Massentests an Schulen?

Lauterbach warnt Eltern wegen Corona-Mutante: „Dieser Vorteil ist jetzt bei Kindern weg“

Ein Schulkind aus Bayern hat wegen der Corona-Pandemie einen Corona-Schnelltest gemacht. Der Covid-19 Antigen-Testkit (Schnelltest) zum Eigentest zeigt hier ein negatives Testergebnis an.
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Ein Schulkind aus Bayern hat wegen der Corona-Pandemie einen Corona-Schnelltest gemacht. Der Covid-19 Antigen-Testkit (Schnelltest) zum Eigentest zeigt hier ein negatives Testergebnis an.

Immer mehr Kinder und Jugendliche infizieren sich aktuell mit der Corona-Mutation B 1.1.7. In der jüngsten Bundespressekonferenz plädiert Karl Lauterbach für Massentests an Schulen.

Berlin/München - Die in Deutschland immer rasanter grassierende britische Coronavirus-Mutation B 1.1.7 bereitet Grund zur Sorge. Denn die Mutante ist wesentlich ansteckender als die Ursprungsvariante. Dementsprechend schnellen auch in vielen Bundesländern die Inzidenzen nach oben. Bei der jüngsten Bundespressekonferenz* warnte Karl Lauterbach (SPD) vor den Folgen der Mutation bei Kindern und Jugendlichen.

Kinder und Jugendliche von britischer Corona-Mutation gleich betroffen, wie Erwachsene

Hauptproblem diesbezüglich sei, dass Kinder durch die B 1.1.7-Mutation* nicht mehr den bisherigen Vorzug hätten, einem geringeren Ansteckungsrisiko ausgesetzt zu sein. „Dieser Vorteil ist jetzt bei Kindern weg“, so Lauterbach. Dem sei bisher aufgrund des geringeren Atemvolumens bei Kindern der Fall gewesen. Medizinisch unbestritten wisse man jedoch laut Lauterbach mittlerweile, dass bei der britischen Mutation die festgestellte Virusmenge sowohl bei kleineren Kindern als auch jungen Erwachsenen „einen kritischen Schwellenwert“ erreicht habe. „Das bedeutet, dass Kinder gleich ansteckend sind, wie Erwachsene“, führte Lauterbach aus.

RKI: Inzidenz der Corona-Mutation bei unter 15-Jährigen stark angestiegen

Gleiches verdeutlichen die Zahlen des Robert-Koch-Instituts* (RKI). Bereits vor einigen Tage berichtete RKI-Präsident Lothar Wieler in einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Die Inzidenz* bei den unter 15-Jährigen steigt stark an“. Ins selbe Horn bläst auch Privatdozent Dr. Florian Hoffmann, Pädiatrischer Intensiv- und Notfallmediziner am Haunerschen Kinderklinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). In einem Gespräch mit Merkur.de* plädierte Hoffmann für einen „sofortigen, totalen Shutdown*“. Und warnte: „Auch Schulen und Kitas werden leider wieder in den Fokus rücken.“ Denn: „Dass Kinder bisher keine schweren Verläufe haben, ist zwar beruhigend aber, aktuelle Zahlen zeigen auch eine deutliche Zunahme der Infektionszahlen mit B1.1.7 bei Patienten unter 15 Jahren“, so Hoffmann. Dazu sei die Annahme, „dass Kinder keine Überträger des Virus seien, absoluter Käse.“

Lauterbach: Wegen rasanter B 1.1.7 -Ausbreitung unter Kindern: Tests an Schulen „oberste Priorität“

Da Kinder in Schulen und Tagesbetreuungen viele Kontakte haben und dazu „Brückenüberträger zwischen mehreren Generationen“ sind, wäre nach Lauterbach der „Aufbau einer doppelten Testung an den Schulen, der Königsweg, um Tempo zu gewinnen“. Die Testungen hätten „oberste Priorität“. Denn nach bisherigen Erkenntnissen sei die Ausbreitung der B 1.1.7-Virusvariante über Schüler besonders stark. „Der Zuwachs ist aktuell bei keiner Altersgruppe so ausgeprägt, wie bei Kindern und Jugendlichen“, so Lauterbach. Zum Aufbau der Teststrategie an Schulen gehöre im Zweifelsfall auch die Überlegung, die bisher freizugänglichen Schnelltests in Supermärkten einzustellen. Dies stehe dann zur Diskussion, sollten anderweitig nicht genügend Tests für Schüler verfügbar sein, meinte Lauterbach. (feb) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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