Welche Bedeutung hat das für die Fallzahlen?

Wie aussagekräftig sind Coronavirus-Antikörpertests wirklich? - US-Forscher warnt: „Inakzeptabel“

US- Forscher warnen vor Aussagekraft der Antikörpertests. (Symbolbild)
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US- Forscher warnen vor Aussagekraft der Antikörpertests. (Symbolbild)

Das Coronavirus stellt weltweit eine große Herausforderung dar. Antikörpertests sind indes eine große Hoffnung. Doch nun warnen US-Forscher vor falschen Ergebnissen. 

München - Im weltweiten Kampf gegen das Coronavirus spielt die Forschung* eine der zentralen Rollen. Wann wird es einen Impfstoff* geben? Wann kann ein wirksames Medikament gegen das Coronavirus auf den Markt kommen? 

Fragen häufen sich über Fragen und mittendrin ist seit Wochen ein viel diskutiertes Thema: Antikörpertests. Sie gelten als große Hoffnung, um schnell Klarheit zu schaffen, wer sich bereits mit Sars-CoV-2 infiziert hat. Doch sind die Tests überhaupt tauglich? US-Forscher warnen nun. 

Coronavirus: Wegen zwei Faktoren sind Antikörpertests fraglich

Antikörpertests sollen dazu dienen, um in großem Umfang zu prüfen, wer bereits eine Infektion mit dem Coronavirus* durchgemacht hat und wer dadurch möglicherweise bereits immun ist. 

Auch erhoffen sich Wissenschaftler dadurch Erkenntnisse über die sogenannte Herdenimmunität. Genau bedeutet das: Wenn sich 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infiziert haben, könnte sich das Virus aufgrund der Knappheit an Infektionsketten nicht weiter ausbreiten.  

Doch wie unzuverlässig Antikörpertests sind, brachte nicht zuletzt auch der deutsche Virologe Christian Drosten auf den Punkt. In einem NDR-Podcast warnte er vor sogenannten „falsch-positiven“ Tests

Auch Professorin Ulrike Protzer, Virologin am Helmholtz Zentrum München, sprach diesen Punkt an*. Man müsse vorsichtig sein mit einer Interpretation eines solchen Tests. Schließlich könnten es auch Antikörper sein, „die ich schon vor fünf Jahren hatte gegen irgendein anderes ähnliches Coronavirus*“, sagte die Professorin. Auch konnte bislang nicht nachgewiesen werden, ob man nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 immun ist. 

Wie aussagekräftig sind die Corona-Antikörpertests?

Coronavirus: US Forscher warnen - und unterziehen Antikörpertests einer Prüfung

Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts - das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel - werden viele Antikörpertests von den Herstellern selbst zertifiziert. Die Validität der Test sei daher nicht immer gesichert. Einen anerkannten Qualitätsstandard für die Tests gibt es aktuell nicht, wie das Paul-Ehrlich-Institut informiert.

Einem Bericht des „Spiegel“ zufolge haben Wissenschaftler aus den USA insgesamt 14 Antikörpertests auf die Verlässlichkeit geprüft. Das Ergebnis ist erschreckend: Nur drei der insgesamt 14 Test, die die Wissenschaftler einem Test unterzogen, waren halbwegs brauchbar. 

Dies geht aus einem Vorabdruck der Ergebnisse der Wissenschaftler hervor. Gleichzeitig wird darin ausdrücklich hingewiesen, dass dieser „Preprint“ noch nicht von der Wissenschaftsgemeinde kontrolliert worden ist. Nur ein einziger Test lieferte kein Fehlergebnis, alle anderen wiesen ein „falsch positives“ Ergebnis aus. 

Corona-Antikörpertests „falsch positiv“ - Welche Bedeutung hat das für die Fallzahlen?

Der Mikrobiologe Scott Hensley beschrieb die Antikörpertests gegenüber der New York Times indes als „inakzeptabel“ hinsichtlich der Ergebnisse der Prüfung. Doch was bedeutet dieses Ergebnis nun für die aktuellen Fallzahlen, die Tag für Tag für Wirbel sorgen? 

Hensley sagte weiter, dass der Anteil der Menschen, die in den USA mit dem Virus infiziert gewesen seien, vermutlich fünf Prozent oder weniger betrage. „Wenn Ihr Test-Kit einen falsch-positiven Anteil von drei Prozent aufweist, wie interpretieren Sie das? Das ist im Grunde unmöglich. Und wenn Ihr Kit zu 14 Prozent falsch-positive Ergebnisse liefert, ist es sogar nutzlos.“ 

Indes besteht Hoffnung auf einen Impfstoff in Großbritannien

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

mbr

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