Gerüchte rund um das Virus

Coronavirus: Gefährlicher Trend - darum sollten sie auf keinen Fall Desinfektionsmittel trinken

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Auch wenn strikte Hygiene die wichtigste Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus ist - trinken sollte man es unter keinen Umständen. (Symbolbild)

Das Coronavirus bereitet vielen Menschen - auch in Deutschland - große Sorgen. Nun kursiert ein gefährliches Gerücht im Netz: Desinfektionsmittel sollen vor einer Infektion mit dem Virus schützen. Doch diese Annahme ist falsch und gefährlich! 

  • Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus - auch in Deutschland machen sich viele Menschen Sorgen. 
  • Bisher ist noch kein Gegenmittel zur Behandlung des Virus bekannt. 
  • Immer mehr Gerüchte über das Virus und mögliche Heilmittel verbreiten sich im Netz - mit gefährlichen Folgen. 

München - Die Entwicklungen rund um das Coronavirus bereiten vielen Menschen in Deutschland Sorgen. Auch Gesundheitsexperten und Forscher sind sich einig - schnell muss ein Medikament gegen die neuartige Virusinfektion entwickelt werden. Bisher ist noch kein Gegenmittel zur Behandlung des Virus bekannt.

Doch immer häufiger tauchen im Netz Gerüchte und Verschwörungstheorien über mögliche Heilmittel auf - mit gefährlichen Folgen. So auch in diesem Fall: In verschiedenen sozialen Medien wird die Einnahme von Desinfektionsmitteln zum Schutz gegen das Virus empfohlen. Dieser Ratschlag ist jedoch nicht nur falsch, sondern auch sehr gefährlich. 

Helfen Desinfektionsmittel gegen das Coronavirus?

Helfen Desinfektionsmittel gegen das Coronavirus? Ja! Allerdings nur oberflächlich angewandt. Die Flüssigkeiten schützen gegen virale Infektionen. Doch nur, wenn sie auf Oberflächen oder zum Desinfizieren der Hände benutzt werden. Trinken oder essen sollte man sie auf keinen Fall. 

Obwohl auch in Deutschland die Zahl der Coronavirus-Infektionen gestiegen ist, wie unter anderem Merkur.de* berichtet, hält sich angesichts der aktuellen Lage die Gefahr einer Ansteckung noch in Grenzen. Wer unbegründet in Hysterie verfällt und den Gerüchten glaubt, schadet seinem Körper mehr, als das er ihm hilft. So schwächt die Einnahme von Desinfektionsmitteln laut Verbraucherschützern nicht nur das Immunsystem, sondern kann auch Erbrechen, Übelkeit oder Durchfall verursachen - wer Desinfektionsmittel einnimmt, kann sich in gesundheitliche Gefahr bringen. 

Coronavirus: Wann sind Desinfektionsmittel hilfreich?

Die im Handel erhältlichenviruziden Desinfektionsmittel, also Mittel die gegen Viren wirken, bieten Schutz vor Erregern aus der Familie des Coronavirus*. Auch das „neue Coronavirus“, das wie das SARS- und das MRSA-Virus, gehört zu dieser Virus-Art. 

Laut der Ruhr-Universität Bochum haben Tests mit verschiedenen Desinfektionslösungen* gezeigt, dass Mittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit gegen die Coronaviren gut wirksam sind. „In der Regel genügt das, um die Gefahr einer Ansteckung deutlich zu reduzieren“, erklärt Günter Kampf von der Ruhr-Universität Bochum. 

Desinfektionsmittel gegen das Coronavirus: Woher kommen die Gerüchte?

Auf Flaschen vieler Desinfektionsmittel ist zu lesen, dass die Mittel gegen „Human Coronavirus“* schützen. Aufgrund dieser Aufschrift glauben wohl einige Menschen, dass die Einnahme gegen eine Erkrankung hilft. 

In den Tipps, die auf Facebook und Twitter kursieren, empfehlen Nutzer beispielsweise die Mittel verdünnt zu trinken oder wie ein ätherisches Öl verdampfen zu lassen. Und auch in Onlineshops wie Amazon finden sich Anbieter wie „Dettol“, die ihre Produkte mit diesem Merkmal bewerben. 

Durch Panik entstehen Missverständnisse

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es kein Mittel gegen das Coronavirus*. Bisher können nur die akuten Symptome behandelt und eine Ausbreitung durch Hygienemaßnahmen vorgebeugt* werden. 

Generell gilt: Es sollten die gleichen Hygienevorschriften beachtet* werden, die auch bei einer Grippe empfohlen werden. So sollte man sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife waschen und gegebenenfalls zusätzlich die Hände desinfizieren. Außerdem sollte man sich beim Husten oder Niesen den Mund und die Nase mit dem Taschentuch bedecken oder in die Armbeuge niesen. 

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

lkn

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