News-Ticker zur Pandemie

Corona in Europa: Paukenschlag in Wales - Regierung beschließt Lockdown

Viele Länder in Europa vermelden neue Rekorde bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen. In Tschechien protestierten Tausende gegen die Schutzmaßnahmen, Wales ist zurück im Lockdown.

  • Die Corona-Infektionszahlen erreichen in vielen europäischen Ländern neue Rekordwerte.
  • Reiseeinschränkungen: Die EU-Staaten einigen sich auf Ampel-Karte.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus*. Außerdem sehen Sie hier aktuelle Fallzahlen in Deutschland als Karte*. Das Wichtigste zum Thema gibt es auch auf unserer Facebook-Seite Corona News.
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 19. Oktober finden Sie hier.*

Update vom 19. Oktober, 14.25 Uhr: Die Regierung von Wales hat einen zweiwöchigen Lockdown angekündigt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern. „Wir haben jetzt die schwierige Entscheidung erzielt, eine zweiwöchige Feuersperre zu verhängen, die am Freitag um 18 Uhr beginnt“, teilte der walisische Regierungschef Mark Drakeford am Montag mit.

Wenn seine Regierung jetzt nicht handele, werde der nationale Gesundheitsdienst NHS die vielen Covid-19-Patienten nicht mehr angemessen behandeln können, begründete Drakeford die Entscheidung. Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs, das zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas zählt. Mit fast 47.000 Corona-Toten weist es die höchste Opferzahl des Kontinents auf.

Corona in Europa: Tausende Menschen protestieren in Prag - Slowenien ruft Notstand aus

Update vom 19. Oktober, 12.40 Uhr: Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Coronavirus hat Slowenien am Montag erneut einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Dies berichtete die slowenische Nachrichtenagentur STA in der Nacht zum Montag.

Bereits seit letztem Freitag gilt ein teilweiser Lockdown. In neun von zwölf Regionen dürfen die Bewohner ihre jeweilige Region nicht verlassen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie etwa Fahrten zum Arbeitsplatz. Außerdem trat am Montag ein Plan in Kraft, dass Schüler ab der 6. Schulstufe nur noch im Fernunterricht unterrichtet werden. Ein erster Corona-Notstand war in dem EU-Land vom 12. März bis Ende Mai verhängt worden. In Slowenien wurden am Sonntag 726 und am Vortag 897 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit hat sich die Zahl der aktiven Fälle in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land binnen einer Woche nahezu verdoppelt.

Corona in Europa: Proteste gegen Anti-Corona-Maßnahmen in Tschechien

Bei Protesten gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der tschechischen Regierung hat es am Sonntag in Prag Ausschreitungen gegeben. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten ein. Fast 20 Polizisten wurden dabei verletzt. Trotz Beschränkungen hatten sich tausende Demonstranten versammelt und nach Angaben von Prags Polizeichef Tomas Lerch die Polizisten "grundlos" angegriffen. Rund 50 Menschen seien festgenommen worden.

Tausende Menschen protestierten in Prag gegen die Corona-Schutzmaßnahmen.

Unter den Demonstranten in der Altstadt, die den Rücktritt von Gesundheitsminister Roman Prymula forderten, befanden sich der Polizei zufolge zahlreiche radikale Fußballfans. Prymula warf den Demonstranten vor, mit ihrem Verhalten "hunderte Neuinfektionen" provoziert zu haben. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Tschechien war zuletzt rapide gestiegen.

Coronavirus in Europa:Tschechien bereitet Feldkrankenhaus für Prag vor - Belgisches Regierungsmitglied positiv getestet

Update vom 17. Oktober, 20.36 Uhr: Die belgische Außenministerin und Vize-Regierungschefin Sophie Wilmès ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Ansteckung sei vermutlich im Familienkreis erfolgt, teilte die Politikerin am Samstag mit. Grund für die Annahme seien die Vorsichtsmaßnahmen, die sie außerhalb des Haushaltes befolgt habe. Zu möglichen Symptomen äußerte sich Wilmès nicht. Die 45-jährige Politikerin war zuletzt auch knapp ein Jahr Premierministerin gewesen.

Corona in Europa: Tschechische Armee trifft Vorbereitungen für Feldkrankenhaus in Prag

Die tschechische Armee hat mit den Vorbereitungen für den Aufbau eines Feldkrankenhauses auf dem Prager Messegelände begonnen. Im rund 100 Kilometer entfernten Hradec Kralove (Königgrätz) wurden am Samstag die ersten Container mit medizinischem Gerät verladen, wie das Verteidigungsministerium bekanntgab. Der Konvoi soll sich am Montag auf den Weg in die Hauptstadt machen. „Der Kampf gegen die Pandemie ist jetzt nicht nur für die Armee die Aufgabe Nummer eins“, sagte Verteidigungsminister Lubomir Metnar.

Das Feldkrankenhaus soll im Fall einer Überlastung der Krankenhäuser mit Corona-Patienten als Reservekapazität zur Verfügung stehen. Es hat einen voll ausgerüsteten Operationssaal, eine Intensivstation, ein Labor und Röntgengeräte. Insgesamt sollen knapp 500 Betten zur Verfügung stehen.

Corona in Europa: Slowakei will massenhaft Corona-Tests durchführen

Die Slowakei will angesichts steigender Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus landesweite Testmöglichkeiten anbieten. Bürger würden sich an rund 6.000 Stationen im ganzen Land kostenlos testen lassen können, sagte Regierungschef Igor Matovic am Samstag nach Angaben der slowakischen Agentur TASR. Kinder unter zehn Jahren seien davon ausgenommen. Unklar war zunächst, ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sein werden.

Die Regierung habe mehrere Millionen Antigen-Tests bestellt, von denen sie sich schnelle Ergebnisse erhoffe. Die Aktion sollte demnach an den kommenden beiden Wochenenden stattfinden. Polizei und Militär sollten bei der Durchführung unterstützen. „Wenn wir das schaffen, werden wir der ganzen Welt ein Vorbild sein“, sagte Matovic.

Corona in Europa: Polen und Tschechien melden erneut Rekordwerte

Update vom 17. Oktober, 16.22 Uhr: Trotz der strengen Corona-Auflagen ist in Polen die Anzahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Virus auf einen Rekordwert gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden kamen 9.622 Fälle hinzu, wie am Samstag aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag hatte das Ministerium bekanntgegeben, dass die Anzahl der täglich registrierten Neuinfektionen erstmals die Marke von 8.000 überschritten habe.

Mit dem erstmaligen Überschreiten der 10.000er-Marke hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen auch in Tschechien einen Rekordwert erreicht. In dem EU-Land wurden am Freitag 11.105 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie am Samstag aus Daten der Gesundheitsbehörden hervorging. Das war der bisher höchste registrierte Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Der vorherige Höchstwert von knapp 9.700 Neuinfektionen war am Vortag registriert worden. In Tschechien wurde zuletzt auch mehr getestet.

Corona in Europa: Prekäre Lage in Österreich

Update vom 17. Oktober, 10.46 Uhr: Auch in Österreich ist die Lage prekär. In vier Bezirken gilt die maximale Warnstufe, fünf weitere stehen auf der Kippe. Das aktivste Infektionsgeschehen findet mittlerweile überraschenderweise nicht mehr in der Hauptstadt Wien statt. Die Hotspots verlaufen momentan entlang der Grenze zu Bayern.

In Deutschland ist die Situation indes ebenfalls angespannt. Zahlreiche Regionen gelten auch hier als Risikogebiete und seit Mitte der Woche gelten neue Verordnungen. Ohne diese weiter zu verschärfen richtet sich Angela Merkel nun noch einmal eindringlich an die Bürger und Bürgerinnen. Der Appell ihrer Video-Botschaft ist dramatisch.

Corona in Europa: Belgien beschließt Teil-Lockdown

Update vom 16. Oktober, 21.55 Uhr: In Belgien müssen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben, wie Premierminister Alexander De Croo am Freitagabend nach einem Krisentreffen mit Vertretern seiner Regierung und der Gemeinschaften und Regionen ankündigte. Die Bürger sind außerdem angehalten, wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten und nur noch mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts einen engeren Kontakt zu pflegen.

Auch der Alkoholverkauf nach 20 Uhr wird verboten. Zudem werden Weihnachtsmärkte abgesagt. Um Restaurants und Gaststätten vor dem Ruin zu bewahren, soll ein Unterstützungsplan erarbeitet werden. Premierminister De Croo räumte in einer Pressekonferenz ein, dass die Maßnahmen „sehr hart“ seien. Es gehe nun aber darum, zu handeln und die Infektionszahlen zu senken, sagte er.

Corona in Europa: Spanien meldet Rekordwert von mehr als 15.000 Neuinfektionen

In Spanien sind am Freitag 15.186 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt mit denen vom Frühjahr vergleichbar, weil inzwischen viel mehr getestet wird. Der Prozentsatz der positiv getesteten Personen ist mit über 11 Prozent hoch, wie das Gesundheitsministerium in Madrid weiter mitteilte. In Deutschland liegt er bei etwa 2,5 Prozent.

Auch bei den Todesfällen mit Covid-19 gab es einen starken Anstieg. Am Donnerstag waren es 140, am Freitag schon 222. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 133 angegeben. In Deutschland sind es derzeit 37.

Corona in Europa: Johnson will nationalen Lockdown in England vermeiden

Update vom 16. Oktober, 20.10 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie trotz gegensätzlicher Forderungen erneut gegen einen nationalen Lockdown in England ausgesprochen. „Ein Lockdown für das ganze Land macht doch keinen Sinn, wenn sich die Infektionsrate innerhalb Großbritanniens so stark unterscheidet“, sagte Johnson am Freitag bei einer Pressekonferenz in London. Er könne aber nichts ausschließen.

Der wissenschaftliche Regierungsberater Patrick Vallance äußerte sich hingegen anders. Die Infektionen nehmen ihm zufolge „so ziemlich im ganzen Land“ wieder deutlich zu. Auffallend sei dabei, dass sich nun wieder vor allem ältere Menschen ansteckten. Der Oppositionsführer Keir Starmer und etliche Wissenschaftler hatten zuvor einen sogenannten Circuit Breaker für England gefordert - einen zwei- oder dreiwöchigen Lockdown, in dem das Land bis auf die Schulen heruntergefahren wird, um die Neuinfektionen nach unten zu drücken.

Johnson rief lokale Entscheider auf, zu kooperieren und sein neues dreistufiges Warnsystem für England zu unterstützen. Bisher weigert sich etwa die Region Manchester trotz massiver Fallzahlen, sich in die höchste Warnstufe eingruppieren zu lassen. Wenn nötig, müsse er intervenieren, drohte der Premierminister.

Corona in Europa: WHO warnt vor Nachlässigkeit im Kampf gegen das Virus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen vor Nachlässigkeit im Kampf gegen das Coronavirus gewarnt. „Die Zahl der gemeldeten Covid-19-Fälle war in Europa in der vergangenen Woche dreimal höher als beim ersten Höhepunkt im März“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf.

„Auch wenn die Zahl der Todesfälle niedriger war, steigen die Krankenhauseinweisungen und viele Städte berichten, dass ihre Intensivstationen in den kommenden Wochen an ihre Kapazitätsgrenze stoßen werden.“ Tedros und die WHO-Experten appellierten an die Menschen, die Maßnahmen ernst zu nehmen. „Wir müssen durchhalten“, sagte Covid-Expertin Maria von Kerkhove. „Wir werden da durchkommen und wir werden dies unter Kontrolle bringen.“

Corona in Europa: Slowakei meldet Rekord bei Zahl der Neuinfektionen

Update vom 16. Oktober, 18.54 Uhr: Die Slowakei hat am Freitag einen neuen Rekord bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen vermeldet. Erstmals seit Ausbruch der Pandemie wurden mehr als 2.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt wurden 2.075 neue Corona-Fälle registriert. Bereits am Donnerstag hatte Deutschland beschlossen, ab Samstag die gesamte Slowakei als Risikogebiet einzustufen.

Die slowakische Ärztekammer schlug eindringlich Alarm. „Die Personalsituation beginnt in einigen Krankenhäusern ernst bis kritisch zu werden. Es fehlen nicht nur Ärzte, sondern auch anderes Gesundheitspersonal“, warnte Ärztekammer-Präsident Marian Kollar am Freitag vor Journalisten in Bratislava. Dem Gesundheitsminister Marek Krajci warf er Missmanagement und völlige Kommunikationsverweigerung gegenüber Experten vor. Das Ministerium habe bisherige Warnungen völlig ignoriert, kritisierte Kollar.

Corona in Belgien: Mindestens 26 Mitarbeiter eines Atomkraftwerks infiziert

Im belgischen Atomkraftwerk Doel hat es zahlreiche Corona-Fälle gegeben. Mindestens 26 Mitarbeiter seien mit dem Coronavirus infiziert worden, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Freitag unter Berufung auf den Energieerzeuger Engie Electrabel. Die positiv getesteten Personen seien unter Quarantäne. Das Unternehmen bemühe sich, ihre Kontakte zurückzuverfolgen. Die Beschäftigten würden nun in dem Maße, in dem das möglich sei, vom Homeoffice aus arbeiten.

Corona in Europa: Frankreich geht mit mehr als 30.000 Neuinfektionen in Teil-Lockdown

Update vom 16. Oktober, 16.45 Uhr: Mit einem neuen Höchststand von mehr als 30.000 täglichen Corona-Neuinfektionen geht Frankreich in den Teil-Lockdown. Ab dem Wochenende dürfen die Menschen in Paris und sieben weiteren Corona-Hotspots ihre Häuser zwischen 21.00 Uhr und sechs Uhr morgens nicht mehr verlassen.

„Jeder muss ab 21.00 Uhr zuhause sein“, sagte Regierungschef Jean Castex zu den neuen Ausgangssperren für die Ballungsräume Paris, Marseille, Lyon, Lille, Rouen, Saint-Etienne, Toulouse und Montpellier. Ausnahmen gibt es für Fahrten zur Arbeit, medizinische Gründe, das Ausführen eines Hundes oder die Pflege eines Angehörigen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, dies komme die Wirtschaft weniger teuer zu stehen als ein landesweiter Lockdown.

Die neuen Ausgangssperren sind in Frankreich die härteste Maßnahme seit Ende des landesweiten Lockdowns am 11. Mai. Premier Castex betonte beim Besuch in der Universitätsklinik Lille, damit wolle die Regierung den Krankenhäusern helfen, die in der zweiten Corona-Welle wieder unter Druck geraten. In der Uniklinik Lille sind nach Castex‘ Worten „fast 40“ Prozent der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, in Paris sind es sogar noch mehr. Bereits Ende Oktober könnten viele Krankenhäuser wieder an die Belastungsgrenze kommen.

Corona in Europa: Grenze zwischen Deutschland und Frankreich bleibt offen

Ab Samstag tritt zudem eine deutsche Reisewarnung „für ganz Frankreich“ in Kraft, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Auch das Grenzgebiet mit dem Elsass, Lothringen und dem Verwaltungsbezirk Champagne-Ardenne gilt ab dem Wochenende erstmals seit Mitte Juni wieder als Risikogebiet, wie das das Robert-Koch-Institut mitteilte. In der Region sorgte dies für Unruhe.

„Die Grenzen werden nicht geschlossen“, versicherte dagegen die betroffene französische Region Grand Est. Auch Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz erklärten, die Grenzen blieben offen. Das tägliche Leben, Arbeiten und Studieren dürfe nicht wieder „durch einen kompletten Lockdown lahmgelegt werden“, erklärten die Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), Tobias Hans (CDU) und Malu Dreyer (SPD). Bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatte Deutschland die Grenze zu Frankreich weitgehend abgeriegelt.

Corona in Europa: Tschechin meldet neuen Tagesrekord

Update vom 16. Oktober, 13.55 Uhr: Die Behörden in Tschechien melden den zweiten Tag in Folge einen Tagesrekord bei den Corona-Neuinfektionen. Am Mittwoch verzeichnete das Land 9544 Fälle, am Donnerstag kamen 9721 Neuinfektionen hinzu. Hingewiesen wird jedoch auch darauf, dass insgesamt mehr Coronatests durchgeführt werden. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg auf mehr als 149.000 in Tschechien.

Neben strengeren Schutzmaßnahmen setzt das Land nun auch darauf, die im Ausland arbeitenden Ärzte aufzurufen, vorübergehend nach Hause zurückzukehren. Gesundheitsminister Roman Prymula begrüßte am Freitag einen entsprechenden Aufruf der tschechischen Ärztekammer (CLK). Wir sind dankbar für jede helfende Hand“, sagte der 56-Jährige. Ärztekammer-Präsident Milan Kubek appellierte in dem Schreiben an seine Landsleute im Ausland, „ihren ehemaligen Kollegen in unseren Krankenhäusern zu helfen.“

Am dringendsten sei der Bedarf an Anästhesisten und Intensivmedizinern. Auch qualifiziertes Pflegepersonal werde gebraucht. Seit langem wandern jährlich Hunderte tschechischer Medizinabsolventen und Ärzte auf der Suche nach besseren Gehältern und Arbeitsbedingungen in andere EU-Länder wie Deutschland aus.

Corona in Europa: Massive Einschränkungen in Polen

Update vom 15. Oktober, 21.52 Uhr: Wegen der stark steigenden Corona-Zahlen führt Polen erneut massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens ein. „Wir müssen jetzt auf die Bremse treten, um unser Gesundheitssystem zu verteidigen“, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Donnerstag in Warschau.

Ab Samstag werden mehr als 150 Regionen im ganzen Land, darunter die Hauptstadt Warschau und mehrere andere Großstädte, als sogenannte rote Zonen deklariert, in denen schärfere Auflagen gelten. Dort sind Hochzeitsfeiern künftig verboten, Schwimmbäder und Fitnessclubs werden geschlossen. Restaurants dürfen für Gäste nur von sechs bis 21 Uhr geöffnet haben, nach dieser Zeit können sie ihre Speisen nur zum Mitnehmen anbieten. Die Schulen gehen wieder zu Fernunterricht über. „Die Einschränkungen sollen uns vor einer weiteren Ausbreitung des Virus schützen, aber gleichzeitig möchten wir, dass die Wirtschaft so weit wie möglich funktioniert“, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki.

Corona in Europa: Finnland ruft zu Arbeit im Homeoffice auf

Update vom 15. Oktober, 18.32 Uhr: Finnland verzeichnet im europäischen Vergleich relativ niedrige Corona-Infektionszahlen. Dennoch steigen die Werte auch im hohen Norden an. Die Regierung in Helsinki legt ihren Bürgern deshalb nun ausdrücklich ans Herz, zur Eindämmung des Coronavirus so weit wie möglich ins Homeoffice auszuweichen oder anderweitig dem Büro fernzubleiben. Die Empfehlung der Regierung richtet sich sowohl an Arbeitnehmer aus dem öffentlichen als auch dem privaten Sektor. Sie gilt vorläufig bis zum Jahresende. Abgesegnet werden soll das Ganze formell auf einer Kabinettssitzung in der kommenden Woche.

Die finnische Regierung kann Empfehlungen wie diese aussprechen, die dann aber von den einzelnen Regionen und Kommunen umgesetzt werden müssen. Letztlich sollen mit diesen Maßnahmen größere Beschränkungen wie während der ersten Corona-Hochphase im Frühjahr verhindert werden. Die Schulen sollen weiter offengehalten werden, sagte Bildungsministerin Li Andersson nach Angaben des Rundfunksenders Yle auf einer Pressekonferenz in Helsinki. Mit den entsprechenden Empfehlungen gebe man jedoch die Möglichkeit, auf andere Angebote wie Distanzunterricht auszuweichen.

Corona in Europa: Von der Leyen fordert einheitliche Quarantäne- und Testregelung in der EU

Die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die EU-Staaten zu einer weiteren Koordinierung der Corona-Maßnahmen aufgerufen. Die CDU-Politikerin sagte am Donnerstag zu Beginn des EU-Gipfels in Brüssel, die Corona-Lage werde mehr und mehr besorgniserregend. Sie forderte eine einheitliche Quarantäne- und Testregelung in der EU. „Ich rufe alle Beteiligten dazu auf, dass wir hier ebenfalls eine Einigung finden. Das ist wichtig“, erklärte von der Leyen.

Die EU-Komissionschefin verließ den EU-Gipfel am Donnerstag frühzeitig und begab sich in Corona-Quarantäne. Sie sei darüber informiert worden, dass ein Mitglied ihres Empfangsbüros am Morgen positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Das teilte von der Leyen auf Twitter mit. Sie selbst sei negativ getestet worden. Dennoch habe sie den EU-Gipfel aus Vorsicht unverzüglich verlassen und sich in Selbstisolation begeben.

Corona in Europa: Bundesrehierung erklärt Niederlande und Frankreich zu Risikogebieten

Update vom 15. Oktober, 17.30 Uhr: Die Bundesregierung hat die ganzen Niederlande, das gesamte französische Grenzgebiet zu Deutschland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte. Dazu zählen acht Regionen der Schweiz, darunter der an Deutschland grenzende Kanton Zürich, erstmals Gebiete in Schweden und Finnland sowie weitere Regionen in Großbritannien, Irland, Kroatien, Portugal, Slowenien und Ungarn.

Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle neuen Risikogebiete auch eine Reisewarnung ausspricht. Mit der Aufnahme von fünf polnischen Regionen einschließlich der Metropolen Danzig und Krakau auf die Risikoliste wird ab Samstag keines der neun Nachbarländer Deutschlands mehr ohne Risikogebiet sein. Die polnischen Grenzgebiete bleiben allerdings noch verschont.

Corona in Europa: Alarmierender Infektionsanstieg in Belgien und Polen

Update vom 15. Oktober, 14.47 Uhr: Während die Corona-Fallzahlen in Tschechien enorm in die Höhe steigen und das Land seine Schutzmaßnahmen verschärft, kämpfen auch Belgien und Polen mit einem rasanten Anstieg an Infektionsfällen. In Belgien befinden sich die Corona-Infektionen auf einem Rekordhoch. Die Behörden meldeten am Donnerstag 7481 Fälle innerhalb von 24 Stunden.

Auch in Polen spitzt sich die Lage zu. Wie das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, ist die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen erneut sprunghaft gestiegen und hat erstmals die Marke von 8000 überschritten. Insgesamt kamen 8099 Fälle hinzu, die meisten davon in der Region um die Hauptstadt Warschau. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, was etwa der Hälfte von Deutschland entspricht. Durch einen Vergleich mit den Infektionszahlen in Deutschland, die am Donnerstag mit 6638 ebenfalls einen Rekordwert erreichten, zeigt sich deutlich wie alarmierend hoch die Zahl der Neuinfektionen in Polen ist. Erst am Mittwoch hatten die Behörden mit 6526 Neuinfektionen einen Rekordwert gemeldet.

Das Land setzt angesichts der Corona-Lage wieder auf härtere Maßnahmen. Seit Samstag gilt im gesamten Land wieder eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit - sogar im Freien. Zudem dürfen an Feiern maximal 75 Menschen teilnehmen. In sogenannten roten Zonen sind die Auflagen strenger, unter anderem müssen Bars und Restaurants um 22.00 Uhr schließen. Über mögliche weitere Einschränkungen will die Regierung am Donnerstag beraten. Seit Beginn der Pandemie verzeichnet Polen 3308 Todesfälle, die in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung stehen. Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Auswärtigen Amt noch nicht ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft wurde.

Corona: Alarmierender Infektionsanstieg - Tschechien verschärft Regeln: „Die Zahlen sind katastrophal“

Update vom 15. Oktober, 12:00 Uhr: Im Vergleich zu anderen EU-Ländern, begann Tschechien schon im Frühjahr sehr früh mit seinen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Auch jetzt setzt das Land wieder auf härtere Maßnahmen. Trotz der Vorkehrungen steigen die Corona-Zahlen weiter an. Das Gesundheitsministerium in Prag verzeichnete am Mittwoch 9544 neue Fälle, die am Donnerstag (15.10) bekannt gegeben wurden. Das war der höchste Wert an einem Tag seit Beginn der Pandemie.

Aufgrund der besorgniserregenden Situation kündigte die Regierung an, rund 4000 Krankenhausbetten zu kaufen, um unter anderem in Messehallen Behelfseinrichtungen für einen möglichen Ansturm aufzubauen. Ministerpräsident Andrej Babis beurteilte die aktuelle Corona-Lage folgendermaßen: „Die Zahlen sind katastrophal - es eilt wirklich sehr“, sagte er der Agentur CTK zufolge vor seinem Abflug zum EU-Gipfel in Brüssel. Außerdem habe er über mögliche Hilfen auch „mit der bayerischen Seite“ gesprochen. Laut der deutschen Presseagentur berichteten Medien, dass sich der Ministerpräsident in München erkundigt habe, ob man in Bayern Intensivpatienten aus der angrenzenden Region Karlsbad aufnehmen könnte.

Seit Mittwoch sind alle Restaurants, Kneipen und Bars in Tschechien geschlossen und der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist untersagt. Außerdem haben alle Schulen Fernunterricht eingeführt. Des Weiteren dürfen sich sowohl drinnen als auch draußen nur noch maximal sechs Menschen treffen. Sport- und Kulturveranstaltungen sind untersagt und die Maskenpflicht wurde ausgeweitet.

Corona-Zahlen in Europa: Deutsches Nachbarland führt erneut Notstand ein - Ausgangssperren folgen

Update vom 14. Oktober 19.59 Uhr: Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Die Pandemie sei eine gesundheitliche Katastrophe, die aufgrund ihrer Art und Schwere die Gesundheit der Bevölkerung gefährde, hieß es. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen auch Ausgangssperren gehören können.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich am Abend in einem TV-Interview und gab neue Beschränkungen bekannt. Für Paris und zahlreiche weitere große Städte im Land wurden dabei nächtliche Ausgangssperren angekündigt. Diese Ausgangssperren würden ab Samstag zwischen 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens für mindestens vier Wochen gelten, sagte Macron.

Neben dem Großraum Paris seien die Metropolen Grenoble, Lille, Rouen, Lyon, Aix-Marseille, Saint-Étienne, Toulouse und Montpellier betroffen, so Macron. Die Sperre gelte unter anderem für Kinos, Restaurants, Theater. Über diese Maßnahme war bereits zuvor spekuliert worden. Es werde Kontrollen und Strafen geben, kündigte der Staatschef an.

Das Ziel sei es, das Wirtschaftsleben weiter am Leben zu halten - Hilfen für die Unternehmen würden fortgeführt. „Wir werden weiter arbeiten“, betonte Macron. „Wir haben die Kontrolle nicht verloren“, betonte er außerdem, aber die Situation sei „besorgniserregend“.

Die Corona-Lage im Land verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Wochenende annähernd 27 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet - ein Rekord.

Corona in Europa: 20.000 Neuinfektionen in Großbritannien - Schließen der Bars in Katalonien

Update vom 14. Oktober, 18.57 Uhr: Knapp 20.000 Menschen in Großbritannien haben sich innerhalb von 24 Stunden nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das entspricht einem Anstieg von etwa 2.500 im Vergleich zum Vortag. Besonders stark betroffen von der Pandemie sind der Norden Englands, Nordirland, Schottland und Teile von Wales. Die tatsächliche Zahl der Neu-Infektionen dürfte aber noch höher liegen, da nicht genügend Tests zur Verfügung stehen.

Update vom 14. Oktober, 16.15 Uhr: Die Region Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona hat zur Eindämmung der stark steigenden Infektionszahlen die Schließung aller Bars und Restaurants angeordnet. Die regionale Gesundheitsministerin Alba Vergés erklärte, dass die Anweisung am Freitag in Kraft trete und zunächst für 15 Tage gelte. Nach den jüngsten Zahlen des spanischen Gesundheitsministeriums in Madrid wurden binnen der vergangenen sieben Tage in Katalonien fast 11.000 Neuinfektionen registriert. Die 7-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei einem Wert von 142. In Deutschland beträgt dieser Wert, trotz steigender Zahlen, derzeit knapp 30.

Der geschäftsführende katalanische Regionalpräsident Pere Aragonès rief die etwa 7,6 Millionen Einwohner Kataloniens auf, ihre Wohnung möglichst nur noch aus dringendem Grund zu verlassen und soziale Kontakte einzuschränken. „Familienbesuche können auch ein wenig warten, wenn wir umfassenden Ausgangsbeschränkungen vermeiden wollen“, sagte Aragonès. Zudem müssen Einkaufszentren und größere Supermärkte die Zahl der Kunden auf 30 Prozent ihrer üblichen Kapazität beschränken. Für Fitnessstudios, Kinos und Theater gelte eine Beschränkung auf 50 Prozent. Darüber hinaus müssten Spielplätze ab 20 Uhr geschlossen werden.

Corona in Europa: Kroatien und Slowenien melden Rekordwerte bei Neuinfektionen

Am Mittwoch verzeichnete Kroatien einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen. Innerhalb eines Tages habe es 748 neue Corona-Fälle gegeben, teilte der Krisenstab der Regierung in Zagreb mit. Bisher lag die höchste Zahl am 8. Oktober bei 542 Corona-Neuinfektionen. Vier Menschen starben demnach in den letzten 24 Stunden in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Die kroatischen Behörden zeigen sich besorgt, dass viele Menschen die Empfehlungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht beachten würden. „Empfehlungen reichen nicht aus, wir brauchen Maßnahmen, die durchgesetzt werden“, sagte der Chef des Krisenstabs für die Hauptstadt Zagreb, Pavle Kalinic. „Ansonsten werden die Zahlen weiter steigen, der Plafond ist noch nicht erreicht“, erklärte er gegenüber dem Nachrichtensender N1.

Das benachbarte Slowenien, das lediglich 2,1 Millionen Einwohner hat, meldete am Mittwoch 707 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Dort lag die bisher höchste Zahl am 10. Oktober bei 411 neuen Corona-Fällen innerhalb eines Tages. Regierungssprecher Jelko Kacin sagte auf einer Pressekonferenz in Ljubljana: „Die aktuellen Daten zeigen, dass die Lage zunehmend ernst wird.“ Es bestehe Handlungsbedarf, da die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichten, erklärte er weiter. Konkrete neue Maßnahmen erwähnte Kacin allerdings nicht.

Corona in Europa: Polen meldet erstmals mehr als 6000 Neuinfektionen an einem Tag

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Polen erstmals die Marke von 6000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden meldete das polnische Gesundheitsministerium 6526 neue Corona-Fälle, die meisten in der Region um die Hauptstadt Warschau mit 1188 neuen Ansteckungen. Im gleichen Zeitraum starben 116 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Corona in Europa: Nordirland schließt Pubs und Schulen

Im britischen Landesteil Nordirland werden die Corona-Maßnahmen deutlich verschärft. Alle Pubs und Restaurants müssen für vier Wochen schließen. Die Schulen werden für zwei Wochen geschlossen. Die nordirische Regierungschefin Arlene Foster sagte am Mittwoch in Belfast, man müsse die Ausbreitung des Coronavirus bremsen. In der Stadt Derry und Umgebung, wo viele Menschen an der Grenze zum EU-Land Irland leben, gibt es besonders viele Infektionen.

Weitere britische Regionen, darunter der Norden Englands, Schottland und Teile von Wales, sind ebenfalls stark von der Pandemie betroffen. Jeder Landesteil Großbritanniens entscheidet über seine eigenen Corona-Maßnahmen. In England gilt seit Mittwoch ein Drei-Stufen-System, das die Maßnahmen nach dem Risikograd - mittel, hoch, oder sehr hoch - einstuft. Premierminister Boris Johnson wollte damit die Kriterien vereinheitlichen. Kritiker bezeichnen sein Vorgehen allerdings als unzureichend.

Corona in Europa: Einigung der Minister über europaweite Ampel-Karte

Update vom 13. Oktober, 11:59 Uhr: Die EU reagiert auf die Entwicklung: Wie eine Mehrheit der Europaminister am Dienstag in Luxemburg beschloss, soll es künftig eine Ampelkarte geben, die über die aktuelle Corona-Lage in Europa informiert. Demnach werden die verschiedenen Regionen je nach Infektionsgeschehen entweder grün, orange oder rot markiert.

Zukünftig werden keine Einreiseverbote mehr für grüne Bereiche, die niedrige Infektionszahlen kennzeichnen sollen, mehr verhängt. Die europäische Gesundheitsagentur ECDC soll die Ampelkarte erstellen und wöchentlich aktualisieren. Grundlage soll die Zahl der neu gemeldeten Fälle pro 100 000 Einwohner in den letzten 14 Tagen sein, dazu kommen die Quote positiver Tests sowie die Anzahl durchgeführter Tests pro 100 000 Einwohner.

Bei den verschiedenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gehen alle Länder unterschiedliche Wege. Demnach verfolgt jedes EU-Land weiterhin keine einheitlichen Regelungen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass auch die jetzige Einigung keine gemeinsamen Standards für Reisende aus stärker betroffenen - also orange oder rot markierten - Regionen vorsieht. Es gibt somit weder eine einheitliche Regelung für Quarantäne- und Testpflichten, noch sind die Empfehlungen bindend.

Anfang September hatte die EU-Kommission Kriterien für einheitliche Reisebeschränkungen sowie Corona- und Quarantäneregeln vorgeschlagen, die umfassender waren, als die jetzigen Einigungen.

Coronavirus in Europa: Frankreich weitet höchste Warnstufe aus, England schließt Bars, Mega-Chaos in Spanien

München - Europa befindet sich weiterhin im Klammergriff der Corona-Pandemie. Die Zahl der Neuinfektionen* ist in vielen Ländern besorgniserregend. Die oft zitierte zweite Welle* scheint endgültig angekommen zu sein. Auch in Deutschland bewegen sich die Werte weit über dem Niveau des Sommers.

Coronavirus in Europa: Infektionszahlen steigen in vielen Länder wieder bedrohlich an

Innerhalb der Bundesrepublik wurden Berlin sowie einige Großstädte Nordrhein-Westfalens mittlerweile zu Risikogebieten erklärt, der Blick über die Grenze hinaus offenbart kaum ein anderes Bild. Das auswärtige Amt warnt vor Reisen in zahlreiche europäische Länder. Auch in Italien, wo man sich im September noch über stabile Zahlen hatte freuen können, steigen die Inzidenzwerte wieder enorm.

Vor allem aber in Frankreich wirkt ein erneuter Lockdown mittlerweile beinahe unausweichlich. Knapp 27.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus* wurden am Samstag nachgewiesen, unter anderem in Lille, Grenoble, Saint-Étienne und Lyon gilt die höchste Warnstufe. Am morgigen Dienstag soll das in Toulouse Montpellier ebenfalls so sein. Richtwert dafür ist der 7-Tage-Inzidenzwert*. Steigt er über 250, wird die maximale Alarmstufe ausgerufen.

Coronavirus: Große Sorgen in Frankreich - „Wenn man die Lage unserer Krankenhäuser sieht ...“

„Wenn man die Lage unserer Krankenhäuser sieht, dann darf man nichts mehr ausschließen“, sprach Premierminister Jean Castex am Montag nun von möglichen Ausgangssperren und einer Überlastung des Gesundheitssystems. Das Handelsblatt geht nach einem Gespräch mit Wirtschaftsforscher Xavier Ragot davon aus, dass härtere Maßnahmen im deutschen Nachbarland kurz bevor stehen, die von der Mehrzahl der Franzosen auch akzeptiert würden.

Coronavirus in Europa: Spanier folgen Aufruf von Rechts-Partei und demonstrieren

Einige hundert Menschen in Spanien tun nun das exakte Gegenteil in Bezug auf Corona-Maßnahmen der Regierung. Ein Aufruf der rechtsextremen Partei Vox führte zu Chaos in mehreren Städten. Unter anderem in der Hauptstadt Madrid machten die Demonstranten mit Autokorsos ihrer Wut Luft und riefen Ministerpräsident Pedro Sánchez zum Rücktritt auf. „Die Regierung missbraucht ihre Macht und zwingt ihre Entscheidungen mit einem verfassungswidrigen Dekret auf“, zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen Teilnehmer.

Die Menschen stören sich an partiellen Ausgangssperren, die in Madrid und acht angrenzenden Orten verhängt worden waren. Diese Art des Lockdowns verbietet es den Bürgern, ihre Städte zu verlassen. Im eigenen Ort dürfen sie sich jedoch frei bewegen.

Coronavirus in England: Extreme Inzidenzwerte im Norden - Johnson legt Dreistufen-Plan vor

In England wird diese Bewegungsfreiheit nicht überall mehr möglich sein. Im Norden der Insel werden dramatische Werte verzeichnet. 600 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registrierte beispielweise die Stadt Liverpool. Jetzt verkündete Premier Boris Johnson einen Dreistufen-Plan für den Umgang mit der aktuellen Entwicklung.

Coronavirus: Bars und Fitnessstudios in Liverpool müssen wieder schließen

Der Risikograd wird von nun an in jeder Region einzeln bestimmt. Je nachdem, ob er mittel, hoch, oder sehr hoch eingeschätzt wird, stehen ab Mittwoch verschärfte Maßnahmen an. Lockdowns will Johnson zwar tunlichst vermeiden, doch in den Hotspots führt offenbar kaum ein Weg daran vorbei. In Liverpool müssen so übermorgen sämtliche Bars und Fitnessstudios schließen. „Die kommenden Wochen und Monate werden schwierig“, räumt Johnson ein, „wir müssen jetzt handeln.“ (moe) *merkur.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Petr David Josek/AP/dpa

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