den über 60-Jährigen haben wir nur eine Impfquote von 86 Prozent vollständig Geimpfter, das ist irrsinnig, das ist wirklich gefährlich“, stellte der Virologe gleichzeitig aber klar.

Wie Wieler und Spahn dazu stehen, wird sich auf der Bundespressekonferenz zeigen. Hier im Live-Ticker verpassen Sie keine Aussage. (ta) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA

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