Zahlen steigen in Europa

Corona in Europa: Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Todesopfern seit April

Coronavirus in Europa: Die Corona-Zahlen steigen in einigen Ländern extrem. Frankreich meldet Rekordwerte. In Spanien meldet die höchste Zahl der Corona-Todesopfer seit April.

  • In Europa kämpfen einige Länder mit einer zweiten Corona-Welle*.
  • Frankreich und Spanien verzeichnen Rekordzahlen. Jetzt explodiert die Zahl der Neuinfektionen auch in Tschechien und der Slowakei.
  • Einige Länder greifen zu drastischen Maßnahmen - aktuell auch Frankreich.
  • Dieser News-Ticker zum Thema Coronavirus in Europa wird regelmäßig aktualisiert

Update vom 7. Oktober, 8.54 Uhr: In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erfasst worden wie seit fünfeinhalb Monaten nicht mehr. Innerhalb eines einzigen Tages seien aus den verschiedenen Regionen insgesamt 261 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das ist der höchste Wert seit dem 25. April. Damals wurden 280 Todesopfer gezählt.

Corona in Europa - Frankreich meldet Rekordzahlen - Höchste Warnstufe ausgerufen

Update vom 5. Oktober, 7.55 Uhr: Wegen der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen wird in Paris die höchste Warnstufe verhängt. Damit treten verschärfte Maßnahmen in Kraft, wie das Büro von Ministerpräsident Jean Castex am Sonntagabend mitteilte. Bars und Cafés in der Hauptstadt und einigen Vororten müssen geschlossen werden, Restaurants dürfen hingegen bei Einhaltung verschärfter Hygiene-Regeln geöffnet bleiben.

Die Maßnahmen sollen zunächst für zwei Wochen gelten. Nähere Angaben sollen am Montag die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und Polizeipräfekt Didier Lallement machen, wie die Regierung weiter mitteilte. Hidalgo sprach am Sonntag von einer „sehr ernsten“ Gesundheitssituation.

Innenminister Gérald Darmanin räumte im Interview mit den Sendern LCI und Europe 1 ein, dass die Schließung von Cafés und Bars viele Menschen „hart“ treffen werde. „Wir sind Franzosen - wir lieben es zu trinken, essen, leben, lachen und einander zu küssen“, sagte er. „Wir tun das aber auch, weil die Menschen das von uns wollen.“

Corona in Frankreich: Neuer Rekord der Neuinfektionen - Frankreich meldet rund 17.000 Fälle

Update vom 3. Oktober, 22.52 Uhr: Die Corona-Lage in Frankreich ist weiter angespannt. Mit 16.972 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden hat das Land einen Tagesrekord erzielt. Wie die Behörden am Samstagabend mitteilten, wurde damit der bisherige Höchstwert von 16.096 neuen Fällen vom 24. September überschritten. Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Bisher starben in der Covid-19-Pandemie rund 32. 000 Menschen. In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. In der Hafenstadt Marseille haben Bars und Restaurants komplett geschlossen. In Paris droht wegen der angespannten Corona-Lage ebenfalls ihre Schließung.

Corona in Europa - Slowakei verzeichnet höchsten Wert seit Ausbruch der Pandemie

Update vom 3. Oktober, 18.07 Uhr: In der Slowakei steigen die Corona-Fälle rasant. In den vergangenen 24 Stunden wurden 704 Corona-Neuinfektionen verzeichnet, teilte das Nationale Gesundheits-Informationszentrum am Samstag mit. Dies war
der höchste Wert sei dem Ausbruch der Pandemie im März. Der bisherige Höchstwert wurde einen Tag zuvor erfasst, er betrug 679 Fälle. Die Slowakei steht bisher nicht auf der Liste der Corona-Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Coronavirus in Europa - Polen meldet dramatische Corona-Zahlen

Update vom 3. Oktober, 16.24 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Polen hat den dritten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Am Samstag verzeichneten die Behörden 2367 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt lag mit 290 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (277) und Pommern im Westen (244) waren stark betroffen. Erst am Freitag wurde der bisherige Rekordwert seit Beginn der Pandemie erfasst, er lag bei 2292 Neuinfektionen.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 98.140 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2604 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Das Land wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) bislang nicht als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Corona in Europa: Höchstwert in Tschechien

Auch in Tschechien explodieren die Corona-Zahlen. Mit 3793 Corona-Neuinfektionen vermeldete das EU-Land am Freitag einen Rekord. Seit Beginn der Pandemie hat es an keinem anderen Tag so viele Fälle gegeben. Seit dem 25. September steht Tschechien auf der RKI-Liste der Corona-Risikgogebiete.

Corona in Europa: Madrid abgeriegelt - Regionalpräsidentin spricht von „politischem Krieg“

Update vom 2. Oktober, 22.39 Uhr: Der spanische und europäische Corona-Hotspot Madrid ist seit Freitagabend zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Nur wider Willen setzte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso um 22 Uhr eine entsprechende, äußerst umstrittene Anordnung der spanischen Zentralregierung in Kraft. Neben der Hauptstadt wurden neun weitere Gemeinden des Großraums Madrid abgesperrt. Man darf diese Städte nur noch mit triftigem Grund betreten oder verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen.

Die Maßnahmen sollen zunächst für zwei Wochen gelten. Die konservative Regionalregierung legte allerdings am Freitag beim Nationalen Staatsgerichtshof Einspruch dagegen ein (siehe Update vom 2. Oktober, 16.28 Uhr). Im Streit geht es nicht nur um wissenschaftliche oder soziale Aspekte: Die Konservative Ayuso wirft dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez vor, einen „politischen Krieg“ zu führen. Sánchez greife in unrechtmäßiger Form in die Kompetenzen der Regionen ein. Diese Meinung vertreten auch zahlreiche Juristen.

Corona in Europa: Studie findet in einer Region Italiens das Virus bei 42 Prozent der Bevölkerung

Update vom 2. Oktober, 20.50 Uhr: In der von der Corona-Pandemie im Frühjahr besonders hart getroffenen Provinz Bergamo in Italien haben sich mehr als 42 Prozent der Bevölkerung mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Das ergab eine Studie mit fast 21.500 Menschen aus der Region Val Seriana - mehr als ein Viertel der dortigen erwachsenen Bevölkerung, wie die örtlichen Gesundheitsbehörden mitteilten.

Bei etwa 9000 Menschen ließ sich die Infektion demnach im Blut nachweisen. Bei den allermeisten davon war sie zum Untersuchungszeitpunkt im Juli bereits abgeklungen, bei 154 Personen ließ sich das Virus noch im Nasen-Rachen-Abstrich nachweisen.

Szene vom Mai 2020 auf einem Friedhof in Bergamo: Mehr als 42 Prozent der dortigen Bevölkerung waren bereits mit Corona infiziert.

Corona in Europa: Star-Koch stößt ungewöhnlichen Protest an - „Um nicht in Stille zu sterben“

Update vom 2. Oktober, 19.12 Uhr: Nach der Corona-bedingten Schließung von Restaurants und Bars in Marseille (siehe Ursprungsmeldung) haben Gastwirte in ganz Frankreich lautstark mit ihren Kochtöpfen protestiert. Aufgerufen zu der Straßenaktion hatte der bekannte Sternekoch Philippe Etchebest aus Bordeaux, wie französische Medien am Freitag berichteten. Sein Motto laute: „Lärm machen, um nicht in Stille zu sterben“.

Schon die monatelange Ausgangssperre und Schließungen von Restaurants im Frühjahr hatten das Gaststättengewerbe des Landes erheblich unter Druck gesetzt. In Paris droht wegen der angespannten Corona-Lage die neuerliche Schließung von Lokalen. Die Gastronomie ist ein besonderes Aushängeschild Frankreichs und beschäftigt viele Menschen. Allein 29 Spitzenlokale tragen drei Sterne - die Topnote der Feinschmeckerbibel Guide Michelin.

Nicht gerade leise: Corona-Proteste in Marseille

Corona in Europa: Spanischer Hotspot versucht sich gegen Lockdown zu wehren - Zwei Länder rufen Notstand aus

Update vom 2. Oktober, 16.28 Uhr: In Spanien geht es im Streit um die richtige Corona-Strategie vor Gericht. Die Hauptstadt Madrid gilt als Hotspot - und die konservative Regionalregierung legte nun beim Staatsgerichtshof Einspruch gegen die Entscheidung der linken Zentralregierung ein, die Stadt und weitere neun nahe gelegene Gemeinden abzuriegeln. Die „Comunidad Autónoma“ forderte bis zur endgültigen Entscheidung die vorläufige Aussetzung der Verordnung des Gesundheitsministeriums. Es ist ein Rennen gegen die Zeit, denn laut Verordnung müssen die Absperrungen spätestens an diesem Samstag in Kraft treten.

Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hält eine weitgehende Absperrung trotz der höchsten Infektionszahlen in ganz Westeuropa für unverhältnismäßig. Sie befürchtet unter anderem schlimme wirtschaftliche Konsequenzen. Sie teilte am Freitag auf Twitter mit, die Zahlen seien in den vergangenen Tagen in ihrer Region deutlich besser geworden.

Ein Mitarbeiter der spanischen Marine bei der Arbeit im Büro in Madrid.

Der Anordnung zufolge sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte eingeschränkt werden, wenn in einer Stadt die 14-Tage-Inzidenz über 500 liegt, mindestens zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und die Intensivbetten zu mehr als 35 Prozent mit Covid-Patienten belegt sind. Das nur für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern gelte.

Corona-Maßnahmen in der Region Madrid: Experten zweifeln Rechtmäßigkeit an

Minister Illa hatte versichert, diese Kriterien seien bei einem Treffen des Interterritorialen Gesundheitsrates mit großer Mehrheit angenommen worden. Zuvor hatte es jedoch geheißen, zur Annahme müssten alle 17 Regionen zustimmen. Dagegen stimmten aber neben Madrid auch Katalonien, Galicien, Andalusien und Murcia. Nicht wenige Experten zweifeln deshalb die Rechtmäßigkeit der Anordnung an.

Bisher sind 45 Gebiete der Region Madrid teilweise abgesperrt. Betroffen sind insgesamt zirka eine Million von insgesamt 6,6 Millionen Madrilenen. Für die gesamte Region Madrid betrug am Freitagabend die Sieben-Tage-Inzidenz 262. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese Zahl zuletzt bei knapp 15.

Coronavirus in Europa: Immer mehr Länder werden in Europa zu Risikogebieten erklärt (Symbolfoto).

Corona in Europa: „Raketenhafter Anstieg“ - Zwei Länder rufen Notstand aus - Italien zieht wohl nach

Update vom 1. Oktober, 14.10 Uhr: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte plädiert für eine Verlängerung des Ausnahmezustands bis Ende Januar. Er kündigte an, dies dem Parlament vorzuschlagen. Der Notstand in Italien läuft Mitte Oktober aus. Conte möchte den Notstand bis zum 31. Januar 2020 verlängern. Durch den Notstand können Behörden bürokratische Hürden schneller und einfacher umgehen und schneller Entscheidungen fällen.

Corona-Rekordwerte in Polen - Ostsee-Kurort „rote Zone“

Update vom 1. Oktober, 13.55 Uhr: Polen vermeldet Corona-Höchstwerte. Innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Behörden 1967 Neuinfektionen, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. So viele waren es noch nie. Der Schwerpunkt lag mit 285 Fällen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (268) und Pommern im Westen (180) waren stark betroffen. Die polnische Regierung will aufgrund der Rekordzahlen weitere Einschränkungen in mehreren Regionen verhängen.

Großstädte wie Danzig (Gdansk), Gdingen (Gdynia) und Stettin (Szczecin) sollen künftig als „gelbe Zonen“ gelten. Dies bedeutet Auflagen für Feiern, Gastronomiebetriebe und Fitnessstudios. Außerdem soll es dort demnächst auch auf der Straße eine Maskenpflicht geben. Die Zahl der „roten Zonen“ wird dem Entwurf zufolge von derzeit zwei auf 17 ausgeweitet. Darunter fällt auch der Ostsee-Kurort Zoppot (Sopot) bei Danzig. In „roten Zonen“ gilt bereits jetzt eine Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. Restaurants und Bars dürfen künftig nur bis 22 Uhr geöffnet bleiben. Vom Robert-Koch-Institut (RKI) wird das Nachbarland bisher nicht als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Update vom 30. September 2020, 21:48 Uhr: Wenn in zwei Wochen mehr als 500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner verzeichnet werden, wenn 35 Prozent der Betten auf Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt sind und wenn mindestens zehn Prozent der vorgenommenen Virus-Tests positiv sind, sollen in Spanien künftig strengere Maßnahmen ergriffen werden. Alle drei Bedingungen treffen bereits jetzt auf Madrid zu - daher sollen in den kommenden Tagen Ausgangssperren über die ganze Stadt verhängt werden.

Als „komplex und beunruhigend“ bezeichnet Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa die Situation in der Hauptstadt. Zuletzt waren an einem Tag 4810 neue Infektionen verzeichnet worden. In den bereits seit längerem von Ausgangssperren betroffenen Vierteln im Süden der Staat war es in den letzten Tagen zu Protesten gekommen.

Coronavirus in Großbritannien: Premier Johnson will Maßnahmen eventuell wieder verschärfen

Update vom 30. September 2020, 20.30 Uhr: Großbritanniens Premier Boris Johnson will eine Verschärfung der Maßnahmen nicht ausschließen. In den vergangenen Tagen hatte Großbritannien - erstmals seit Beginn der Pandemie - mehr als 7.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet, die Zahl der täglichen Todesfälle verdoppelte sich innerhalb einer Woche auf rund 70. „Wenn die Zahlen es erfordern, werden wir nicht zögern, wieder schärfere Maßnahmen einzuführen“, sagte Johnson am Mittwoch in London.

Zeitgleich spricht man in Schweden von weiteren Lockerungen: Ab Donnerstag dürfen die Menschen in Altenheimen wieder besucht werden. Damit fällt eine der schärfsten Maßnahmen des Landes. Sie war im April eingeführt worden.

Corona in Europa: Tschechien und Slowakei rufen erneut den Ausnahmezustand aus

Erstmeldung vom 30. September 2020, 20.17 Uhr: Prag - Wegen rapide steigender Corona-Zahlen hat Tschechien erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. Der Notstand gilt vom kommenden Montag an zunächst für 30 Tage, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch in Prag bekannt gab. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen. Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr zwei Monate lang.

Man müsse den „raketenhaften Anstieg“ der Infektionen stoppen, um einen Engpass bei der medizinischen Versorgung zu verhindern, sagte Prymula. Die Opposition warf der Regierung vor, zu spät auf Warnungen reagiert zu haben. Die Regional- und Senatswahlen am Freitag und Samstag finden wie geplant statt.

Coronavirus in Tschechien - Grenzen sollen diesmal offen bleiben

Die Grenzen sollen diesmal offen bleiben. Veranstaltungen und Versammlungen in Innenräumen werden auf zehn und im Freien auf 20 Personen begrenzt. Die meisten weiterführenden Schulen werden auf Distanzunterricht umgestellt. Der Sport muss ohne Zuschauer auskommen. Firmen, Geschäfte und Restaurants sind von den Restriktionen nicht betroffen.

Tschechien war gut durch die erste Phase der Pandemie gekommen, doch seit Wochen explodieren die Zahlen. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten stieg inzwischen auf knapp 67.850. Allein am Dienstag kamen 1965 neue bestätigte Fälle hinzu. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben in Tschechien mehr als 630 Menschen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist Tschechien seit dem 25. September als Corona-Risikogebiet aus.

Corona: Slowakische Regierung verhängt Notstand

Die Slowakei hat im Zusammenhang mit dem Aufkommen einer zweiten Corona-Welle* erneut die Ausrufung des Notstands beschlossen. Der Notstand tritt am 1. Oktober in Kraft und soll vorerst 45 Tage gelten, teilte der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic am Mittwoch mit. Die Behörden erhalten damit außerordentliche Befugnisse. So dürfen sie zum Beispiel medizinisches Personal auch aus dem Urlaub heraus zur Arbeit verpflichten und dringend benötigtes Gesundheitsmaterial unabhängig von gültigen Bestellungen umverteilen. Erstmals galt der Notstand in der Slowakei schon während der ersten Corona-Welle von Mitte März bis Mitte Juni.

Die neuerliche Ausrufung des Notstandes hatte der nationale Corona-Krisenstab am Montagabend empfohlen, beschließen kann ihn aber nur die Regierung. Eine weitere Empfehlung des Krisenstabes war gewesen, ab 1. Oktober auch alle Massenveranstaltungen zu verbieten. Nach Protesten von Sportvereinen und der politisch mächtigen katholischen Kirche folgte die Regierung dieser Empfehlung jedoch nicht.

Stattdessen treten ab Donnerstag nur Beschränkungen der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen und Gottesdiensten in Kraft. Noch während der Regierungssitzung am Mittwoch hatten sich Hunderte Eishockeyspieler aus dem ganzen Land zu einem Protest vor dem Regierungsgebäude versammelt. Die katholische Kirche wiederum hatte darauf hingewiesen, dass nur die Bischöfe die Abhaltung von Gottesdiensten untersagen dürften, nicht jedoch der Staat, obwohl dieser aufgrund einer Vereinbarung mit dem Vatikan für die Bezahlung der Priester aufkommt.

Der Notstand ist umstritten, weil er auch ein Verbot von Demonstrationen und Versammlungen sowie weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Bürger ermöglicht.

Corona-Krise in Europa

In Europa und Großbritannien sind bisher 3.295.770 Corona-Fälle und 189.768 Todesfälle nach Angaben des Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ECDC registriert worden (Stand: 30. September). Die ECDC weist auf ihrer Webseite für die Länder eine 14-Tage-Inzidenz - Infektionsfälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen - aus. Schon ein Wert ab 20 wird als kritisch von Gesundheitsexperten angesehen. Ein Blick auf einige Länder in der Liste zeigt, liegen viele deutlich über dem „Frühwarnwert“. Zudem gibt es innerhalb Europa große Unterschiede.

Land*14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner (Stand 30. September)
Spanien330.2
Tschechien271.8
Frankreich232.2
Niederlande189.3
Luxemburg186.8
Belgien175.2
Dänemark126.3
Österreich111.3
Großbritannien107.9
Italien38.1
Deutschland30.8
Lettland12.9

Niederlande verschärfen Corona-Regeln für drei Wochen

Die Niederlande haben am Montag angesichts schnell steigender Fallzahlen ihre Corona-Regeln für zunächst drei Wochen verschärft. Alle Sportveranstaltungen ohne müssen seit Dienstagabend ohne Publikum stattfinden. Cafés und Restaurants müssen um 22.00 Uhr schließen und dürfen ab 21.00 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen. Außerdem dürfen insgesamt nur noch 30 Menschen zugleich in einem Lokal sein, im Freien 40. Für alle Kontaktberufe wie Friseur oder Masseur ist eine Registrierung der Kunden verpflichtend. Mund- und Nasenschutz wird für Geschäfte empfohlen, ist aber nicht Pflicht. Die Niederlande sind bei Gesichtsmasken bisher sehr zurückhaltend gewesen. Zuhause soll man nur noch drei Gäste empfangen. Außerdem sollen alle wieder möglichst von zu Hause aus arbeiten.

Corona-Krise in Frankreich: Lage in Paris verschlechter sich 

In ganz Frankreich wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde von Dienstagabend gut 8000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert - nur noch die Hälfte des Höchststandes von mehr als 16.000 in der vergangenen Woche. Doch die Zahl der Einweisungen auf Intensivstationen steigt. In Paris verschlechtert sich die Corona-Lage weiter: Nach Angaben der Stadtverwaltung vom Mittwoch könnte in der französischen Hauptstadt in Kürze die höchste Warnstufe ausgerufen werden. Diese gilt in Frankreich bisher nur im Ballungsraum der Mittelmeer-Stadt Marseille. Dort müssen vorerst weiter alle Bars und Restaurants geschlossen bleiben - ein Gericht wies einen Einspruch gegen die Maßnahme ab.

Nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörde sind in Paris mittlerweile alle drei Kriterien für die höchste Corona-Warnstufe erfüllt: Die Zahl der Neuansteckungen liegt bei mehr als 250 Fällen pro 100.000 Einwohner, unter älteren Menschen zudem mit 133 über der kritischen Marke von 100 Fällen. Auch das dritte Kriterium einer 30-prozentigen Auslastung der Intensivbetten in den Krankenhäusern ist erreicht.(dpa/AFP/ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © David Aparicio/Zuma Press/dpa

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