„Beschaffung beschleunigen“

Österreich geht mit Dänemark und Israel Impfstoff-Allianz ein - Kurz will nicht mehr „von der EU abhängig sein“

Sebastian Kurz
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Kameraschwenk vor dem virtuellen EU-Sondergipfel zur Corona-Pandemie, im Bild Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Die deutschen Nachbarländer Österreich und Dänemark planen im Kampf gegen Covid-19 eine Zusammenarbeit mit Israel. Kanzler Sebastian Kurz äußerte sich nun zu dieser Entscheidung.

Update vom 1. März, 22. 38 Uhr: Die deutschen Nachbarländer Dänemark und Österreich wollen sich im Kampf gegen das Coronavirus nicht mehr alleine auf die EU verlassen. Stattdessen planen sie eine Zusammenarbeit bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen mit Israel. Dafür wollen sich Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am kommenden Donnerstag mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu treffen (siehe Erstmeldung vom 27. Februar 2021). Gegenüber Bild.de erklärte Kurz nun diese Entscheidung.

„Wir haben uns im Sommer gemeinsam darauf verständigt, dass Impfstoffe von der EU für die Mitgliedsstaaten rechtzeitig beschafft und schnell zugelassen werden“, teilte der österreichische Kanzler mit. Grundsätzlich hielt er diesen Zugang auch für richtig, die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sei jedoch bei der Zulassung von Impfstoffen zu langsam und bei Pharmaunternehmen komme es zu Lieferengpässen.

„Wir müssen uns daher auf weitere Mutationen vorbereiten und sollten nicht mehr nur von der EU abhängig sein bei der Produktion von Impfungen der zweiten Generation“, so Kurz weiter. Im Sommer werde man mit der Impfung zwar zur Normalität zurückkehren können, ausgestanden sei die Pandemie jedoch noch lange nicht. Vor allem wegen der aufkommenden Mutationen werde man noch lange Zeit mit ihr beschäftigt sein: „Darauf und auf die Phase nach dem Sommer müssen wir uns rechtzeitig vorbereiten.“

Impfstoff: Österreich und Dänemark planen enge Zusammenarbeit mit Israel

Erstmeldung vom 27. Februar 2021: Wien - „Die Krise ist kein Sprint, sondern ein Langestreckenlauf“ - Im April 2020 hat Gesundheitsminister Jens Spahn die anhaltende Corona*-Pandemie* mit einem Marathon verglichen. Nun, rund ein Jahr später, wird immer mehr klar, dass er mit dieser Metapher genau ins Schwarze getroffen hat. Für einen Langstreckenlauf bedarf es mehr als nur der Schnelligkeit, im Gegenteil: Besonders Durchhaltevermögen ist gefragt. Für alle Länder der Welt, stellt das Coronavirus weiterhin eine große Herausforderung dar. Für eine langfristige Bekämpfung des Virus wollen die deutschen Nachbarländer Österreich und Dänemark deshalb nun mit Israel eine enge Zusammenarbeit bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen* sowie Medikamenten vereinbaren.

Coronavirus: Österreich und Dänemark planen gemeinsame Sache mit Israel

Da Israel besonders beim Impfen im Vergleich zu anderen Ländern weit vorne liegt im Kampf gegen Covid-19, besuchen Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am kommenden Donnerstag dazu den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, wie Kurz und Frederiksen am Samstag mitteilten. „Unsere 1. Priorität ist es, die Produktion und Beschaffung von Impfstoffen für die Zukunft zu beschleunigen“, erklärte Kurz auf Twitter. Ziel müsse es sein, sich auch angesichts möglicher weiterer Mutationen auf die Phase nach dem Sommer vorzubereiten.

Denn Israel sei das Land in der Welt, das beim Impfen mit Abstand weit vorne liege im Kampf gegen Covid-19, erklärte Frederiksen. Zugleich sei das Land hinsichtlich der Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungsmethoden interessant. Deshalb freue sie sich auf das Treffen, damit die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch mit Israel noch mehr Fahrt aufnehme. Israel hat mit dem grünen Pass für Geimpfte inzwischen für die Betroffenen eine weitgehende Rückkehr zur Normalität ermöglicht. Kurz ist ein vehementer Fürsprecher eines solchen Projekts auch in der EU.

Coronavirus: Österreich und Dänemark wollen mit Israel zusammenarbeite

In Österreich, das vor drei Wochen alle Geschäfte und viele Dienstleistungsangebote wieder geöffnet hat, liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen bei jeweils deutlich über 2000, was unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl 18.000 in Deutschland entsprechen würde. Am Montag will die Regierung in Wien über weitere Schritte entscheiden.  

Dänemark hat im europäischen Vergleich derzeit eine der niedrigsten Neuinfektionszahlen aller EU-Länder. Dennoch sorgen sich die Dänen weiter wegen der britischen Virus-Variante, die mittlerweile die dominierende im Land ist. Ab Montag werden einige Corona-Maßnahmen im Land gelockert, unter anderem werden Großteile des Einzelhandels nach über zwei Monaten wieder geöffnet. (dpa/jbr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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