Schul-Debatte

Homeschooling nutzlos? Studie offenbart erschreckende Ergebnisse - Leopoldina drängen auf Präsenzunterricht

Ein Schüler sitzt in seinem Zimmer am Schreibtisch und erledigt Aufgaben im Rahmen des Homeschoolings.
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In Zeiten der Coronavirus-Pandemie wurde im Homeschooling von Schülerinnen und Schülern viel abverlangt.

Die Coronavirus-Pandemie zwingt Schulen zum Schließen. Die Folge: Homeschooling. Eine Studie stellt dem Distanzunterricht nun miserable Noten aus.

Frankfurt / München - Distanzunterricht, Wechselunterricht, Homeschooling: Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben während der Coronavirus*-Pandemie mit neuen Herausforderungen zu kämpfen. Und noch ist die Gefahr nicht gebannt. Zwar verzeichnet das Robert-Koch-Institut einstellige Sieben-Tage-Inzidenzen, die sogenannte Delta-Variante besorgt indes Experten.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) machte indes am Samstag (19. Juni) klar: „Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen wieder in den Schulbetrieb gehen können.“ So seien auch im Herbst und Winter nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht* oder auch Wechselunterricht notwendig. Eine Studie der Frankfurter Goethe-Universität stellt dem Distanzunterricht indes ein ungenügendes Zeugnis aus. Auch die Leopoldina positionieren sich in der Debatte um Schulen deutlich.

Corona: Studie zum Distanzunterricht - Ergebnis niederschmetternd

Grundlage für die Studie war ein systematischer Review mit wissenschaftlichen Datenbanken. Dabei wurden weltweit jene Studien identifiziert, die über die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berichteten. „Wir haben forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Schlüsse auf die Wirkung coronabedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern erlauben und geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung einsetzten.“ Das erklärte Professor Andreas Frey, einer der Studienautoren.

Das Ergebnis? Ernüchternd. „Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien“, führte Frey aus. Wörtlich ist in der Studie von einem „erheblich negativen Effekt von Schulschließungen“ die Rede - insbesondere bei jüngeren Schülern. Zudem seien bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Elternhäusern die Einbußen besonders stark.

Corona: Studie zu Homeschooling - „Schere zwischen Arm und Reich noch weiter geöffnet“

„Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet“, schlussfolgerte Frey. Dennoch gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen: Inzwischen habe sich der Online-Unterricht vielerorts verbessert.

„Effektivste Art des Lernens“: Leopoldina fordern Präsenzunterricht

Doch die Forderungen nach Normalität in der Schule werden immer lauter. Zuletzt positionierten sich die Leopoldina deutlich. In der Coronavirus*-Krise zählen sie zu den engen Beratern von Bundeskanzlerin Angela Merkel*. In einer Pressemitteilung wurde die Sichtweise der Wissenschaftler deutlich. Sie forderten nun Schulen und Kindergärten offenzuhalten, Präsenzunterricht zu ermöglichen. Für Kita- und Schulkinder sei dies „die effektivste Art des Lernens“, hieß es in dem Statement.

Wann wird in den Schulen wieder Normalität einkehren?

Die Öffnungen sollten jedoch von „geeigneten Schutzmaßnahmen“ begleitet werden. Des Weiteren sprach sich die Leopoldina dafür aus, den digitalen Ausbau an den Bildungseinrichtungen zu beschleunigen. Zuletzt hieß es unter anderem von der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), dass es eine klare Perspektive für Präsenzunterricht im neuen Schuljahr gebe.

Die Ministerinnen und Minister hatten bei ihrer Videokonferenz bereits vergangene Woche vereinbart, dass alle Schulen nach den Sommerferien „dauerhaft im Regelbetrieb [...] mit allen Schulfächern und Unterrichtsstunden“ besucht werden solle. Inwiefern sich das angesichts der Pandemieentwicklung tatsächlich umsetzten, wird sich zeigen.

In den Bundesländern entspannt sich die Lage indes. In Bayern sind drei Regionen Corona-frei*. Dennoch gab Söder eine düstere Prognose für den Juli ab. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA (mbr/dpa)

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