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Corona: Grünes Licht für Booster-Impfung - neue Zahlen machen Hoffnung

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Coronavirus - Impfung
Eine Frau wird während einer Impfaktion auf dem Wochenmarkt mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus geimpft. © Sebastian Gollnow/dpa

Ärztevertreter sind gegen eine Maskenpflicht an Schulen, andere befürchten eine „Durchseuchung mit Ansage“. Die EMA erlaubt Biontech-Drittimpfungen. Der News-Ticker.

Update vom 4. Oktober, 20.13 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesfälle weltweit ist zuletzt auf den niedrigsten Wert seit dem Herbst 2020 gesunken. Das ergibt sich aus einer Auswertung der amtlichen Statistiken, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen. Demnach wurden zwischen 27. September und 3. Oktober 53.245 Todesfälle registriert, im Schnitt rund 7600 pro Tag.

Im November 2020 waren 50.000 Todesfällen in einer Woche registriert worden, in der letzten Januarwoche waren es mehr als 100.000. Dies war der höchste Wert, der in der Pandemie erreicht wurde. Die Entwicklungen danach waren uneinheitlich, unter anderem wegen des Aufkommens der hoch ansteckenden Delta-Variante des Virus.

Seit der Entdeckung des Coronavirus Ende Dezember 2019 in China fielen weltweit 4,8 Millionen Menschen der Pandemie zum Opfer*. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht allerdings davon aus, dass es wegen der Begleiteffekte der Virus-Erkrankung doppelt oder dreimal so viele Tote geben könnte, wie es die offiziellen Statistiken ausweisen.

Corona-Impfung: Grünes Licht für Biontech/Pfizer - Booster-Impfung kann starten

Update vom 4. Oktober, 16.44 Uhr: Grünes Licht für Drittimpfungen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer in der EU: Am Montag genehmigte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Auffrischungsimpfungen gegen Corona mit dem Serum. Laut EMA kommt die sogenannte Booster-Impfung mit dem Corona-Vakzin von Biontech/Pfizer für Menschen ab 18 Jahren in Betracht. Dabei soll die dritte Impfung frühestens sechs Monate nach Verabreichung der zweiten Dosis erfolgen.

In einigen Ländern wurde mit dem teils umstrittenen Angebot einer Drittimpfung für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen bereits begonnen. Deutschland plant, zunächst Bewohner und Beschäftigte von Pflegeheimen sowie medizinisches Personal erneut zu impfen. 

Corona-Testzentren in Deutschland: Betreiber in Hessen unter Verdacht

Update vom 4. Oktober, 16.21 Uhr: Der Inhaber zweier Corona-Testzentren in Kassel und Baunatal muss sich schwerer Vorwürfe erwehren. Polizei und Staatsanwaltschaft in Kassel ermitteln gegen den Mann wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Laut Ermittlungsbehörden wurden in diesem Zusammenhang bereits am Freitag (1. Oktober) die beiden Testzentren sowie Geschäfts- und Privaträume des Beschuldigten durchsucht.

Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, für die Monate ab April 2021 Leistungen gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen zu Unrecht abgerechnet zu haben. Für Tests, die der Testzentren-Inhaber in den Monaten April bis Juni 2021 abrechnete, zahlte ihm die Kassenärztliche Vereinigung bereits einen mittleren sechsstelligen Betrag. Ermittler schätzen den zu Unrecht abgerechneten Leistungsumfang auf mindestens 52.000 Euro. Weitere Auszahlungen für bereits in Rechnung gestellte Testleistungen ab Juli 2021 wurden verhindert. Nach seiner vorläufigen Festnahme und dem Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Beschuldigte wieder auf freien Fuß gesetzt.

Update vom 4. Oktober, 14.56 Uhr: Eine Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hat ergeben, dass in der deutschen Bevölkerung offenbar die 2G-Regel deutlich weniger Zustimmung als 3G findet. Die Umfrageteilnehmer wurden gefragt, was sie als angemessene Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus ansehen. Demnach sprachen sich 83 Prozent der Befragten dafür aus, nur vollständig geimpften, genesenen oder negativ getesteten Menschen (3G) Zutritt zu bestimmten Einrichtungen oder Veranstaltungen zu gewähren. Dagegen sehen nur 56 Prozent in der 2G-Regel, die nur Geimpfte und Genesene einschließt, das geeignete Mittel.

Corona in Deutschland: Streit um Maskenpflicht an Schulen - „Völlig unangemessen“

Erstmeldung vom 4. Oktober, 7.20 Uhr: Berlin - In Deutschland fallen nach und nach die Masken – an Schulen. Nach Berlin, Brandenburg und dem Saarland ist in Bayern nun die Tragepflicht hinfällig, Baden-Württemberg und Sachsen wollen nachziehen. Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD*) hatte die Lockerungen begrüßt. Der Schritt spaltet aber die Gemüter.

Der Deutsche Lehrerverband bewertete das Vorgehen skeptisch, die Bildungsgewerkschaft VBE rief ebenfalls zur Vorsicht auf. Das Coronavirus* geht nach RKI*-Daten besonders stark bei Kindern ab dem Vorschulalter und Jugendlichen bis 19 Jahren um.

Thomas Fischbach vom Kinder- und Jugendärzte-Verband sagte den Funke-Zeitungen vom Wochenende, die Entscheidung müsse sich jeweils an den Inzidenzwerten und am Lebensalter der Kinder ausrichten. Es könne nicht sein, dass den Jüngsten das Maskentragen „weiterhin von der Gesellschaft zugemutet wird, um auf diejenigen Rücksicht zu nehmen, die sich einer Impfung verweigern“.

Ärztepräsident Reinhardt sagte den RND-Zeitungen vom Samstag: „Es ist völlig unangemessen, dass Kinder und Jugendliche stundenlang im Unterricht eine Maske tragen müssen, während die Erwachsenen abends maskenlos ins Lokal gehen können.“ Allerdings gelten in der Gastronomie vielerorts strengere Abstands- und Testregelungen als in den Schulen.

Corona in Deutschland: Virologin Brinkmann hält Maskenpflicht-Stopp für „dumm“

Die Virologin Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hält den Schritt für verfrüht. „Wenn man etwas abschaffen möchte, dessen Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und das fast nichts kostet, kann man das machen. Die Frage ist nur, ob es klug ist“, sagte die Frau, die auch Kanzlerin Merkel berät, der Rheinischen Post vom Samstag.

„Bei der hohen Anzahl an Nicht-Geimpften, und hierzu zählen die Kinder, halte ich diese Entscheidung für verfrüht - und ehrlich gesagt auch für ziemlich dumm.“

Corona in Deutschland: Kontroverse um „Long-Covid“ bei Kindern und Jugendlichen

Die Frage der Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch Covid-19 wird schon seit langem kontrovers diskutiert. Befürworter strengerer Sicherheitsmaßnahmen an Schulen argumentieren, dass auch Kinder schwer erkranken könnten, und weisen auf mögliche Langzeitfolgen („Long Covid“) hin.

Kinder- und Jugendmediziner hatten Anfang September dagegen in einem offenen Brief für weniger strenge Maßnahmen geworben: Es sei wissenschaftlicher Konsens, dass Kinder und Jugendliche selbst nur in seltenen Fällen schwer erkranken und in der Regel schnell genesen würden.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist indes leicht auf 64,7 gestiegen. Das RKI meldetet am Montagmorgen 3088 Neuansteckungen binnen 24 Stunden sowie sieben weitere Todesfälle an oder mit Covid-19. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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